Der Pangaea-AIF will sich an Immobilienprojekten in den USA beteiligen. / Grafik: Empira AG

  Anleihen / AIF, ECOanlagecheck, Geschlossene Fonds

Analyse: Publikums-AIF „Pangaea Life Co-Invest US Residential“ – Erfolg mit grünen USA-Immobilien?

Der Fonds „Pangaea Life Co-Invest US Residential“ plant, mittelbar in Immobilienprojekte im Süden der USA zu investieren. Im Fokus stehen nachhaltige Wohnbauprojekte, die nach Fertigstellung und Vermietung verkauft werden sollen. Der geschlossene alternative Publikums-Investmentfonds aus Hamburg hat eine Grundlaufzeit von rund fünf Jahren. Eine Zeichnung ist ab 10.000 US-Dollar möglich. ECOreporter analysiert das Beteiligungsangebot.

Das geplante Co-Investmentmodell soll es laut Verkaufsprospekt Privatanlegerinnen und Privatanlegern ermöglichen, an Projekten zu partizipieren, die normalerweise institutionellen Investoren vorbehalten sind, und von der Entwicklung von Immobilienprojekten in den USA zu profitieren.

Als Investmentstandort ist der sogenannte „Sunbelt“ vorgesehen. Beim Sunbelt handelt es sich im groben Verlauf um die US-Region südlich des 37. Breitengrades. Diese Region umfasst die 15 Bundesstaaten (von West nach Ost) Kalifornien, Nevada, Arizona, New Mexico, Texas, Oklahoma, Louisiana, Arkansas, Mississippi, Alabama, Georgia, Tennessee, Florida, South Carolina sowie North Carolina.

Erste Projekte in Dallas und Miami geplant

In Dallas (Texas) und Miami (Florida) befinden sich zwei konkret mögliche Projekte für den Fonds. Die Immobiliengesellschaften dieser beiden Projekte sind laut Prospekt in die Struktur des Empira Fonds integriert. Dabei handelt es sich um einen Reserved Alternative Investment Fund (RAIF) für institutionelle Anleger, der unter der Verwaltung des Fondsmanagers Empira Investment Solutions S.A. aus Luxemburg steht. Der Empira Fonds agiert als institutioneller Mehrheitsinvestor. Es ist laut Prospekt beabsichtigt, dass sich der Fonds „Pangaea Life Co-Invest US Residential“ gemeinsam mit Gesellschaften der Versicherungsgruppe „Die Bayerische“ als Co-Investor an den Immobiliengesellschaften in den USA beteiligt.

Wie ökologisch und nachhaltig sind der Fonds und seine Projekte? Wie sehen die Kapital- und Kostenstruktur und die Renditeerwartung des Publikums-AIF aus? Welche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken hat der Fonds? Antworten auf diese und weitere Fragen, Details zu den Projekten in Miami und Dallas sowie das Fazit von ECOreporter erhalten Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Fondsinitiatorin und Partner

Die Pangaea Life Capital Partners AG (PLCP) aus der Schweiz fungiert gemäß den Angaben im Fonds-Verkaufsprospekt (vom 8. April 2025) als Initiatorin und Dienstleisterin der Fondsgesellschaft. PLCP ist auch alleinige Gesellschafterin der Komplementärin des Fonds. Die Gesellschafter der 2022 gegründeten PLCP sind die BBV Holding AG aus München, die Holdinggesellschaft der Versicherung „Die Bayerische“, und die Empira AG aus der Schweiz.

Die Empira AG, die Muttergesellschaft der Empira Group, agiert als Immobilienunternehmen innerhalb der Partners Group. Die 2014 gegründete Empira Group hat sich laut Prospekt als Investmentmanager für institutionelle Immobilieninvestitionen in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) etabliert.

