Lohnt sich die Absicherung gegen einen schwachen Dollar? / Foto: Pixabay

  Fonds / ETF

Was bringt Währungsabsicherung bei ETFs?

Der Dollar hat seit März deutlich an Wert im Vergleich zum Euro verloren. Sogenannte Hedged-ETFs versprechen eine Absicherung gegen Verluste durch schwache Wechselkurse.

Am 1. März war ein Euro noch 1,04 Dollar wert. Aktuell sind es 1,17 Dollar. Das wirkt sich auf Investments in US-Wertpapiere aus. Denn europäische Fonds und ETFs werden in Euro geführt, in ihnen stecken aber oft viele US-Papiere, die in Dollar gehandelt werden – in ETFs auf den globalen Leitindex MSCI World sind es beispielsweise mehr als 70 Prozent. Sinkt der Dollarkurs, entwickeln sich die Fonds- und ETF-Kurse schlechter als die der Aktien oder Anleihen, in die sie investieren.

Schutz gegen derartige Verluste versprechen Hedged-ETFs, die negative Wechselkursentwicklungen automatisch ausgleichen. Viele Anlegerinnen und Anleger greifen derzeit zu solchen Produkten, die es übrigens auch mit nachhaltiger Ausrichtung gibt. Einer Analyse des Portals Finanztip zufolge sprechen aber zwei Gründe gegen den Kauf von Hedged-ETFs:

Zum einen sind sie teurer als nicht gehedgte ETFs. Bei einem herkömmlichen iShares-ETF auf den MSCI World Index liegen die Jahreskosten beispielsweise bei 0,2 Prozent, die ansonsten identische gehedgte Variante kostet 0,55 Prozent, also fast dreimal so viel. Hinzu kommen Finanzierungskosten für die Absicherung gegen die Währungsschwankungen.

Spürbar weniger Rendite

Finanztip hat sich den Zeitraum 29. April 2015 bis 11. August 2023 angesehen, an beiden Tagen lag der Wechselkurs von Euro zu Dollar bei ungefähr 1,1. Das Ergebnis der Analyse: In der Zeitspanne brachte der Hedged-ETF 1,6 Prozent weniger Rendite pro Jahr als der herkömmliche ETF. Auch in anderen Zeiträumen lag der Renditeunterschied Finanztip zufolge bei mehr als 1,0 Prozent zugunsten des normalen ETFs.

Das liegt – der zweite Grund, der gegen gehedgte Produkte spricht – neben den höheren laufenden Kosten auch daran, dass der Dollar nicht dauerhaft schwächer ist als der Euro. Langfristig betrachtet war er häufig wertvoller als der Euro oder andere wichtige Währungen, insgesamt gleichen sich die Schwankungen über die Jahre aus. Im Januar 2025 etwa lagen beide Währungen noch ungefähr gleichauf, erst danach ließ Donald Trumps katastrophale Politik den Dollarkurs sinken. Finanztip weist außerdem darauf hin, dass der Dollar schon extremere Schwächephasen hatte: Im Oktober 2009 beispielsweise bekam man für einen Euro 1,50 Dollar, also noch deutlich mehr als aktuell. 

Das Fazit der Finanztip-Analyse: Hedged-ETFs lohnen sich nicht, normale Produkte sind auf längere Sicht die bessere Lösung.

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