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Wasserstoff: Nel verzeichnet weniger Aufträge im dritten Quartal
Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2024 veröffentlicht. Unter anderem wegen der Abspaltung des Tankstellengeschäfts Cavendish Hydrogen sind die Zahlen nur schwer mit dem Vorjahr vergleichbar. Klar ist aber, dass Auftragseingang und Auftragsbestand gesunken sind.
Zwischen Juli und September erwirtschaftete Nel demnach 366 Millionen Norwegische Kronen (31 Millionen Euro) – laut Unternehmen ein Plus von 21 Prozent, wenn man die Vorjahreszahlen um die Erlöse aus dem Tankstellengeschäft bereinigt. Allerdings hat Nel auch seine Berichtspraxis grundlegend geändert: Das Unternehmen weist nur noch den so genannten "echten Umsatz" aus Kundenaufträgen aus. Zusatzeinnahmen sind in den Umsatzzahlen nicht mehr enthalten.
Weniger Bestellungen, US-Unternehmen sagt Auftrag ab
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich: Gegenüber dem bereinigten Vorjahresergebnis stieg der Verlust um 45 Prozent auf 90 Millionen Kronen (7,6 Millionen Euro). Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 115 Millionen Kronen (9,8 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten betrug das Minus insgesamt 516 Millionen Kronen (49 Millionen Euro).
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Die Abspaltung von Cavendish Hydrogen hat keinen Einfluss auf den Auftragseingang des Unternehmens. Nel erhielt im dritten Quartal Aufträge im Wert von 161 Millionen Kronen, was mehr als einer Halbierung der Bestellungen entspricht. Auch der Auftragsbestand sank deutlich von 2,3 auf 1,9 Milliarden Kronen.
Erst Ende September hatte Nel einen herben Rückschlag bei der Auftragsentwicklung hinnehmen müssen. Der US-Wasserstoffkonzern Hy Stor Energy hatte ein so genanntes Kapazitätsreservierungsabkommen mit den Norwegern gekündigt.
Eigentlich hatte Hy Stor Energy mehr als 1 GW Elektrolyseur-Ausrüstung bei Nel bestellen wollen. Diese hätte für den sogenannten Mississippi Clean Hydrogen Hub, ein Infrastrukturprojekt in den USA, eingesetzt werden sollen, ein Infrastrukturprojekt in den Vereinigten Staaten für die Herstellung, Speicherung und Lieferung von grünem Wasserstoff.
Zwar wurde die Kapazitätsreservierung gemäß den Rechnungslegungsstandards von Nel nicht als Auftragseingang betrachtet, so dass die Stornierung keine Auswirkungen auf den Auftragsbestand hat. Analysten sahen das Platzen des erst im April vereinbarten Geschäfts aber als schlechtes Zeichen.
Aktie im Sinkflug
An der Börse wurden die Zahlen von Nel schlecht aufgenommen. Aktuell ist die Aktie des Unternehmens 8,4 Prozent im Minus und kostet 0,35 Euro (Stand: 19.10.2024, 9:41 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 25,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 46,6 Prozent an Wert eingebüßt.
Das größte Problem bei Nel bleibt die Auftragslage – wenn sich diese nicht deutlich verbessert, wird das Unternehmen einem profitablen Geschäft auch nicht näherkommen. Stattdessen aber sind die Bestellungen rückläufig, selbst wenn man den Wegfall eines der größten Aufträge der Firmengeschichte nicht berücksichtigt.
In den letzten drei Jahren hat die Aktie 73 Prozent ihres Werts verloren. Als sogenannter Pennystock ist die Aktie mit einem Kurs von unter einem Euro zudem besonders schwankungsanfällig. ECOreporter rät weiterhin von einem Einstieg ab.
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Nel ASA: ISIN NO0010081235 / WKN A0B733