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Chip-Zulieferer Aixtron kappt Dividende
Der Halbleiteranlagen-Hersteller Aixtron aus Herzogenrath leidet weiterhin unter einer schwächelnden Nachfrage aus den Bereichen Industrie und Elektromobilität. Jetzt sollen Stellen abgebaut und die Gewinnausschüttungen deutlich gekürzt werden.
Aixtron konnte seinen Umsatz im letzten Jahr zwar um 1 Prozent auf 633 Millionen Euro steigern. Der Nettogewinn sank jedoch wegen einer geringeren Auslastung der Fertigungsanlagen und gestiegener Betriebskosten um 27 Prozent auf 106 Millionen Euro.
In diesem Jahr dürfte der Umsatz sinken
Für 2025 geht Aixtron-Chef Felix Grawert von noch schwierigeren Marktbedingungen aus: Den Jahresumsatz erwartet er nur noch bei 530 bis 600 Millionen Euro, nachdem er im letzten Herbst noch davon ausgegangen war, den Umsatz in diesem Jahr in etwa auf dem Niveau von 2024 halten zu können. Langfristig sieht Grawert sein Unternehmen wegen seiner Technologieführerschaft bei Fertigungsanlagen für besonders energieeffiziente Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Chips sowie hoher Investitionen in neue Produkte weiterhin „hervorragend aufgestellt“.
Aixtron hat damit zu kämpfen, dass die E-Auto-Branche langsamer wächst als erhofft und viele Industrieunternehmen auf hohen Lagerbeständen an Halbleitern sitzen. Daher brauchen Chip-Hersteller derzeit weniger neue Produktionsanlagen, wie sie Aixtron anbietet. Der Auftragseingang des Konzerns ging 2024 um 7 Prozent zurück.
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Aixtron will jetzt über ein Freiwilligenprogramm Stellen abbauen und zudem seine Dividende von 0,40 auf 0,15 Euro je Aktie senken. Damit läge die Dividendenrendite auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei knapp 1,2 Prozent.
Die Aixtron-Aktie hat heute als Reaktion auf die neuen Zahlen fast 10 Prozent an Wert verloren, im gettex-Handel kostet sie derzeit 13,02 Euro (Stand 27.2.2025, 9:37 Uhr). Seit Ende 2023 ist der Börsenkurs stark eingebrochen, im Jahresvergleich hat er 56 Prozent eingebüßt. Auf fünf Jahre gesehen notiert die Aktie noch 47 Prozent im Plus.
ECOreporter sieht bei Aixtron weiterhin Potenzial. Der Konzern hat eine gute Marktstellung, erzielt auch in schwierigen Phasen solide Ergebnisse und ist mit einer Eigenkapitalquote von 83 Prozent robust finanziert.
Ein mögliches Investitionsrisiko: Der Konzern verdient ungefähr zwei Drittel seines Geldes in Asien, einen beträchtlichen Teil davon in China. Sollte die deutsche Regierung dem Unternehmen den Export seiner High-Tech-Produkte nach China untersagen, um die europäische Halbleiterindustrie zu stärken oder einer Konfrontation mit den USA aus dem Weg zu gehen, könnte die Aktie weiter an Wert verlieren. In den letzten Jahren war es bei Aixtron mehrfach zu Lieferverzögerungen gekommen, weil Ausfuhrlizenzen für den chinesischen Markt nicht rechtzeitig vorlagen.
Vor diesem Hintergrund ist die Aktie derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 von 15 vertretbar, aber nicht niedrig bewertet. Ein Investment-Thema für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die zwischenzeitliche Wertverluste aussitzen können.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Welche Halbleiter-Zulieferer gute Aussichten haben: 15 nachhaltige Chip-Aktien.
Aixtron SE: ISIN DE000A0WMPJ6 / WKN A0WMPJ
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