SAP-Zentrale in Walldorf. Der Konzern ist von einem ehemaligen Partner verklagt worden. / Foto: SAP

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Celonis verklagt SAP in Kalifornien

Die deutschen Softwarehäuser SAP und Celonis werden sich vor einem Gericht in San Francisco gegenüberstehen, nachdem das Start-up aus München den größten deutschen IT-Konzern verklagt hat. Der Vorwurf: SAP soll gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben.

Celonis wirft SAP vor, unverhältnismäßig hohe Gebühren zu verlangen, wenn Programme anderer Entwickler auf SAP-Systeme zugreifen. Damit heble der Walldorfer Konzern den freien Wettbewerb aus. Konkret geht es um das SAP-Programm Signavio, das wegen der Gebühren einen Marktvorteil gegenüber einem vergleichbaren Celonis-Produkt habe. Celonis hat deshalb in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen SAP beantragt und eine Schadenersatzklage in nicht bezifferter Höhe eingereicht.

Celonis ist von SAP abhängig

Fragen des „Handelsblatts“ und der Agentur Reuters zu der Klage, etwa zum ungewöhnlichen Gerichtsstand in den USA, beantwortete Celonis zunächst nicht. SAP erklärte, die Klage zu prüfen.

Celonis ist derzeit mit einem geschätzten Wert von mindestens 13 Milliarden Euro das wertvollste deutsche Start-up. Das Unternehmen bietet eine IT-Plattform an, mit der Firmen interne Daten zu einem digitalen Organisationsmodell zusammenfügen und Geschäftsprozesse optimieren können. Da viele dieser internen Daten in SAP-Systemen liegen, ist Celonis darauf angewiesen, auf diese Systeme zugreifen zu können. Celonis war jahrelang ein Partner von SAP, bevor die Walldorfer 2021 den Konkurrenten Signavio kauften.

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Die SAP-Aktie reagiert bislang nicht negativ auf die Klage. Auf Wochensicht ist der Kurs knapp 4 Prozent im Plus, aktuell steht er im Tradegate-Handel nahezu unverändert zum Montag bei 249,30 Euro (18.3.2025, 9:28 Uhr).

Welche Auswirkungen die Klage in den USA auf die Produktstrategie von SAP haben könnte, lässt sich noch nicht abschätzen. ECOreporter sieht den Konzern aber grundsätzlich weiterhin gut aufgestellt. SAP profitiert von seiner strategischen Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft, weitet auch sein KI-Angebot stetig aus und erzielt hohe Gewinne (ECOreporter berichtete unter anderem hier). Die Dividende soll in diesem Jahr um 7 Prozent angehoben werden.

Der Börsenkurs ist seit Herbst 2022 stark gestiegen: Im Jahresvergleich notiert er 44 Prozent im Plus, auf drei Jahre gesehen hat er knapp 140 Prozent zugelegt.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie ist mit 42 für 2025 und 35 für 2026 allerdings hoch. An einem Einstieg interessierte Anlegerinnen und Anleger sollten derzeit eher auf Rücksetzer warten. In der Aktie steckt viel Hoffnung in Bezug auf KI-Geschäfte – wenn die Euphorie in dem Sektor nachlässt, kann das auch die SAP-Aktie treffen.

Wer das Papier im Depot hat, sollte es weiter halten und allenfalls kleine Positionen verkaufen. Die langfristigen Aussichten von SAP bleiben nach Einschätzung der Redaktion weiterhin gut.

SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige.

SAP SE:   ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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