Die Empira Group LLC, eine Tochtergesellschaft der Empira AG, nahm im Januar 2021 ihre Geschäftstätigkeit in den USA auf und hat ihren Sitz in Miami in Florida. Seitdem hat das Unternehmen laut Prospekt sein lokales Team in Miami auf 13 Mitarbeiter erweitert, die sich hauptsächlich auf die Bereiche Immobilienprojektentwicklung und Akquisition konzentrieren.
Es ist laut Prospekt beabsichtigt, die Empira Group LLC mit der Erbringung von Unterstützungs- und Beratungsdienstleistungen im Bereich der Immobilienentwicklung zu beauftragen. Ferner werde das Unternehmen im Auftrag der jeweiligen Immobiliengesellschaften Unterstützungsleistungen im Zusammenhang der Vermarktung bzw. der Vermietung der Bauprojekte leisten.

Die Fondsgesellschaft hat die Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH aus Hamburg mit der Wahrnehmung der Aufgaben einer externen Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) beauftragt. Sie soll als KVG die mit der kollektiven Vermögensverwaltung einhergehenden Aufgaben u. a. der Portfolioverwaltung, des Risikomanagements und der administrativen Tätigkeiten im Interesse der Anlegerinnen und Anleger der Fondsgesellschaft wahrnehmen. Zudem ist die KVG mittelbar alleinige Gesellschafterin der Geschäftsführenden Kommanditistin des Fonds. Die Geschäftsführer der Geschäftsführenden Kommanditistin befinden sich laut Prospekt in einem Beschäftigungsverhältnis mit der KVG.

Kapitalstruktur

  • Gesamtfinanzierungsvolumen: bis zu 31,5 Millionen US-Dollar
  • Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 30,0 Millionen US-Dollar (95,2 Prozent)
  • Ausgabeaufschlag (Agio): bis zu 1,5 Millionen US-Dollar (4,8 Prozent)

Die geschäftsführende Kommanditistin kann das Platzierungsvolumen nach eigenem Ermessen um weitere 50 Millionen US-Dollar auf bis zu 80 Millionen US-Dollar erhöhen. Sofern nicht bis zum 30.9.2026 ein Platzierungsvolumen von 10 Millionen US-Dollar erreicht wird, wird die Fondsgesellschaft laut Prospekt aufgelöst.

Die KVG plant laut Prospekt nicht, langfristiges Fremdkapital zu Investitionszwecken durch die Fondsgesellschaft aufzunehmen. Es ist möglich, dass auf Fondsebene kurzfristiges Fremdkapital zur Eigenkapital-Zwischenfinanzierung aufgenommen wird. Auf Ebene von Immobiliengesellschaften ist eine Fremdkapitalaufnahme marktüblich. Im Prospekt werden als mögliche mittelbare Investitionen des Fonds zwei Immobilien-Objektgesellschaften vorgestellt. Bei diesen ist zur Finanzierung jeweils die Aufnahme eines Darlehens vorgesehen, das bis zu etwa 60 Prozent der Gesamtkosten abdeckt.

Fondsnebenkosten

  • Agio: 5,0 Prozent
  • Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 5,0 Prozent
  • Konzeption und Prospektierung: 2,0 Prozent
  • Strukturierung und sonstige Kosten: 1,89 Prozent
  • Gesamtweichkosten: 13,89 Prozent

Die Pangaea Life GmbH aus München, ein Tochterunternehmen der BBV Holding AG, ist mit dem Vertrieb der Anteile an der Fondsgesellschaft beauftragt.

Die KVG kann für Investitionen der Fondsgesellschaft in Vermögensgegenstände jeweils insgesamt eine Transaktionsgebühr von bis zu 3,35 Prozent des Kaufpreises bzw. Investitionsbetrages aus dem Fondsvermögen erhalten. Davon geht jeweils bis zu 0,45 Prozent an die KVG und bis zu 2,9 Prozent an die PLCP als Dienstleister des Fonds. Werden diese Vermögensgegenstände oder die hierüber mittelbar finanzierten Immobilien veräußert, erhält die KVG eine Transaktionsgebühr von 0,15 Prozent des Verkaufspreises.

