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„Alle Menschen sollten Zugang zu finanziellen Dienstleistungen haben“ (Mikrofinanz-Interview)
Mikrofinanzfonds sind interessant für Menschen, die ihr Geld defensiv, aber mit viel nachhaltiger Wirkung anlegen wollen. Einer der renommiertesten Fonds ist der GLS AI – Mikrofinanzfonds, der diesen Monat sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Zeit für einige Fragen an das Fondsteam.
Mikrofinanzfonds verleihen ihr Kapital im Globalen Süden an Mikrofinanzinstitute (MFIs). Diese spezialisierten Banken geben das Geld in Form von Mikrokrediten an kleine Unternehmen oder Selbstständige weiter, die sonst kaum Chancen auf ein Darlehen haben. Der überwiegende Teil der Kreditnehmer sind Frauen. Meist geht es um vergleichsweise geringe Summen, im Schnitt weniger als 2.000 Euro. Kredite für private Konsumausgaben vergeben gute MFIs nicht.

Katharina Lange ist Nachhaltigkeitsanalystin bei der GLS Investments. / Foto: GLS IM
Die finanzielle Disziplin der Kreditnehmer ist sehr hoch, mehr als 90 Prozent der Darlehen werden zurückgezahlt. Diese Stabilität macht den Mikrofinanzsektor auch für Anlegerinnen und Anleger interessant. Denn Mikrofinanzfonds waren zwar zuletzt mit Jahresrenditen von 1 bis 2 Prozent nicht so rentabel wie beispielsweise Aktien-Investments, dafür entwickelten sich die Kurse aber stabiler, auch in schwierigen Phasen wie während der Corona-Pandemie.
Zu den nachhaltigsten deutschen Mikrofinanzfonds gehört der GLS Alternative Investments – Mikrofinanzfonds, der im Dezember 2025 sein zehnjähriges Bestehen feiert. Initiiert hat ihn die GLS Investments, die Vermögensverwalterin der Bochumer GLS Bank, mit dem nachhaltigen Frankfurter Finanzdienstleister FS Impact Finance, der den Fonds auch managt.
ECOreporter hat hier den GLS-Fonds und drei weitere tiefgrüne Mikrofinanzfonds getestet.
Wie wählt der GLS AI – Mikrofinanzfonds seine Partnerinstitute aus? Welche Nachhaltigkeitsaspekte sind für den Fonds besonders wichtig? Warum lässt sich die nachhaltige Wirkung von Mikrokrediten nur schwer messen? Und weshalb bleibt auch der Globale Süden nicht von Donald Trump verschont? Diese und weitere Fragen beantworten Katharina Lange, Nachhaltigkeitsanalystin der GLS Investments, und Fondsmanager Ralf Burmeister von FS Impact Finance im großen ECOreporter-Interview.
ECOreporter: 10 Jahre GLS AI – Mikrofinanzfonds. Welches Fazit ziehen Sie?
Katharina Lange (GLS Investments): Ein sehr positives. Als wir den Fonds gemeinsam mit unserem Partner FS Impact Finance konzipiert und aufgelegt haben, war noch nicht ganz absehbar, wie er sich am Markt entwickeln würde. Heute können wir sagen, dass der Fonds sehr gut angenommen wurde und sich auch die Wertentwicklung stetig stabil und positiv zeigte. Selbst in Zeiten massiver Börsenturbulenzen hat sich der GLS AI – Mikrofinanzfonds als wertstabil erwiesen, wie etwa im von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020. Auch als der Anleihenmarkt 2022 Verwerfungen zeigte, blieb der Fonds stabil.

Ralf Burmeister von FS Impact Finance managt den GLS AI - Mikrofinanzfonds. / Foto: FSIF
Ralf Burmeister (FS Impact Finance): Im Laufe der Jahre haben wir zahlreiche langfristige Partnerschaften mit ausgewählten MFIs in Asien, Südosteuropa, Lateinamerika und Afrika aufgebaut. Diese sind für die Vergabe der Kleinstkredite an Kleinunternehmer*innen vor Ort verantwortlich. Hier arbeiten wir bevorzugt mit kleineren und lokal gut vernetzten MFIs zusammen. Durch die Mikrofinanzkredite, die über den Fonds finanziert werden, können Kleinunternehmer*innen nicht nur ihr eigenes Geschäft aufbauen, sondern auch Zugang zum Finanzmarkt erhalten.
In den Ländern, in denen der GLS AI – Mikrofinanzfonds investiert – überwiegend im sogenannten Globalen Süden –, gibt es meistens eine geringe Beschäftigungsquote und kein soziales Sicherungssystem. Gleichzeitig verfügen diese Länder über eine relativ junge Bevölkerung und ein hohes Bevölkerungswachstum. Viele Menschen sind informell beschäftigt, betreiben ein kleines Gewerbe wie ein Lebensmittelgeschäft oder ein Sammeltaxi, erhalten aber keinen oder nur sehr begrenzt Zugang zu relevanten Finanzdienstleistungen. Dass ein Bankkonto, ein Kredit oder eine Versicherung in Ländern des Globalen Südens nicht selbstverständlich sind, zeigen Zahlen der Weltbank: Rund 1,3 Milliarden Menschen weltweit sind vom formellen Finanzsystem ausgeschlossen. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds möchte dazu beitragen, diese immense Lücke zu schließen. Anleger*innen des Fonds haben also die Chance, mit ihrer Investition nicht nur eine stabile finanzielle Rendite zu erzielen, sondern auch einen sozialen Beitrag zu leisten.
Welche Ausschlusskriterien gelten für den Fonds?
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