Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Bericht: Nvidia und TSMC möchten KI-Chips in den USA fertigen
Der US-Chipentwickler Nvidia will sein modernstes Halbleitermodell für Künstliche Intelligenz (KI) offenbar in einer künftigen US-Fabrik des taiwanesischen Auftragsfertigers TSMC herstellen lassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Alle Produktionsschritte könnten aber wohl nicht in den Vereinigten Staaten stattfinden.
Dem Bericht zufolge verhandeln Nvidia und TSMC aktuell darüber, Nividias KI-Chip Blackwell künftig in der neuen Fabrik des Auftragsfertigers im US-Bundesstaat Arizona herzustellen. Aktuell wird der Blackwell ausschließlich in Taiwan produziert. Er ist laut Nvidia der aktuell modernste KI-Chip am Markt und dem Konzern zufolge stark nachgefragt.
Packaging weiter in Taiwan
Laut Reuters könnten allerdings nicht alle Herstellungsschritte in den USA stattfinden. Für das sogenannte Packaging, also das Einpassen in ein Gehäuse, müssten die Chips demnach zurück nach Taiwan transportiert werden. Im Werk in Arizona würden die entsprechenden Kapazitäten fehlen.
Eine aktuelle Einschätzung der Aktien von Nvidia und TSMC finden Sie im Premium-Bereich. Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick In Künstliche Intelligenz investieren: die nachhaltigsten KI-Aktien und das umfangreiche Dossier Zwischen KI-Boom und PC-Flaute: Bei diesen nachhaltigen Chip-Aktien kann sich der Einstieg lohnen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Nvidia könnte mit einem Blackwell-Deal ein Großkunde für das US-Werk von TSMC werden. Laut Reuters sollen auch der Nvidia-Konkurrent AMD und der Technologiekonzern Apple Interesse haben, in dem Werk fertigen zu lassen.
Die Nvidia-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,2 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 133,26 Euro (Stand: 9.12.2024, 11:51 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 207,3 Prozent an Wert gewonnen.
Nvidia hat in den letzten Jahren enorm vom KI-Boom profitiert, der Aktienkurs ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 2.700 Prozent gestiegen. Für den Konzern wird es allerdings immer schwieriger, die teils extrem überzogenen Erwartungen des Finanzmarktes zu erfüllen. Nach dem letzten Quartal sank der Nvidia-Kurs trotz Milliardengewinn und Rekordzahlen, weil der Konzern die Prognosen nicht deutlich genug übertreffen konnte.
Selbst die enormen Gewinnsteigerungen des Unternehmens können zudem nicht mit dem Börsenkurs mithalten: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 liegt bei sehr hohen 123. Gleichzeitig gibt es beträchtliche Risiken für Kursrücksetzer, die Konkurrenz bei leistungsstarken KI-Chips wächst und der Handelskrieg zwischen den USA und China könnte sich mittelfristig stärker auf das Geschäft auswirken. China bleibt für Nvidia trotz Handelsbeschränkungen ein wichtiger Absatzmarkt. Und die Volksrepublik kann auch noch aus anderen Gründen für Nvidia gefährlich werden – der Konzern ist stark von TSMC abhängig.
Die TSMC-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 1,3 Prozent im Minus zum Freitag bei 189,80 Euro (9.12.2024, 11:54 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 1,7 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 103,4 Prozent zugelegt.
Auch TSMC hat als weltweit wichtigster Auftragsfertiger enorm von den Geschäften mit KI-Chips profitiert, in den letzten fünf Jahren hat sich der Wert der Aktie fast vervierfacht. Das Unternehmen erzielt Rekordgewinne und übertrifft regelmäßig die bereits hohen Markterwartungen. TSMC verfügt aktuell über die modernsten Fertigungstechnologien, diese werden auch über den KI-Hype hinaus langfristig gefragt sein.
China ist für beide Aktien ein Risiko
Das größte Risiko für TSMC ist China. Der Konzern produziert den Großteil seiner Halbleiter in Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Die USA befürchten, dass das Regime der Volksrepublik versuchen wird, Taiwan in den nächsten Jahren zu annektieren. Das könnte den Stillstand der TSMC-Produktion bedeuten, auch weil ASML, der weltweit wichtigste Hersteller von Maschinen für die Chipfertigung, seine Anlagen bei TSMC wohl aus der Ferne abschalten kann. Das wäre auch für Nvidia ein enormes Problem.
Aktuell gibt TSMC viele Milliarden Dollar aus, um neue Standorte etwa in den USA, Japan und Deutschland zu errichten. Möglicherweise ausfallende Kapazitäten in der taiwanesischen Produktion wird der Konzern mit ausländischen Fabriken aber kaum auffangen können, zumal es Jahre dauert, diese zu bauen.
Bei der Nvidia-Aktie rät ECOreporter aufgrund der Überbewertung und der Risiken für Rücksetzer vom Einstieg ab. Die TSMC-Aktie kann nach Einschätzung der Redaktion weiterhin ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger sein. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 ist mit 29 vertretbar, für 2025 fällt es mit 23 noch etwas moderater aus. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich. Nvidia hingegen schüttet keine Gewinne aus.
Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800
(Aktuelle Kursdaten zu den Aktien erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)
Verwandte Artikel
09.03.26
>