Laufende Kosten pro Jahr

  • Kapitalverwaltungsgesellschaft: bis zu 0,35 Prozent
  • Komplementärin: bis zu 0,11 Prozent
  • Treuhänderin: bis zu 0,03 Prozent
  • Geschäftsführende Kommanditistin: bis zu 0,06 Prozent
  • Fondsdienstleister Pangaea Life Capital Partners AG: bis zu 2,00 Prozent
  • Verwahrstelle: bis zu 0,018 Prozent
  • Anlegerverwaltung: bis zu 0,17 Prozent

Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Bemessungsgrundlage. Als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der laufenden Vergütungen gilt der durchschnittliche Nettoinventarwert der Fondsgesellschaft im jeweiligen Geschäftsjahr. Die zu erwartende Gesamtkostenquote pro Jahr beläuft sich laut Prospekt schätzungsweise auf bis zu rund 2,84 Prozent der Bemessungsgrundlage. Die Gesamtkostenquote kann von Jahr zu Jahr deutlich schwanken.

Der Publikums-AIF investiert laut Plan über Zweckgesellschaften in Immobiliengesellschaften. Auf Ebene dieser Gesellschaften gibt es in der Regel auch laufende Kosten, beispielsweise für die  Geschäftsführung.

Laufzeit und Auszahlungen


Entwurf des 35-stöckigen Hochhausprojektes in Dallas, Texas. / Grafik: Empira AG
  • Grundlaufzeit: bis zum 30. Juni 2030
  • Gesamtauszahlung (Prospektprognose): rund 140 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
  • Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (laut Basisinformationsblatt, mittleres Szenario, IRR): 7,1 Prozent
  • Einkunftsart: konzeptionsgemäß Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafter können mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen einmalig oder in mehreren Schritten eine Laufzeitverlängerung bis längstens 30. Juni 2032 beschließen. Nach dem Laufzeitende wird der Fonds laut Prospekt aufgelöst und abgewickelt (liquidiert). Eine ordentliche Kündigung der Beteiligung an der Fondsgesellschaft ist während der Laufzeit ausgeschlossen. Die Auflösung der Fondsgesellschaft während der Laufzeit bedarf einer Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen der Gesellschafterversammlung.

Bei geschlossenen Publikumsinvestment-Kommanditgesellschaften wie der Fondsgesellschaft besteht kein geregelter Markt, der etwa mit dem Aktienmarkt vergleichbar wäre. Anteile an der Fondsgesellschaft sind daher nur bei entsprechender Nachfrage durch Dritte an diese zu veräußern, sodass sich ein Verkauf schwierig gestalten kann. Verfügungen über Kommanditanteile bedürfen laut Gesellschaftsvertrag zu ihrer Wirksamkeit der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Komplementärin, die nur aus wichtigem Grund verweigert werden darf (z.B. bei Verstoß gegen geldwäscherechtliche Vorschriften). Die Übertragung ist nur mit Wirkung zum Ende eines Geschäftsjahres zulässig. Hiervon ausgenommen sind Übertragungen zur Erfüllung von Vermächtnissen und Teilungsanordnungen.

Da die Projekte des Fonds noch nicht feststehen, sind die Auszahlungs- und Renditeprognosen in den Angebotsunterlagen mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Der Fondserfolg hängt insbesondere davon ab, ob die Immobilien erfolgreich zu den kalkulierten Konditionen entwickelt, gebaut, vermietet und verkauft werden können.

Eine Veräußerung ist nach Fertigstellung und Vermietung der unmittelbar oder mittelbar gehaltenen Immobilien geplant. Der jeweilige Exit wird laut Prospekt nach etwa vier Jahren ab Erwerb der jeweiligen Anlageobjekte angestrebt. Jedoch sei ein Verkauf auch vor der Fertigstellung und Vermietung der (noch zu entwickelnden) Immobilien oder erst zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Wenn die Anlegerinnen und Anleger Auszahlungen in Höhe ihrer Einzahlungen (100 Prozent abzüglich Haftsumme) und darüber hinaus Auszahlungen in Höhe einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 8,0 Prozent erhalten haben, stehen der KVG von allen weiteren Auszahlungen 20 Prozent als erfolgsabhängige Vergütung zu. Die KVG wird diese mögliche erfolgsabhängige Vergütung laut Prospekt an die Pangaea Life Capital Partners AG weitergeben.

