Überhitzungsprobleme bei Nvidias KI-Chip Blackwell machen wohl Designänderungen an Serverschränken notwendig. / Foto: Nvidia

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Nvidia: Angeblich Überhitzungsprobleme beim KI-Chip Blackwell

Der US-Chipentwickler Nvidia soll bei seinen modernsten Chips für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) ein Überhitzungsproblem haben. Das berichtet das US-Branchenportal "The Information" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, Nachrichtenagenturen wie Reuters und Bloomberg griffen den Bericht auf.

Die Probleme bei dem Chip mit dem Markennamen Blackwell treten demnach bei bestimmten Serverschränken – sogenannten Racks – auf. Betroffen sind demnach Racks, in denen 72 Blackwell-Chips zusammengeschaltet werden. Nvidia soll daher laut "The Information" Kunden gebeten haben, das Design der Serverschränke zu ändern.

Schwierigkeiten in der Blackwell-Produktion behoben

Unklar ist dem Bericht zufolge der aktuelle Stand der Probleme. Diese seien schon vor Monaten erkannt worden. Bereits im Zuge der Entwicklung von Blackwell hatte Nvidia mit Partnern an der Entwicklung neuer Racks gearbeitet. Der US-Computerhersteller Dell ließ sich dabei ein neues Kühlsystem für Server patentieren.

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Blackwell soll Nvidias Vormachtstellung auf dem KI-Markt sichern. Zwischenzeitlich hatten Nvidia und der taiwanische Chip-Auftragsfertiger TSMC allerdings wegen eines Designfehlers mit Produktionsproblemen bei dem Chip zu kämpfen. Diese sind inzwischen behoben, wie Nvidia Ende Oktober mitteilte. Auch hier hatte "The Information" zuerst über die Schwierigkeiten berichtet.

In einer Stellungnahme zu den Überhitzungsproblemen erklärte Nvidia  gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nun, alle Blackwell-Auslieferungen würden im Plan liegen und "wie erwartet" laufen. Nvidia arbeite zusammen mit seinen Partnern an Lösungen, hieß es weiter.

An der US-Heimatbörse Nasdaq schloss die Nvidia-Aktie am Freitag rund 3 Prozent im Minus. Im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 0,8 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 135,32 Euro (Stand: 18.11.2024, 10:02 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 7,2 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sich der Kurs mit einem Plus von 194 Prozent fast verdreifacht.

Aktie bleibt überhitzt

Dank der Kursgewinne im Zuge des KI-Booms ist Nvidia knapp hinter Apple das wertvollste Unternehmen der Welt, zeitweise hatte Nvidia Apple auch schon überholt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 119 allerdings sehr hoch.

Gleichzeitig steigen die Risiken für Kursrücksetzer. Mittlerweile gibt es erste Zweifel, wie viel Geld sich mit KI tatsächlich verdienen lässt. Anfang September 2024 verlor die Nvidia-Aktie plötzlich an einem einzigen Tag rund 10 Prozent – das waren ungefähr 300 Milliarden US-Dollar Börsenwert. Auch die unklare Situation beim Blackwell-Chip könnte den Kurs belasten.

In den USA und Frankreich gibt es wegen Nividias Marktmacht inzwischen Kartellermittlungen, bislang ohne konkrete Ergebnisse. Zudem steigt der Konkurrenzdruck durch andere Chipentwickler. Das größte Risiko für Nvidia liegt aber in der Abhängigkeit vom TSMC-Konzern, der Nividias Chips produziert. Falls China wie angedroht in Taiwan einmarschiert, kann die Lieferkette reißen.

Damit die Nvidia-Aktie für einen Neueinstieg wieder interessant wird, müsste es zunächst zu deutlichen Kursrücksetzern kommen. Anlegerinnen und Anleger, die bereits investiert sind, können Gewinne sichern und einen Teil ihrer Aktien verkaufen.

Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422

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