meinSolardach.de ist auf Dachsolaranlagen spezialisiert. / Symbolfoto: Pixabay

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Analyse: meinSolardach.de-Anleihe mit 10 % Zins – überzeugt das Angebot?

Die meinSolardach.de GmbH verkauft und installiert vor allem kleine Dachsolaranlagen. Beratung und Verkauf erfolgen auch über Läden in inzwischen rund 20 deutschen Städten. Um unter anderem die Eröffnung weiterer Standorte und Wareneinkäufe (vor)zufinanzieren, bietet das Unternehmen eine Anleihe an. Deren Zins beträgt 10 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Eine Zeichnung ist ab 1.000 Euro möglich.

Emittentin der Anleihe (Inhaber-Schuldverschreibungen) ist die meinSolardach.de GmbH aus Frankfurt am Main. Das Emissionsvolumen beträgt bis zu 10 Millionen Euro. Das Unternehmen kann nach den Anleihebedingungen erstmals nach Ablauf von drei Jahren die Schuldverschreibungen insgesamt oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Ein Börsenhandel der Anleihe ist laut Wertpapierprospekt (vom 27. August 2024) aktuell nicht geplant. Die Emittentin behält sich eigenen Angaben zufolge jedoch vor, die Schuldverschreibungen möglicherweise in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse einzubeziehen.

In welchen Städten in Deutschland hat das Unternehmen bereits Stores eröffnet? Wie haben sich die Umsätze 2023/2024 entwickelt? In welche Länder will die meinSolardach.de GmbH expandieren? Welche Risiken bestehen für die Emittentin und für die Anlegerinnen und Anleger? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie das Fazit von ECOreporter erhalten Sie im Premium-Bereich der ausführlichen Analyse.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Unternehmensprofil meinSolardach.de

Die meinSolardach.de GmbH, die Emittentin der Anleihe, wurde im Dezember 2022 gegründet und im Januar 2023 im Handelsregister eingetragen. Ihr Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Die Gesellschaftsanteile der Emittentin werden zu je 50 Prozent von der i-Access GmbH und der Schnürle & Partner Unternehmensberatung GmbH gehalten. Die iAccess GmbH ist laut Prospekt seit mehr als zehn Jahren im Bereich von Großphotovoltaikanlagen aktiv. Geschäftsführer der Schnürle & Partner Unternehmensberatung GmbH ist Christian Dieter Schnürle, der auch als Geschäftsführer der Emittentin fungiert.

Derzeit hat die Emittentin keine Tochtergesellschaften. Für die Zukunft ist es aber laut Prospekt nicht ausgeschlossen, dass etwa bei einer Erstreckung der Geschäftstätigkeit auf Österreich dort eine eigene Landesgesellschaft gegründet wird oder dass bestimmte Funktionen in Tochtergesellschaften ausgegliedert werden, wie etwa eine Einkaufsgesellschaft.

Die Emittentin setzte im Geschäftsjahr 2023 rund 2,1 Millionen Euro um. Diese Umsätze beinhalten nach Jahresabschluss-Angaben rund 1,8 Millionen Euro aus abgeschlossenen Aufträgen zur Installation von Photovoltaikanlagen, des Elektroanschlusses und der Inbetriebnahme im Wesentlichen als Subunternehmer für einen Großkunden in Deutschland. Rund 300.000 Euro konnten zusätzlich von diesem Großkunden an Werbekostenzuschüssen vereinnahmt werden.

Im Geschäftsjahr 2023 sind nach Angaben der Emittentin erhebliche Kosten für die Einrichtung und Expansion des Geschäftsbetriebes angefallen. Insbesondere aufgrund der Anlaufverluste hat die Emittentin 2023 einen Jahresfehlbetrag von rund 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet, der zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von rund 1,6 Millionen Euro zum 31. Dezember 2023 führte.

Im Rahmen der bilanziellen Überschuldung ist laut Prospekt zu berücksichtigen, dass der Emittentin aktuell von Gesellschafterseite rund 1,2 Millionen Euro als Gesellschafterkredit zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin bestehen offene Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschafterunternehmen von über 200.000 Euro. Diese Gesellschafterverbindlichkeiten sind aber nach Angaben der Emittentin nicht mit einem Rangrücktritt versehen, sodass sie im Rahmen einer Überschuldung einer Kreditvergabe entgegenstehen. Bei einer fortbestehenden Überschuldung ist das Unternehmen nach Prospektangaben auf eine Fortführungsprognose angewiesen, somit auch im Rahmen dieser Prognose anfälliger für wirtschaftliche negative Entwicklungen, die dann unmittelbar in eine Insolvenz führen könnten.

