Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Wasserstoff: FuelCell Energy meldet schwaches Geschäftsjahr
Der US-Brennstoffzellenhersteller FuelCell Energy hat seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/23 (November bis Oktober) vorgelegt. Zwar konnte das Unternehmen den Verlust reduzieren, der Umsatz fiel aber niedriger aus als von Analysten erwartet.
FuelCell setzte in den zwölf Monaten rund 123 Millionen US-Dollar um, im Vorjahr waren es knapp 131 Millionen Dollar. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten.
Neues Projekt in den Niederlanden
Etwas besser als prognostiziert schnitt FuelCell beim Verlust ab. Mit 108 Millionen Dollar konnte man das Defizit um knapp 27 Prozent zum Vorjahr reduzieren.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Den Umsatzrückgang erklärt das Management in erster Linie mit geringeren Produktumsätzen. Im Vorjahr hatte insbesondere der Verkauf von Brennstoffzellen nach Südkorea das Geschäft in die Höhe getrieben. Zudem produzierten die Kraftwerke von FuelCell weniger Strom.
FuelCell-Chef Jason Few sieht sein Unternehmen weiterhin auf einem guten Weg: „Wir gehen methodisch vor, um auf unseren Kernkompetenzen aufzubauen und unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, um in Zukunft Wachstum und Rentabilität zu erzielen.“
Anfang der Woche hatte das Unternehmen einen Auftrag vom US-Konzern ExxonMobil in den Niederlanden erhalten. Am Produktionsstandort des Öl- und Gasunternehmens in Rotterdam soll FuelCell den Bau einer neuartigen Pilot-Brennstoffzellenanlage auf Basis seiner Karbonat-Technologie planen.
Karbonat-Brennstoffzellen werden mit einem Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid betrieben, das aus fossilem Erdgas oder Biogas gewonnen wird. Bei dessen Verbrennung entsteht neben weiterem Wasserstoff auch CO2, das extra gebunden werden muss. Gemeinsam mit Exxon hat FuelCell eine Methode entwickelt, dieses CO2 direkt in den Brennstoffzellen aufzufangen, bevor es in die Atmosphäre gelangt. Dieses Verfahren soll nun weiter optimiert werden.
"Der einzigartige Vorteil dieser Technologie besteht darin, dass sie nicht nur CO2 abfängt, sondern auch kohlenstoffarmen Strom, Wärme und Wasserstoff als Nebenprodukte erzeugt. Wir freuen uns über die Möglichkeit, diese Innovation in unserer eigenen Anlage in Rotterdam zu testen“, so Exxon-Manager Geoff Richardson.
Enttäuschung über Jahreszahlen
Nach Veröffentlichung der Exxon-Nachricht gewann die FuelCell-Aktie am Montag zwischenzeitlich bis zu 15 Prozent, gab diese Gewinne im Laufe des Tages aber wieder vollständig ab. Analysten kritisierten etwa, dass die Mitteilung zu dem Auftrag keine Angaben zu möglichen Umsätzen enthielt. Die Jahreszahlen sorgten dann am Dienstag für neue Enttäuschung, die Aktie schloss 5 Prozent im Minus.
Aktuell ist die Aktie im Tradegate-Handel 0,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 1,33 Euro (Stand: 20.12.2023, 10:30 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 16,9 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 46,6 Prozent an Wert verloren.
FuelCell macht seit 25 Jahren Verlust, Gewinne sind nicht in Sicht. ECOreporter ist zudem skeptisch, inwieweit das Unternehmen mit seiner Technologie einen echten Beitrag zur Dekarbonisierung leisten kann. Innovationskraft sollte besser auf die günstigere Produktion von tatsächlich grünem Wasserstoff gerichtet werden. ECOreporter sieht aktuell wenig, was für einen Einstieg in die FuelCell-Aktie spricht.
Für eine detaillierte Einschätzung der Wasserstoffbranche lesen Sie das ECOreporter-Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die sichersten Wasserstoff-Aktien.
FuelCell Energy Inc.: