Knorr-Bremse hat zum Jahresstart mehr Aufträge erhalten als erwartet. / Foto: Knorr-Bremse

  Nachhaltige Aktien

Knorr-Bremse: Weniger Gewinn, mehr Aufträge

Der Münchner Bremsenhersteller Knorr-Bremse hat im ersten Quartal 2025 weniger Geld verdient und blieb auch hinter den Markterwartungen zurück. Die Auftragslage entwickelte sich dagegen unerwartet positiv.

Der Umsatz belief sich zwischen Januar und März auf 1,96 Milliarden Euro und stagnierte damit etwa auf Vorjahresniveau. Das war zwar im Wesentlichen erwartet worden – Analysten hatten aber mit etwas höheren Erlösen von 1,97 Milliarden Euro gerechnet, wie das Unternehmen selbst einräumte.

Kosten für die Restrukturierung belasten

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei rund 236 Millionen Euro, ein Rückgang von knapp 1 Prozent zum Vorjahr und ebenfalls weniger als am Markt geschätzt. Der Nettogewinn sank um 10 Prozent auf 143 Millionen Euro und verfehlte damit auch die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 152 Millionen Euro.

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Als Grund für das schlechtere Ergebnis nannte Knorr-Bremse die Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens. Die Rückstellungen fielen höher aus als erwartet, und von den für das Gesamtjahr geplanten Kosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro fielen im ersten Quartal bereits 23 Millionen Euro an.

Der Konzern hatte zuletzt eine Reihe von Sparten veräußert, die nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt werden. In den kommenden Monaten sollen weitere Verkäufe folgen – Details nannte das Management bislang nicht.

Die Auftragslage entwickelte sich hingegen stärker als angenommen. Das Unternehmen verbuchte im ersten Jahresviertel Bestellungen im Umfang von knapp 2,4 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Auftragseingang bei 2,1 Milliarden Euro gelegen, Analysten waren erneut von diesem Niveau ausgegangen.

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet Knorr-Bremse einen Umsatz zwischen 8,1 und 8,4 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Marge soll bei 12,5 bis 13,5 Prozent liegen. Im ersten Quartal betrug sie 12,1 Prozent.

Aktie für risikoaffine Investoren

Die Knorr-Bremse-Aktie gewann nach Präsentation der neuen Zahlen rund 2 Prozent an Wert, am Mittwochnachmittag notierte sie 0,3 Prozent im Plus bei einem Preis von 87,35 Euro (Stand: 30.4.2025, 14:54 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 5,6 Prozent im Plus, auf Jahressicht gewann sie 25,6 Prozent.

Zwischen Anfang 2021 und Herbst 2022 hatte die Aktie stark an Wert eingebüßt, seitdem geht es für den Kurs wieder aufwärts – zwar mit einigen Schwankungen, aber bislang stetig. Zuletzt hat vor allem die starke Auftragsentwicklung der Aktie Rückenwind verschafft, die immer noch laufende Umstrukturierung schafft aber Unsicherheiten. Im März hatte Knorr-Bremse eine deutliche Erhöhung der Dividende angekündigt, die an der Börse allerdings eher schlecht aufgenommen wurde.

Für zusätzliche Risiken sorgt das für den Konzern wichtige China-Geschäft. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 von 21 eher hoch bewertet. Das Papier bleibt nach Einschätzung von ECOreporter nur eine Option für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem.

Knorr-Bremse AG: ISIN DE000KBX1006 / WKN KBX100

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