Chinas Kartellbehörden nehmen im Handelskrieg mit den USA Nvidia ins Visier. / Foto: Nvidia

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China leitet Kartellermittlungen gegen Nvidia ein

Die chinesische Wettbewerbsaufsicht SAMR hat Ermittlungen gegen den US-Chipentwickler Nvidia eingeleitet. Die Behörde sieht eigenen Angaben zufolge Hinweise, dass das Unternehmen gegen Anti-Monopol-Gesetze verstößt. Der Schritt könnte auch eine Vergeltungsmaßnahme wegen der US-Handelsbeschränkungen sein.

Konkret steht Nvidia laut SAMR im Verdacht, chinesische Auflagen im Zusammenhang mit der Übernahme des israelisch-amerikanischen Unternehmens Mellanox Technologies im Jahr 2020 nicht erfüllt zu haben. Die Behörde will prüfen, ob Nvidia die Verpflichtungen einhielt, die damals im Rahmen der bedingten Genehmigung der Transaktion festgelegt wurden. Mellanox, ein führender Anbieter von Hochleistungsnetzwerktechnologie, war 2019 von Nvidia für 6,9 Milliarden US-Dollar übernommen worden.

USA haben Exportbeschränkungen erneut verschärft

Hintergrund der Untersuchung dürfte laut Beobachtern aber vor allem der sich verschärfende Handelskrieg zwischen den USA und China sein. Erst Anfang Dezember hatten die Vereinigten Staaten ihre Exportbeschränkungen für Hochtechnologie nach China noch einmal verschärft. Dabei war auch eine schwarze Liste um 140 Unternehmen erweitert worden, vor allem aus der chinesischen Chipindustrie.

Die USA wollen verhindern, dass China Zugriff auf modernste Technologie etwa im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) erhält und diese besonders für militärische Zwecke nutzen kann. Betroffen von den Beschränkungen sind nicht nur amerikanische Unternehmen, sondern auch internationale Konzerne wie der niederländische Chipanlagenbauer ASML.

Nvidia hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen oder der Untersuchung geäußert. Obwohl der Konzern seine modernsten Chips schon länger nicht mehr nach China liefern darf, bleibt die Volksrepublik ein wichtiger Absatzmarkt für das Unternehmen, das dort etwa gedrosselte Versionen seiner KI-Halbleiter anbietet.

Im Tradegate-Handel notierte die Nvidia-Aktie gestern nach Bekanntwerden der chinesischen Ermittlungen 3,2 Prozent im Minus zum Freitag bei 130,58 Euro (Stand: 9.12.2024, 16:43 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,2 Prozent im Minus, in den letzten zwölf Monaten hat sie ihren Wert mit einem Plus von 202 Prozent mehr als verdreifacht.

Nvidia hat enorm vom KI-Boom profitiert und ist mit einem Marktwert von mehr als 3 Billionen Dollar zu einem der wertvollsten Konzerne der Welt aufgestiegen. Nur der US-Technologieriese Apple ist aktuell etwas wertvoller, zwischenzeitlich war Nvidia auch schon die Nummer eins. Allerdings hat ECOreporter immer wieder davor gewarnt, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China die sehr hoch bewertete Aktie unter Druck setzen könnte.

Eine aktuelle Einschätzung der Nvidia-Aktie lesen Sie hier. Beachten Sie auch den ECOreporter-Überblick In Künstliche Intelligenz investieren: die nachhaltigsten KI-Aktien und das umfangreiche Dossier Zwischen KI-Boom und PC-Flaute: Bei diesen nachhaltigen Chip-Aktien kann sich der Einstieg lohnen.

Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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