Im ersten Halbjahr 2024 hat die Emittentin nach eigenen Angaben einen Umsatz von mehr als 3,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon waren nach Prospektangaben rund 1,7 Millionen Euro Umsatz mit Q-Cells und rund 2,0 Millionen Euro Umsatz aus weiteren Verkaufs- und Montageaktivitäten. Wie in 2023 ist für 2024 nach Angaben der Emittentin zu beachten, dass das Ergebnis noch durch allerdings erheblich reduzierte Ingangsetzungskosten belastet sein wird.

Geschäftsmodell


meinSolardach.de setzt derzeit vor allem auf Solaranlagen auf Bestandsgebäuden. / Symbolfoto: Pixabay

Die meinSolardach.de GmbH verkauft und installiert vorrangig kleine Aufdach-Solaranlagen (mit der Option für Speicherlösungen). Ihr Alleinstellungsmerkmal im Markt ist eigenen Angaben zufolge das Store-Konzept, bei dem Kundinnen und Kunden in Städten in ihrer Region einen lokalen Anlaufpunkt finden. Ihre Wettbewerber offerieren nach Einschätzung der Emittentin entweder nur ein Online-Angebot oder operieren mit einem oder wenigen Flagship-Stores, die nicht den Anspruch erheben, lokaler Anlaufpunkt etwa für die Vertragsanbahnung zu sein. Die inzwischen 20 Beratungszentren der Emittentin befinden sich laut Prospekt in attraktiven innerstädtischen Lagen der folgenden Städte: Bamberg, Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Koblenz, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Rostock, Stuttgart (Bremen, Kassel und Stuttgart sind in Eröffnung).

Das Angebot der Emittentin bezieht sich vorrangig auf kleine und mittlere Solaranlagen auf den Dächern von Wohngebäuden oder gewerblichen Gebäuden. Gegenüber größeren gewerblichen Aufdachanlagen hat dies laut Prospekt den Vorteil von deutlich reduzierten Genehmigungserfordernissen. Die Zielgruppe der meinSolardach.de GmbH sind aktuell Bestandsbauten und weniger Neubauten, da nach Einschätzung des Unternehmens die Verträge bei Neubauten zumeist über Bauträger zu eher ungünstigen Konditionen vergeben werden.

Die Emittentin arbeitet laut Prospekt mit eigenen Montagetrupps, die in einer eigenen Akademie fortlaufend geschult werden und die Meistererfordernisse in den Bereichen Dachdeckerei und Elektro erfüllen. Zudem bestehen nach Angaben der Emittentin Montagepartnerschaften mit einem großen Anbieter von Solaranlagen in Deutschland und einem der vier großen Energieversorger Deutschlands. Neben dem Angebot für Hauseigentümer bietet die Emittentin laut Prospekt Lösungen für Mietshäuser (Mieterstrom) und gewerblich genutzte Gebäude an.

Geplante Investitionen

Bei Vollplatzierung des geplanten Anleihevolumens von 10 Millionen Euro werden die Emissionskosten laut Prospekt auf bis zu rund 800.000 Euro geschätzt. Davon entfallen 600.000 Euro auf variable Kosten, die als Vertriebsprovision von der Höhe der Platzierung abhängen.

Die Emittentin beabsichtigt, mit dem nach Abzug der Emissionskosten verbleibenden Emissionserlös von bis zu 9,2 Millionen Euro den laufenden Geschäftsbetrieb im Bereich der Aufdachphotovoltaik (Kleinanlagenbereich, auch mit Speicherlösungen) zu finanzieren. Zu den dabei zu finanzierenden Vorhaben zählen laut Prospekt unter anderem die Eröffnung neuer Standorte, eine möglichen Expansion nach Österreich oder in die Schweiz, die Vorfinanzierung von Warenankäufen, die Erweiterung des Montageservices und der Vertriebstätigkeit sowie die Ergänzung des Angebots um weitere integrative Leistungen im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Ihr Konzept will die meinSolardach.de GmbH weiter in Deutschland verbreiten, es soll aber auch in weiteren Ländern etabliert werden. Dazu steht die Emittentin laut Prospekt bereits in ersten Gesprächen mit Partnern in der Schweiz, Österreich und Spanien für die erste Internationalisierungswelle.

