Nel kann einen Auftrag aus den USA vermelden – wie bewertet ECOreporter die Aktie? / Foto: Nel

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: Nel kauft Anteile an Tankstellen-Spin-Off Cavendish Hydrogen

Der norwegische Elektrolyseurbauer Nel hat Anteile an dem auf Wasserstoff-Betankung spezialisierten Unternehmen Cavendish Hydrogen erworben, einem eigenen Spin-Off von Nel. Cavendish steckt in der Krise und baut im großen Stil Stellen ab.

Wie Nel mitteilte, erwarb das Unternehmen für einen ungenannten Preis 4,85 Prozent an Cavendish. Man wolle damit "die langfristige Entwicklung des Unternehmens unterstützen", so Nel. Nel hatte Cavendish im vergangenen Jahr ausgegliedert und an die Börse gebracht, um eine saubere Trennung der Geschäftsbereiche Elektrolyseure und Betankung zu erreichen.

Neuer Auftrag von US-Stahlhersteller

Cavendish steckt genauso wie Nel in Schwierigkeiten, unter anderem wegen einer mangelnden Nachfrage. Am gestrigen Dienstag teilte Cavendish mit, dass man im laufenden ersten Quartal 45 Prozent der weltweiten Belegschaft entlassen werde.

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"Während die langfristigen Aussichten für Wasserstofftankstellen, insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge, angesichts der Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) weiterhin vielversprechend sind, müssen wir unsere Kostenbasis deutlich reduzieren und uns kurzfristig an die aktuelle Marktsituation anpassen", sagte Cavendish-Chef Robert Borin.

Insbesondere der Markt für Wasserstofftankstellen für Leichtfahrzeuge sei schneller geschrumpft als erwartet, so Borin weiter. Der Auftragseingang für 2024 werde daher geringer ausfallen als prognostiziert. Außerdem stoppt Cavendish vorerst die Entwicklung einer neuen Generation von Wasserstofftankstellen.

Nel meldete unterdessen einen Auftrag aus den USA. Für 7 Millionen US-Dollar soll das Unternehmen zwei Elektrolyseure mit einer Leistung von insgesamt 5 Megawatt Leistung liefern. Der nicht näher genannte Kunde ist laut Nel einer der größten Stahlproduzenten der Vereinigten Staaten und setzt bereits an zwei anderen Standorten auf Nel-Technologie.

Die Elektrolyseure sollen in Nels Werk im US-Bundesstaat Connecticut produziert werden. Der Auftrag zeige "eine steigende Nachfrage nach unseren PEM-Elektrolyseuren in Containern für kleinere Anlagen", so Nel-Produktvorstand Todd Cartwright. Das "zuverlässige, schlüsselfertige Konzept" ermögliche "eine einfache Installation und einen einfachen Betrieb im Freien".

Nel leidet unter schwacher Nachfrage

Die Nel-Aktie zeigt sich von dem Auftrag unbeeindruckt. Im Tradegate-Handel ist sie aktuell 0,4 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 0,19 Euro (Stand: 22.1.2025, 9:54 Uhr). Mitte Januar hatte Nel mitgeteilt, dass der Auftragseingang 2024 deutlich unter den Erwartungen lag, der Kurs brach daraufhin ein. ECOreporter berichtete hier. Auf Monatssicht ist die Aktie 20,1 Prozent im Minus. In den vergangenen drei Jahren ist der Kurs um 84 Prozent abgestürzt.

Bei Nel laufen die Geschäfte bereits seit Jahren schwach, der erhoffte Durchbruch mit der angebotenen Wasserstofftechnik hat bislang nicht stattgefunden. Eine Erholung der Aktie wie auch der Auftragslage ist nicht absehbar. Unter US-Präsident Donald Trump dürfte die Wasserstoff-Begeisterung in den Vereinigten Staaten zudem eher abnehmen, gerade wenn es um eine klimafreundliche Transformation der Schwerindustrie geht.

Als sogenannter Pennystock mit einem Kurs von unter einem Euro ist die Nel-Aktie zudem besonders schwankungsanfällig. ECOreporter rät weiterhin von einem Einstieg ab.

Nel ASA: ISIN NO0010081235 / WKN A0B733

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