Investitionskonzept

Die Fondsgesellschaft wird sich laut Prospekt unmittelbar oder mittelbar über Zweckgesellschaften als Minderheitsgesellschafterin (Co-Investor) an Immobiliengesellschaften beteiligen, die Immobilien erwerben, entwickeln, halten, verwalten, vermieten und veräußern. Es ist aber auch möglich, dass die Beteiligungsstruktur weitere Ebenen enthält. So können laut Prospekt zwischen der Fondsgesellschaft und einer Immobilie zwei US-Zweckgesellschaften und drei US-Immobiliengesellschaften liegen.

Die Tätigkeit einer Immobiliengesellschaft bezieht sich auf jeweils ein oder mehrere unbebaute bzw. mit Altbestand bebaute Grundstücke, auf denen im Schwerpunkt (noch zu entwickelnde) Wohnimmobilien gebaut, vermietet und verkauft werden sollen. Die Fondsgesellschaft kann zudem Gesellschafterdarlehen an Immobiliengesellschaften gewähren.

Eine Beimischung von Gewerbeeinheiten oder eine sonstige Mischnutzung ist zulässig, sofern die Hauptnutzungsart Wohnen ist (mindestens 60 Prozent der Mietfläche). Die Fondsgesellschaft soll nur in Immobilen investieren, deren geplantes Gesamtinvestitionsvolumen mindestens 5 Millionen US-Dollar beträgt.

Geplante Investitionen

Laut Prospekt sind bislang zwei mögliche Anlageobjekte für die planungsgemäße Investition identifiziert. Dabei handelt es sich um Immobilienprojektentwicklungen in Dallas und Miami.

Für das Projekt in Dallas in Texas hat die Objektgesellschaft eine Grundstücksfläche von rund 4.492 m² erworben. Das Entwicklungsprojekt sieht die Errichtung eines 35-geschossigen Hochhauses vor. Das Projekt soll Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen und acht exklusive Penthouse-Wohnungen umfassen. Insgesamt soll das Gebäude zudem 525 Stellplätze in einem integrierten oberirdischen Parkhaus und Gewerbeflächen im Erdgeschoss bereitstellen. Alle 370 Wohneinheiten sollen als Mietwohnungen angeboten werden. Die etwa 771 m² große Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss ist für verschiedene Einzelhandelsgeschäfte vorgesehen. Zusätzlich soll das Gebäude mit Pool, Fitnesscenter sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, Arbeitsbereich, Atelier für Kunstschaffende und einer Lounge ausgestattet werden.

Der Baubeginn ist für 2025 vorgesehen, und der Bau soll bis zum zweiten Halbjahr 2027 abgeschlossen sein. Die kalkulierten Gesamtinvestitionskosten für das Projekt in Dallas betragen den Angaben nach zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung rund 220 Millionen US-Dollar einschließlich Grundstück, Baukosten, Nebenkosten, Eventualitäten, Gebühren, Zinsreserve und Mietvorbereitung. Im Rahmen des Co-Investmentmodells würde sich laut Prospekt die Fondsgesellschaft bei einer positiven Investitionsentscheidung planungsgemäß mit rund 8,3 Millionen US-Dollar (mittelbar) an der Immobiliengesellschaft beteiligen. Abhängig vom Platzierungserfolg könne die Beteiligung des Fonds auch höher oder geringer ausfallen.

Beim zweiten Projekt, dass sich in Miami in Florida befindet, hat die Objektgesellschaft ein Grundstück mit einer Gesamtfläche von rund 2.000 m² erworben und plant die Entwicklung eines achtstöckigen Mehrfamilienhauses. Die Konzeption des Projekts umfasst 85 Wohnungen mit einem bis vier Zimmern, davon 16 mit privaten Terrassen. Im Erdgeschoss ist zudem eine gewerbliche Nutzfläche von etwa 74 m² vorgesehen. Zur Ausstattung des Gebäudes sollen eine Dachterrasse, Grillbereiche, Außenlounges sowie ein Fitnesscenter gehören. Ferner sind 106 Parkplätze vorgesehen, die sich im Erdgeschoss, im Zwischengeschoss sowie im
Untergeschoss befinden.