Die geplante Mittelverwendung im Bereich der Erneuerbaren Energien steht laut Prospekt unter dem Vorbehalt von veränderten Umständen, die möglicherweise andere Investitionen in Erneuerbare Energien als vorzugswürdig erscheinen lassen.

Risiken

Das Geschäftsmodell des Verkaufes von Photovoltaik-Aufdachanlagen zur Installation auf fremden Gebäuden ist darauf angewiesen, ständig neue Kunden zu gewinnen. Ein fehlender Zugang zu neuen Aufträgen, der etwa auf der Verschlechterung der Attraktivität des Angebotes der Emittentin oder auch einem verstärkten Wettbewerb beruhen könnte, wirkt sich laut Prospekt auf den Geschäftsumfang und damit auch den Ertrag unmittelbar aus.

Es besteht das Risiko, dass sich die Emittentin mit ihrem neuartigen Geschäftskonzept nicht hinreichend neben den etablierten überregionalen Unternehmen etablieren kann. Zu berücksichtigen ist laut Prospekt auch, dass das Store-Konzept der Emittentin rechtlich nicht geschützt ist. Deutlich kapitalstärkere Wettbewerber könnten versuchen, auch ein derartiges Konzept zu etablieren. Das Risiko würde sich nach Einschätzung der Emittentin erhöhen, wenn der Marktumfang in installierten Einheiten in den nächsten Jahren stagnierend oder rückläufig sein sollte.

Der Marktumfang kann von verschiedenen Entwicklungen und Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Ein dauerhafter Preisrückgang am Strommarkt für Endkunden würde laut Prospekt die Attraktivität von Photovoltaik-Aufdachanlagen negativ beeinflussen. Es besteht zudem das Risiko, dass die Preise von Solarmodulen nicht weiter sinken, sondern künftig steigen. Neben einer höheren Nachfrage nach Ressourcen wie Modulen, Aluminium oder Stahl könnten auch Störungen der Lieferkette und ein Eskalieren des Konfliktes zwischen China und Taiwan dazu führen, dass Solarmodule teurer werden und die Anschaffung einer Solaranlage weniger attraktiv. Es besteht auch das Risiko, dass Fördermaßnahmen für kleine Photovoltaik-Aufdachanlagen (z.B. Einspeisevergütungen) reduziert werden oder sich regulatorische Rahmenbedingungen verschlechtern. Auch dadurch könnte sich der Umfang des Marktes, in dem die Emittentin tätig ist, verringern.

Es kann laut Prospekt sein, dass zur Rückzahlung der Anleihe eine teilweise oder vollständige Refinanzierung erfolgen muss und dass diese nicht zu wirtschaftlich akzeptablen Konditionen oder auch überhaupt nicht möglich ist. Das Risiko würde sich nach Prospektangaben deutlich verstärken, wenn während der Laufzeit der Anleihe die aktuell gegebene bilanzielle Überschuldung der Emittentin nicht überwunden wird. Für Anlegerinnen und Anleger bestehen erhebliche Risiken, ihr eingesetztes Kapital zu verlieren.

Fazit

Es ist unsicher, ob sich die junge Emittentin meinSolardach.de GmbH mit ihrem Geschäftsmodell dauerhaft am Markt etablieren kann. Auch aufgrund der geringen Eigenkapitalausstattung des Unternehmens dominieren bei dem Anleiheangebot die Risiken. Das Zins/Risiko-Verhältnis der Anleihe ist nach Einschätzung von ECOreporter für Anlegerinnen und Anleger nicht überzeugend.

Basisdaten

Emittentin: meinSolardach.de GmbH, Frankfurt am Main
Anlageform: Anleihe (Inhaberschuldverschreibungen)
Emissionsvolumen: bis zu 10 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 1.000 Euro
Laufzeit: 27. September 2024 bis 27. September 2029
Zinssatz: 10,0 Prozent pro Jahr
Prospektbilligung: CSSF (luxemburgische Finanzaufsichtsbehörde)
Handelbarkeit: Einbeziehung der Anleihe in einen börslichen Handel derzeit nicht geplant
ISIN: DE000A383GT7

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