Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Erneuerbare Energie, Meldungen
Ausschreibung für Solaranlagen massiv überzeichnet
Bei der Juli-Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind 516 Gebote mit einem Volumen von zusammen 4.653 Megawatt (MW) eingegangen. Aufgrund des begrenzten Ausschreibungsvolumens konnte die Bundesnetzagentur aber nur 124 Gebote mit einem Umfang von 1.673 MW bezuschlagen. Fast 30 Zuschläge gingen an eine Unternehmensgruppe aus Bayern.
Für die Ausschreibungen mit der Bezeichnung „Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen und für Solaranlagen, die auf, an oder in baulichen Anlagen errichtet werden, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind (Solaranlagen des ersten Segments)“ hatte die Bundesnetzagentur in diesem Jahr den Gebots-Höchstwert auf 7,37 Cent/kWh angehoben.
Durch den intensiven Wettbewerb um die Zuschläge wurde der Höchstwert aber deutlich unterschritten: Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 5,39
Cent/kWh und 6,65 Cent/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert liegt in dieser Ausschreibungsrunde bei 6,47 Cent/kWh und damit deutlich unter dem der Vorrunde (7,03 Cent/kWh).
Bayern dominiert
Regional betrachtet entfällt das weitaus größte bezuschlagte Volumen auf Gebote mit Standorten in Bayern (741 MW, 65 Zuschläge), gefolgt von Niedersachsen (169 MW, sechs Zuschläge) und Mecklenburg-Vorpommern (147 MW, neun Zuschläge).
Aufgeteilt nach Kategorien, wurden die meisten Zuschläge an Projekte auf Acker- oder Grünlandflächen erteilt, insgesamt waren das 63 Zuschläge mit 907 MW. Auf die Kategorie mit dem insgesamt zweithöchsten Zuschlagsvolumen - Randstreifen an Autobahnen oder Schienenwegen – entfielen in dieser Ausschreibungsrunde 50 Zuschläge mit 681 MW.
Warum sind Solaranlagen in Bayern und auf Ackerflächen im Vorteil?
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
"Die hohe Zuschlagsquote für Gebote auf Ackerflächen in Bayern verdeutlicht die ungleiche Wettbewerbsfähigkeit von Solarflächen", sagte Jochen Homann, damaliger Präsident der Bundesnetzagentur, bereits im Februar 2019. Welche Gründe gibt es dafür? Hier ist zwischen den Wettbewerbsvorteilen "Ackerfläche“ und "Bayern“ zu unterscheiden. Für Bayern spricht die Sonneneinstrahlung, die in Süddeutschland höher ist als in anderen Regionen Deutschlands. Zudem ist Bayern flächenmäßig das mit Abstand größte Bundesland. Damit hat es wahrscheinlich auch die meisten Flächen, die für Solarparks geeignet sind.
Acker- und Grünlandflächen haben zudem gegenüber anderen Flächen (Konversionsflächen, Randflächen an Autobahnen und Bahntrassen) in der Regel Vorteile. Dazu können abhängig vom Einzelfall zählen: Baugrund ist bei Ackerflächen unproblematischer als bei Rand- oder Konversionsflächen (Bodenversiegelung, Altlasten), Grundstückszuschnitte sind bei Randflächen ungünstiger. Dadurch ist es möglich, dass für Solarparks auf Ackerflächen niedrigere Zuschlagswerte wirtschaftlich auskömmlich sind.
Viele Zuschläge an Anumar
Den Namen der Bieter (überwiegend Projektgesellschaften) in der Bundesnetzagentur-Zuschlägeliste nach zu urteilen, gingen 28 Zuschläge mit einer Gebotsmenge von zusammen rund 260 MW an die Ingolstädter Unternehmensgruppe Anumar. Bei 27 dieser Zuschläge ist der angegebene Standort der Solaranlage in Bayern.
Gemäß den Angaben im Lagebericht der Anumar GmbH zum Geschäftsjahr 2021 projektiert, plant und errichtet das Unternehmen vorwiegend in Deutschland als Generalunternehmer Solarkraftwerke auf Freiflächen und Dächern. Die Solarkraftwerke werden den Angaben nach überwiegend von Projektgesellschaften, die Teil der Anumar-Gruppe sind, erworben und langfristig betrieben.
Markus Brosch, Geschäftsführer der Anumar GmbH, erläutert auf der Unternehmens-Internetseite: „Unser Portfolio umfasst unter anderem das größte Solarkraftwerk Süddeutschlands, den Solarpark Schornhof. Inzwischen ist Anumar in ganz Deutschland und seit 2015 auch in Chile tätig.“
Die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des ersten Segments ist für den 1. Dezember 2023 terminiert.
Verwandte Artikel
04.05.26
>