Canadian Solar baut Solarmodule und Stromspeicher und errichtet eigene Grünstromparks. Ein Problem sind derzeit die niedrigen Margen. / Foto: Canadian Solar

  Nachhaltige Aktien

Canadian Solar: Umsatz bricht ein, Aktie verliert 9 %

Canadian Solar leidet unter dem Preisverfall bei Solarmodulen. Obwohl der kanadisch-chinesische Konzern in den letzten Monaten mehr Module verkaufte, nahm er deutlich weniger Geld ein. Für die Aktie geht es wieder abwärts.

Im ersten Quartal 2024 setzte Canadian Solar Module mit einer Leistungskapazität von 6,3 Gigawatt ab – ein Plus von 4 Prozent zum Vorjahresquartal. Der Umsatz sank hingegen um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar, weil die Preise für Solarmodule stark gefallen sind.

Da auch die Produktionskosten für Module zurückgegangen sind und Canadian Solar in seinem zweiten Geschäftsfeld, dem Verkauf von großen Stromspeichern, solide Margen erzielt, blieb im letzten Quartal unter dem Strich ein Nettogewinn von 12 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2023 verbuchte der Konzern noch einen Verlust von 1 Million Dollar. Im ersten Quartal 2023 hatte der Nettogewinn hingegen bei 84 Millionen Dollar gelegen.

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Die Nettoverschuldung stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres von 3,6 auf 4,3 Milliarden Dollar, unter anderem wegen neuer Projektfinanzierungen. Canadian Solar fertigt nicht nur Solartechnik, sondern baut auch selbst Solar- und Speicherparks. Ende März verfügte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über eine Projektpipeline von 26,3 Gigawatt.

Management senkt die Prognose

Aufgrund der niedrigen Modulpreise geht Canadian Solar jetzt für das Gesamtjahr 2024 nur noch von 7,3 bis 8,3 Milliarden Dollar Umsatz aus. Bislang lag die Prognose bei 8,5 bis 9,5 Milliarden Dollar.

Marktbeobachter hatten mit besseren Zahlen gerechnet. Am Freitag büßte die Canadian Solar-Aktie 9 Prozent an Wert ein, heute liegt sie im Tradegate-Handel weitere 0,7 Prozent im Minus. Aktuell steht der Kurs bei 14,48 Euro (13.5.2024, 8:04 Uhr).

Seit Ende April hatte sich die Aktie etwas von den hohen Verlusten der Vormonate erholt. Im Jahresvergleich hat das stark schwankende Papier 56 Prozent abgegeben, auf fünf Jahre gesehen notiert es 14 Prozent im Minus.

Margenprobleme dürften Canadian Solar auch in den nächsten Quartalen begleiten. Hinzu kommen politische Risiken: Canadian Solar sitzt zwar in Kanada, lässt aber fast ausschließlich in China produzieren. Die dortige Tochter CSI Solar ist an der Börse in Shanghai notiert. Wenn sich die Spannungen zwischen China und den USA noch weiter verschärfen sollten, könnte die Produktion zum Problem werden. Mit US-Werken will der Konzern gegensteuern und auch von Subventionen in den Vereinigten Staaten profitieren. Die erste US-Modulfabrik hat Ende 2023 ihren Betrieb aufgenommen, Canadian Solar verzeichnet nach eigenen Angaben eine starke Nachfrage nach seinen in den USA hergestellten Produkten. Doch die Abhängigkeit von China bleibt vorerst hoch.

Der Börsengang von CSI Solar hat zudem die Werthaltigkeit der Canadian Solar-Aktie geschmälert, da die Tochter zuletzt stark zu den Konzerngewinnen beitrug. Canadian Solar besitzt nun nur noch knapp zwei Drittel der CSI Solar-Anteile.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 von 6 ist die Canadian Solar-Aktie derzeit niedrig bewertet. Doch die Risiken bleiben hoch. Interessierte Anlegerinnen und Anleger müssen hier einen langen Atem und gute Nerven mitbringen. Defensive Investoren sollten eher auf Abstand bleiben.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick Die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.

Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY

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