Mit der finalen Baugenehmigung wird laut Prospekt noch in der ersten Jahreshälfte 2025 gerechnet. Der Baubeginn ist für das erste Halbjahr 2025 vorgesehen, und der Bau soll bis zum zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestitionskosten für das Projekt in Miami betragen laut Prospekt derzeit ca. 53 Millionen US-Dollar einschließlich Grundstück, Baukosten, Nebenkosten, Eventualitäten, Gebühren, Zinsreserve und Mietvorbereitung. Im Rahmen des Co-Investmentmodells würde sich die Fondsgesellschaft bei einer positiven Investitionsentscheidung planungsgemäß mit ca. 5 Millionen US-Dollar (mittelbar) an der Immobiliengesellschaft beteiligen. Abhängig vom Platzierungserfolg könnte die Beteiligung auch höher oder geringer ausfallen.

Ökologische Wirkung

Die Fondsgesellschaft hat eine ESG-Strategie (Environmental, Social und Governance) entwickelt, die insbesondere die Merkmale „Energiebedarf und Dekarbonisierung“ und „LEED for Homes Zertifizierungsfähigkeit“ berücksichtigt.

Die LEED-Zertifizierung ist ein Zertifizierungsverfahren für nachhaltige und umweltfreundliche Gebäude. Im Rahmen des LEED-Prozesses werden Immobilien und Projektentwicklungen laut Prospekt in den folgenden ESG-relevanten Kriterien getestet: Vorliegen eines integrativen Gesamtkonzeptes, Lage und Verkehr, nachhaltige Standorte, Wassereffizienz, Energie und Atmosphäre, Materialien und Ressourcen, Umweltqualität im Innenraumbereich, Innovation und regionale Priorität.


So soll das Neubauprojekt in Miami (rechts in der Grafik) nach seiner Fertigstellung aussehen. / Illustration: Empira AG

Das Merkmal „LEED for Homes Zertifizierungsfähigkeit“ berücksichtigt die Fondsgesellschaft laut Prospekt dergestalt, dass der Dienstleister der KVG zum jeweiligen Investitionszeitpunkt nachweist, dass die Immobiliengesellschaften bzw. Objektgesellschaften für die jeweils von ihnen gehaltenen und in der Projektentwicklung befindlichen Immobilien eine Zertifizierung durch Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) anstrebt.

Des Weiteren wird die Bewertungssystematik des U.S. Green Building Council („US-GBC“) berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Investition sollen die Immobiliengesellschaften für jedes Projekt, in das die Fondsgesellschaft mittelbar investiert, auf Basis der vorliegenden Genehmigungsunterlagen mindestens 40 LEED-Punkte aus den maximal erreichbaren 110 LEED-Punkten erzielen. Für das Projekt in Dallas strebt die Immobiliengesellschaft eine LEED-Zertifizierung an, das entspricht 40 bis 49 Punkten. Für das Projekt in Miami wird laut Prospekt eine Silber-LEED-Zertifizierung (50 bis 59 Punkte) angestrebt. Darüber liegen Gold (60 bis 79 Punkte) und Platin (über 80 Punkte).

Daher handelt es sich bei der Mindestanforderung des Fonds von 40 LEED um keinen sehr hohen ökologischen Anspruch. Da das Kriterium nur für den Investitionszeitpunkt gilt, können die Gebäude nach Fertigstellung einen höheren oder niedrigeren LEED-Standard als geplant aufweisen. Das könnte beispielsweise dann der Fall sein, wenn auf bestimmte ursprünglich geplante Maßnahmen verzichtet wird, um die Baukosten zu senken. An den beiden geplanten Immobilien in Dallas und Texas fällt unter anderem auf, dass sie mehr Autostellplätze als Wohnungen beinhalten sollen. Zu berücksichtigen sind hier aber auch US-amerikanische Baustandards.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die vom Fonds unterstützten ESG- und Nachhaltigkeitsziele in den USA zunehmend nicht durchsetzbar sind. Beispielsweise haben sich die republikanisch regierten Bundesstaaten Texas und Florida gegen die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei Investitionsentscheidungen ausgesprochen. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der US-Präsident künftig Dekrete unterschreibt, die den ESG-Bereich negativ betreffen.

