BYD soll ein Werk in Mexiko planen. Das könnte auch für den US-Markt interessant sein. / Foto: imago images, AAP

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BYD plant angeblich Fabrik in Mexiko – US-Markt im Visier?

Der chinesische Elektroautobauer BYD erwägt offenbar den Bau einer Fabrik in Mexiko. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" unter Verweis auf ein Interview und auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zhou Zou, der Regional-Manager von BYD Mexico, hatte in einem "Nikkei"-Interview erklärt, dass eine Produktion in Übersee für eine internationale Marke unerlässlich sei. Mexiko sei ein Schlüsselmarkt für BYD mit großem Potenzial.

Mexiko ist oft Drehscheibe für den US-Markt

Nach Recherchen von "Nikkei" hat der Autokonzern bereits eine Machbarkeitsstudie für ein mexikanisches Werk in Auftrag gegeben und führt derzeit Gespräche mit Regierungsvertretern über den genauen Standort und die Bedingungen für das Werk. Interessant wäre dieser Schritt besonders mit Blick auf den Absatzmarkt USA.

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Mexiko wird von Autoherstellern oft als Fertigungsstandort und Drehscheibe für den US-Markt genutzt, da die Konzerne von den geringen Exportkosten in die Vereinigten Staaten und den relativ niedrigen Löhnen profitieren. Der größte BYD-Konkurrent Tesla hat bereits im Februar 2023 eine Fabrik in Mexiko angekündigt, die sogenannte Gigafactory 6, die bereits 2026 die Produktion aufnehmen soll.

Ob BYD die in Mexiko gebauten Fahrzeuge tatsächlich auch in den USA absetzen will, ließ Zou offen. Aktuell scheint ein Start auf dem US-Markt für BYD aufgrund des Handelskriegs zwischen China und den Vereinigten Staaten wenig wahrscheinlich.

BYD hatte im vierten Quartal 2023 Tesla als größten Hersteller reiner Elektroautos überholt. Im Januar hat Tesla wieder die Führung übernommen. Beide Konzerne kurbeln den Absatz allerdings mit umfangreichen Rabatten an, die den Gewinn schmälern.

Die BYD-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 22,10 Euro (Stand: 14.2.2024, 11:07 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 3,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 22,6 Prozent an Wert eingebüßt.

Trotz Absatzrekord im Vorjahr und wachsender Marktanteile ist die BYD-Aktie an der Börse seit Monaten unter Druck. Ein Grund ist, dass der Konzern zwar mittlerweile der absatzstärkste Autobauer Chinas ist, sich aber schwer tut, in anderen Märkten Fuß zu fassen. Neue Werke wie möglicherweise in Mexiko sollen das ändern, erfordern aber auch hohe Investitionen, die neben den Verkaufsrabatten den Gewinn belasten.

Bei der BYD-Aktie sollten Anlegerinnen und Anleger zudem die politischen Risiken nicht aus den Augen verlieren: Wie alle chinesischen Unternehmen ist BYD abhängig von Entscheidungen der chinesischen Regierung und dürfte wegen des Handelskriegs zwischen China und den USA und des schwelenden Taiwan-Konflikts auch weiterhin Schwierigkeiten haben, in der westlichen Welt zu expandieren. Die BYD-Aktie ist nach Einschätzung von ECOreporter kein Investment für defensive Anlegerinnen und Anleger.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test

BYD Company Limited: ISIN CNE100000296 / WKN A0M4W9

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