Hohe Energiekosten und eine niedrige Nachfrage machen Wacker Chemie zu schaffen. / Foto: Wacker

  Nachhaltige Aktien

Wacker Chemie erzielt 2024 weniger Umsatz und Gewinn

Der Münchner Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat 2024 unter höheren Kosten und einer niedrigeren Nachfrage gelitten. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis gaben nach.

Nach vorläufigen Zahlen ging der Umsatz um 11 Prozent auf rund 5,7 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich um 7 Prozent auf 770 Millionen Euro.

Silizium-Geschäft leidet unter Konkurrenz aus China

Dem Unternehmen machen niedrigere Verkaufspreise zu schaffen, insbesondere bei Solarsilizium, wo der Konkurrenzdruck aus China hoch ist. Auch die schwache Baukonjunktur drückt die Nachfrage. Gleichzeitig sind die Energiekosten in Deutschland laut Unternehmen weiter hoch. Infolge des niedrigeren Umsatzes waren Produktionsanlagen zudem zum Teil nicht ausgelastet.

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Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach 2024 um 26 Prozent auf 300 Millionen Euro ein. Die EBIT-Marge verschlechterte sich von 6 auf 5 Prozent. Die Abschreibungen lagen mit rund 475 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 419 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 265 Millionen Euro, 20 Prozent weniger als 2023.

Hinsichtlich der langfristigen Perspektiven des Unternehmens zeigt sich Vorstandschef Christian Hartel weiter zuversichtlich: "Auch wenn das konjunkturelle Umfeld schwach ist, so ist Wacker für die Zukunft gut aufgestellt – finanziell wie auch strategisch. Mittel- und langfristig werden wir weiter von den globalen Megatrends profitieren. Digitalisierung, Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Energiesparen gehören zu den zentralen Treibern unseres Geschäfts", so Hartel.

Prognose bis 2030 stabil

Die Strategie des Unternehmens ist Hartel zufolge intakt. An seinen Wachstums- und Nachhaltigkeitszielen bis 2030 hält der Konzern fest. Wacker will den Jahresumsatz bis Ende des Jahrzehnts auf mehr als 10 Milliarden Euro steigern und auch die Margen deutlich verbessern. Eine konkrete Prognose für 2025 will das Management mit Veröffentlichung der endgültigen Geschäftszahlen im März abgeben.

Die Wacker-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 64,14 Euro (Stand: 28.1.2025, 10:14 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,7 Prozent im Minus, in den letzten zwölf Monaten ging es für den Kurs um 37 Prozent abwärts.

Aktuell gibt es bei Wacker deutliche Unsicherheiten: Wann sich der Bausektor und die für das Unternehmen ebenfalls wichtige Autobranche erholen, ist noch nicht absehbar, 2025 dürfte der Druck hoch bleiben. Auch in der Solarbranche bleiben die dank Subventionen deutlich günstigeren Wettbewerber aus China ein Problem. In den letzten drei Jahren ging es für den Börsenkurs von Wacker um fast 50 Prozent nach unten.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von 11 für 2025 ist zwar nach den deutlichen Kursverlusten mittlerweile nicht mehr hoch. Zudem liegt die erwartete Dividendenrendite für 2025 bei hohen 4,8 Prozent. ECOreporter sieht die Wacker-Aktie aber weiterhin nur als Investment mit erhöhtem Risiko.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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