Da der Fonds noch keine Investitionen getätigt hat und seine voraussichtlich ersten beiden Projekte noch vor der Bauphase sind, ist die konkrete ökologische Wirkung des Fonds und seiner Investitionen noch nicht fundiert zu beurteilen.

Risiko

Der Fonds investiert in die Entwicklung und Realisierung von Immobilienprojekten. Diese Projektphasen können mit hohen Risiken einhergehen, die zu erheblichen Verzögerungen oder einem Scheitern von Projekten führen können. Bei der Entwicklung von Immobilienprojekten stellen Genehmigungsrisiken laut Prospekt einen zentralen Unsicherheitsfaktor dar. Bereits in der Planungsphase können Fehler erheblichen Mehraufwand im Vergleich zu den ursprünglichen Kalkulationen verursachen. Baukosten können steigen. Die technische Komplexität anspruchsvoller Bauprojekte kann während der Bauphase zusätzliche Probleme hervorrufen. Treten Baumängel auf, kann dies zu Verzögerungen und hohen Kosten führen, insbesondere wenn gerichtliche Gutachten zur Klärung der Sachlage erforderlich werden. Altlasten und Bodenverunreinigungen, wie sie bei einem der geplanten Fondsobjekte festgestellt wurden, können Beseitigungskosten verursachen und den Wert einer Immobilie verringern.

Es besteht das Risiko, dass neu errichtete Wohnimmobilien den vorgesehenen Vermietungsgrad nicht erreichen, was zu Leerständen und den damit verbundenen Kosten führt. Das kann laut Prospekt bei der geplanten Veräußerung der Immobilien zu einem niedrigeren Verkaufserlös führen, da die erzielbaren Mieteinnahmen ein entscheidender Faktor bei der Festlegung des Verkaufspreises sind.

Durch Naturereignisse wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Ausnahmesituationen wie Sabotage, Vandalismus oder Terrorismus kann eine Immobilie starke Wertverluste erleiden. Beispielsweise ist es möglich, dass durch den Klimawandel die Anzahl und Stärke von Hurrikans zunehmen, die eine Küstenstadt wie Miami treffen. Es ist möglich, dass bei häufigeren Schadensfällen Versicherungen künftig keinen Versicherungsschutz mehr anbieten oder nur zu Beiträgen, die für ein Immobilienprojekt nicht wirtschaftlich sind.

Als Minderheitsgesellschafter sind die Mitspracherechte und Einflussnahmemöglichkeiten der Fondsgesellschaft auf Ebene der Immobiliengesellschaften begrenzt. Aufgrund der mehrstöckigen Strukturen mit mehreren zwischengeschalteten (ausländischen) Beteiligungsebenen kann sich die Transparenz aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger des Fonds als verringert erweisen. Da es zwischen verschiedenen Projekt- und Vertragspartnern Verflechtungen gibt, besteht ein Potenzial für Interessenskonflikte, die zu Ungunsten des Fonds gelöst werden könnten.

Für Anlegerinnen und Anleger des Fonds besteht ein Währungsrisiko, da ihre Kapitaleinzahlungen sowie spätere Auszahlungen und Kapitalrückflüsse in US-Dollar erfolgen. Das wirtschaftliche Ergebnis der Anlegerinnen und Anleger in Euro ist somit auch abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt und Wechselkurs sie Euro in US-Dollar (und umgekehrt) tauschen. Eine fundierte Prognose über die künftige Entwicklung des Wechselkurses ist kaum möglich. Beispielsweise hat infolge der Maßnahmen und Aussagen von US-Präsident Trump der Euro im März und April diesen Jahres deutlich an Wert gegenüber dem US-Dollar gewonnen. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der US-Präsident künftig Dekrete unterschreibt, die den Fonds und seine Investments in den USA stark negativ betreffen.

Der Fonds hat derzeit noch keine Investitionen getätigt. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den (mittelbaren) Verkauf der künftigen Immobilienprojekte erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das könnte beispielsweise der Fall sein, falls sich die wirtschaftliche Situation und der Immobilienmarkt in den USA während und gegen Ende der Fondslaufzeit negativ entwickeln. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.

Stärken

  • Erfahrene Empira-Gruppe
  • Breite Streuung der Investitionen über mehrere Immobilienprojekte geplant
  • Zwei konkrete Projekte bereits in Aussicht

Schwächen

  • Umfangreiche Entwicklungs- und Baurisiken
  • Investitionen sind noch nicht getätigt
  • Komplexe Beteiligungsstruktur

Chancen

  • Verkaufserlös für Immobilien-Projekte höher als geplant
  • Höhere Mieteinnahmen als kalkuliert
  • Wechselkursentwicklung

Risiken

  • Verkaufserlös für Immobilien-Projekte geringer als geplant
  • Geringere Mieteinnahmen als erwartet
  • Wechselkursentwicklung


Fazit:

Finanziell

Der Fonds plant, mittelbar in große Wohnimmobilien-Projekte im Süden der USA zu investieren. Es ist vorgesehen, dass der Fonds zusammen mit einem institutionellen Mehrheitsinvestor Entwicklungs- und Bauphasen der Projekte finanziert. Die Empira Group, wichtiger Projektpartner des Fonds, hat umfangreiche Erfahrungen als Investmentmanager für Immobilien, ist in den USA aber erst seit 2021 über eine Tochter als Projektentwickler aktiv. Der Fonds hat noch keine Investitionen getätigt. Im Prospekt werden zwei mögliche Projekte vorgestellt, in die der Fonds planmäßig zusammen 13,3 Millionen US-Dollar investieren könnte. Das Investitionskonzept sieht vor, dass die Immobilien  nach ihrer jeweiligen Fertigstellung und Vermietung verkauft werden. Ein Fondserfolg ist voraussichtlich insbesondere abhängig davon, wie weit die Entwicklungs- und Bauphasen vom Plan abweichen und wie sich der Markt in den USA entwickelt. Hinsichtlich des Fondsergebnisses sind Szenarien denkbar, die sehr weit auseinanderliegen. Laut Basisinformationsblatt ergibt sich im mittleren Szenario eine Renditeprognose vor Steuern (IRR) von 7,1 Prozent pro Jahr.

Nachhaltigkeit

Der Fonds hat eine Nachhaltigkeitsstrategie und setzt auf Immobilienprojekte, die die Anforderungen für eine Zertifizierung gemäß dem nachhaltigen Gebäudestandard LEED erfüllen. Inwieweit die Projekte letztlich den LEED-Mindeststandard übertreffen werden, ist unsicher, da die Projekte noch nicht bekannt und/oder noch nicht errichtet sind. Insofern steht noch nicht fest, ob die Projekte des Fonds eher hellgrün, mittelgrün oder dunkelgrün sein werden.

ECOreporter-Empfehlung

Das Fondsangebot birgt Chancen, aber auch erhebliche Risiken. Neben den marktüblichen Risiken von Immobilien-Projektentwicklungen sind insbesondere die unsicheren künftigen Rahmenbedingungen in den USA zu nennen. Unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit ist das Investitionskonzept besser als der Markt-Standard.


Basisdaten

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG): Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg

Fondsgesellschaft (Publikums-AIF): Pangaea Life Institutional Co-Invest US Residential GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg

Geschäftsführende Kommanditistin: HI Finance 1 Immobilien Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg

Komplementärin: PLCP Co-Invest GmbH, München

Treuhänderin: PVT Trust GmbH, Bremen

Verwahrstelle: Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Frankfurt am Main

Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Gesamtfinanzierungsvolumen: 31,5 Millionen US-Dollar

Eigenkapitalvolumen (ohne Agio, Plan): 30,0 Millionen US-Dollar

Mindestzeichnungssumme: 10.000 US-Dollar

Agio: bis zu 5,0 Prozent

Grundlaufzeit: bis zum 30. Juni 2030

Vertriebszulassung: BaFin

Sensitivitätsanalyse: Nein

Haftsumme: 0,01 Euro pro Eigenkapitaleinlage von 1,00 US-Dollar

Verwandte Artikel

20.04.26
 >
15.04.25
 >
28.04.26
 >
04.03.25
 >
20.02.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x