Das Geschäft mit Schienenfahrzeugen boomt bei Knorr-Bremse. / Foto: Alstom

  Nachhaltige Aktien

Bremsenhersteller Knorr-Bremse streicht wohl hunderte Stellen

Der Münchner Bremsenhersteller Knorr-Bremse will einem Medienbericht zufolge in großem Stil Arbeitsplätze abbauen. Im ersten Halbjahr 2025 hatte der Konzern sich in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet – auch wenn die Prognose wegen Wechselkurseffekten gesenkt wurde.

Knorr-Bremse plant demnach die Streichung von mindestens 700 Jobs, rund 13 Prozent der deutschen Belegschaft. Das berichtet der "Münchner Merkur" unter Berufung auf eine auf der Betriebsversammlung gehaltene interne Präsentation des Unternehmens.

Zuggeschäft wächst zweistellig

Seit Juli werden Mitarbeitende demnach gezielt von der Unternehmensführung darauf angesprochen, in Altersteilzeit zu gehen oder Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Die Maßnahme soll Teil des Sparprogramms "Boost 2026" sein und nicht in Verbindung mit der US-Zollpolitik stehen.

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Im ersten Halbjahr blieb der Umsatz zum Vorjahr quasi stabil bei 4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank leicht von 313 Millionen auf 294 Millionen Euro. Allerdings blieben dem Unternehmen im Branchenbereich damit größere Einbrüche erspart. Zwar litt das Geschäft mit Lkw-Bremsen. Bei den Eisenbahnbremsen erzielte Knorr-Bremse hingegen ein Umsatzplus von fast zehn Prozent.

Der Auftragseingang legte im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Der Auftragsbestand wuchs um 7 Prozent und lag Ende Juni mit 7,3 Milliarden Euro fast auf Rekordniveau.

Die Umsatzerwartung korrigierte Knorr-Bremse nach unten: Demnach erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz zwischen 7,8 bis 8,1 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern Erlöse von 8,1 bis 8,4 Milliarden Euro erwartet. Die Anpassung erfolgt ausschließlich aufgrund von Wechselkurseffekten, wie Knorr-Bremse betont.

Die Marge für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) soll unverändert bei 12,5 bis 13,5 Prozent liegen. Im ersten Halbjahr war diese im Vergleich zum Vorjahr von 12,3 auf 12,6 Prozent gestiegen.

Anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen prägten auch das erste Halbjahr 2025 und führten zu Marktunsicherheiten in allen Regionen weltweit, wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärte. Dennoch steuere Knorr-Bremse "erfolgreich durch unruhige Zeiten", so Konzernchef Marc Llistosella.

Aktie steigt, Unsicherheiten bleiben

Die Aktie von Knorr-Bremse ist im Xetra-Handel aktuell 0,4 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 91,90 Euro (Stand: 11.8.2025, 11:50 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 10,1 Prozent zu, im Jahresvergleich gewann sie 29,8 Prozent an Wert.

Zwischen Anfang 2021 und Herbst 2022 hatte die Aktie stark an Wert eingebüßt, seitdem geht es für den Kurs trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer wieder aufwärts. In den letzten drei Jahren stieg der Kurs um knapp 50 Prozent. Vor allem die starke Auftragsentwicklung hat der Aktie Rückenwind verschafft, die immer noch laufende Umstrukturierung und die US-Handelspolitik schaffen aber Unsicherheiten.

Für zusätzliche Risiken sorgt das für den Konzern wichtige China-Geschäft. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 von 21 eher hoch bewertet. Das Papier bleibt nach Einschätzung von ECOreporter nur eine Option für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem. Der Stellenabbau kann zudem kritisch gesehen werden.

Knorr-Bremse AG: ISIN DE000KBX1006 / WKN KBX100

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