Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Orsted-Chef Mads Nipper tritt zurück
Der dänische Energieriese Ørsted kämpft weiter mit hohen Kosten beim Bau seiner Offshore-Windparks. Nun geht Konzernchef Mads Nipper. Sein Nachfolger steht bereits fest.
Wie Ørsted mitteilte, hat Nipper das Unternehmen nach vier Jahren zum 1. Februar verlassen. Sein Nachfolger ist Nippers bisheriger Stellvertreter Rasmus Errboe.
Probleme vor allem in den USA
"Der Markt für erneuerbare Energien hat sich seit Januar 2021 grundlegend verändert", erklärte Ørsteds Verwaltungsratsvorsitzende Lene Skole zu Nippers Rücktritt. "Die Auswirkungen der zunehmend schwierigen Situation in der Offshore-Windindustrie auf unser Geschäft – von Engpässen in der Lieferkette über Zinserhöhungen bis hin zu einer sich verändernden Regulierungslandschaft – bedeuten, dass sich unser Schwerpunkt verlagert hat." Der Vorstand habe daher mit Nipper "vereinbart, dass es für ihn der richtige Zeitpunkt ist, zurückzutreten".
Wie ECOreporter die Aktie des Konzerns aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich. Weitere Analysen zu Aktien aus dem Erneuerbare-Energien-Sektor finden Sie in den jeweils zweiteiligen ECOreporter-Dossiers zu Windaktien und zu Solaraktien.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Ørsted hatte zuletzt viele Rückschläge hinnehmen müssen, besonders in den USA. Im vierten Quartal 2024 hatte der Konzern zum wiederholten Mal eine Milliardenabschreibung auf ein US-Projekt vornehmen müssen. ECOreporter berichtete hier.
Nipper hatte die Entwicklungen als "enttäuschend" bezeichnet. Gleichzeitig betonte er, am US-Geschäft festhalten zu wollen. Dieses könnte unter Präsident Donald Trump allerdings noch weiter unter Druck geraten: Unmittelbar nach Amtsantritt ordnete Trump bereits die Aussetzung der Verpachtung von Gebieten für neue Windparks auf See an.
Rasmus Errboe kam 2012 zu Ørsted und wurde 2022 Mitglied der Geschäftsleitung. In früheren Managementpositionen war er für den Börsengang von Ørsted 2016 und die Veräußerung und Ausgliederung des Öl- und Gasgeschäfts 2017 verantwortlich.
Nach vorläufigen Zahlen hat Ørsted 2024 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 3,3 Milliarden Kronen (287 Millionen Euro) erzielt. Seinen Jahresbericht will der Konzern am Donnerstag vorlegen.
Schwierige Aktie mit Perspektive
Die Ørsted-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,1 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 36,48 Euro (Stand: 3.2.2025, 9:24 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 21,1 Prozent an Wert eingebüßt, auf Jahressicht ist sie 28,4 Prozent im Minus.
Trotz der insbesondere in den Vereinigten Staaten schwierigen Lage schreibt Ørsted wieder Gewinne. Das Unternehmen baut seinen Anlagenbestand weiter aus, auch bei Wind- und Solarparks an Land. Nach Aussagen des designierten US-Innenministers Doug Burgum sollen zudem Windkraftprojekte, "die sinnvoll und bereits rechtskräftig sind", weitergeführt werden.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Ørsted-Aktie ist mit 14 für das Geschäftsjahr 2024 und 11 für 2025 vertretbar. Für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger bleibt die Ørsted-Aktie interessant, die hohen Börsenverluste der letzten Jahre können auch als Kaufchance gesehen werden. Allerdings dürfte ein Investment mindestens in den nächsten vier Jahren starke Nerven und viel Geduld erfordern.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)