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Chip-Zulieferer Aixtron senkt Prognose – Aktie gewinnt trotzdem 17,5 %
Der Halbleiteranlagen-Hersteller Aixtron aus Herzogenrath hat seine Jahreserwartungen an Umsatz und Ergebnis gesenkt. Aber eine andere Kennzahl lässt den Börsenkurs deutlich steigen.
Nach vorläufigen Zahlen hat Aixtron im zweiten Quartal 2024 ungefähr 132 Millionen Euro umgesetzt. Das liegt im Rahmen der bisherigen Prognose und deutlich unter dem Vorjahreswert von 173,5 Millionen Euro. Den vorläufigen Quartalsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) gibt Aixtron mit etwa 13 Millionen Euro an, im Vorjahresquartal waren es 44,6 Millionen Euro. Die EBIT-Marge lag in den letzten drei Monaten bei 10 Prozent.
Aufgrund der „aktuellen Marktentwicklungen“ rechnet das Management für das Gesamtjahr jetzt nur noch mit 620 bis 660 Millionen Euro Umsatz. Bislang lag die Spanne bei 630 bis 720 Millionen Euro. Die EBIT-Marge wird nun zwischen 22 und 25 Prozent erwartet (alte Prognose: 24 bis 26 Prozent).
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Positiv entwickelte sich im letzten Quartal der Auftragseingang: Er lag mit rund 176 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, wobei die meisten Bestellungen für Anlagen eingingen, mit denen besonders energieeffiziente Chips aus Siliziumkarbid (58 Prozent) und Galliumnitrid (29 Prozent) hergestellt werden können. Diese werden unter anderem für Elektroautos, Ladesäulen und Solaranlagen gebraucht – zukunftsträchtige Bereiche, die derzeit allerdings nicht so schnell wachsen wie erwartet.
Die Aktie ist langfristig sehr gut gelaufen
Weil Marktbeobachter mit weniger neuen Aufträgen gerechnet hatten, ist die Aixtron-Aktie heute mit einem Plus von 17,5 Prozent und einem Kurs von 22,44 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 5.7.2024, 9:10 Uhr). Nach zuvor hohen Zuwächsen hatte die Aktie seit Jahresanfang stark an Wert verloren, weil Investoren auf eine bessere Umsatzentwicklung gehofft hatten. