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Weicht die DWS ihre Nachhaltigkeitsstrategie auf?
Die Deutsche Bank-Tochter DWS ist nicht gerade ein Paradebeispiel für einen grünen Fondsanbieter. Künftig könnten die nachhaltigen Ambitionen des Geldhauses noch schwächer ausfallen.
Laut dem vorab veröffentlichten Manuskript einer Rede, die DWS-Chef Stefan Hoops am heutigen Freitag auf der Hauptversammlung des Konzerns halten wird, könnte die DWS künftig vor allem in den USA das Thema Nachhaltigkeit weniger in den Vordergrund stellen. Sein Unternehmen werde „angesichts der Dynamik der politischen und regulatorischen Veränderungen“ die nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten „an neue Rahmenbedingungen anpassen“, so Hoops.
"Die Vorzeichen sowohl hinsichtlich regionaler regulatorischer Unterschiede als auch mit Blick auf Kundenpräferenzen" hätten sich "gewandelt". Damit beziehe er sich "zuvorderst auf die klimapolitischen und regulatorischen Vorgaben der US-Administration, die für Unternehmen, in die wir investieren, zunehmend auch rechtliche Implikationen und Risiken bedeuten".
Trump macht Druck auf die Finanzindustrie
Wie die DWS ihre Nachhaltigkeitsstrategie konkret verändern wird, geht aus dem Redemanuskript, das ECOreporter vorliegt, nicht hervor. Die Anpassungen dürften in erster Linie eine Reaktion auf nachhaltigkeitsfeindliche Vorschriften der Trump-Regierung sein. Ungefähr 20 Prozent des von der DWS verwalteten Vermögens kommen aus den USA.
Bislang verfolgte die DWS nach eigenen Angaben das Ziel, die "Kunden dabei zu unterstützen, den nachhaltigen Wandel in der Realwirtschaft zu bewältigen". In Hoops‘ Rede klingt das nun zurückhaltender: "Wir bieten eine breite Palette von Anlagelösungen an, um im Sinne unserer Kunden langfristige Vermögenswerte zu schaffen. Das umfasst solche Strategien, die Nachhaltigkeit fördern. Und es umfasst solche, die konventionelle Ziele bedienen."
Die DWS hat in den letzten Jahren in Deutschland und den USA nach Greenwashing-Vorwürfen Geldbußen in zweistelliger Millionenhöhe zahlen müssen. Mehr dazu lesen Sie hier.