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AMD meldet Rekordquartal – und verfehlt trotzdem die Erwartungen
Der US-Chipentwickler AMD hat dank der starken Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz (KI) das Geschäftsjahr 2024 mit Rekordzahlen abgeschlossen. Analysten reichten die Einnahmen allerdings nicht. Zudem könnte es Probleme in der Produktion geben.
Der Umsatz von AMD wuchs 2024 um 14 Prozent auf knapp 26 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse der Rechenzentren-Sparte, die die Verkäufe der KI-Chips beinhalten, kletterten im Jahresvergleich um 94 Prozent auf das Rekordniveau von 12,6 Milliarden Dollar. Den Nettogewinn konnte AMD mit einem Plus von 92 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar ebenfalls fast verdoppeln.
Drohen Engpässe in der Produktion?
Im vierten Quartal 2024 legte der Umsatz im Bereich Rechenzentren um 70 Prozent zu und erreichte mit 3,9 Milliarden Dollar ebenfalls einen Rekord. Dennoch reagiert der Finanzmarkt mit Enttäuschung – Analysten hatten noch höhere Einnahmen erwartet. Ein bekanntes Bild: Nach dem dritten Quartal 2024 hatte der KI-Branchenprimus Nvidia ebenfalls einen Kurseinbruch erlebt, weil das Unternehmen die Prognosen nicht deutlich genug übertreffen konnte.
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Nvidia ist klarer Weltmarktführer im KI-Chip-Geschäft, AMD will dem Konkurrenten jedoch Marktanteile abjagen und hat bereits mehrere neue Hochleistungshalbleiter angekündigt. Die Massenproduktion des Modells MI325X hat im letzten Quartal begonnen. In den kommenden Wochen sollen ausgewählte Kunden Probe-Exemplare von dessen Nachfolger MI350 erhalten, den AMD ab der zweiten Jahreshälfte im großen Stil ausliefern will. 2026 soll dann schon die nächste Generation MI400 starten.
Die Facebook-Mutter Meta und der Software-Konzern Microsoft nutzen bereits KI-Prozessoren von AMD. Sie und andere Technologiefirmen wollen sich damit unabhängiger von Nvidia machen. Viele von ihnen arbeiten allerdings auch an eigenen KI-Chips.
"Dank der Stärke unseres Produktportfolios und der wachsenden Nachfrage nach Hochleistungsrechnern sehen wir 2025 klare Chancen für weiteres Wachstum", sagte AMD-Chefin Lisa Su. Im Geschäftsjahr 2025 sollen Umsatz und Gewinn prozentual zweistellig wachsen.
Ein Problem für AMD ist das Befriedigen der Nachfrage. Das Unternehmen stellt seine Chips nicht selber her, sondern lässt das Auftragsfertiger übernehmen, insbesondere den taiwanesischen Chiphersteller TSMC. Für AMD dürfte es allerdings nach Ansicht von Branchenbeobachtern schwer werden, bei TSMC neue Kapazitäten zu buchen, weil Nvidia seine Produktion bei TSMC hochfahren lässt.
Die AMD-Aktie ist wegen der enttäuschten Analystenerwartungen trotz der Rekordzahlen aktuell 8,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 105,06 Euro (Stand: 5.2.2025, 11:39 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 13,3 Prozent an Wert verloren, auf Jahressicht notiert sie 35,2 Prozent im Minus.
Aktie hat deutlich an Wert eingebüßt
Trotz der starken Geschäfte hat die AMD-Aktie seit März 2024 44 Prozent verloren. Nachdem die Aktie im Zuge des KI-Booms zunächst deutlich gestiegen war, kann AMD jetzt nach Ansicht von Analysten nicht genug vom KI-Geschäft profitieren. Auf Sicht von fünf Jahren ist die Aktie 135 Prozent im Plus.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2025 liegt trotz der Kursverluste weiter bei hohen 39. ECOreporter rät derzeit eher nicht zum Neueinstieg, im Umfeld der überhitzten KI-Branche sind weitere Schwankungen zu erwarten. Wer schon investiert ist, sollte seine Papiere langfristig halten.
AMD Inc.: ISIN US0079031078 / WKN 863186
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09.03.26
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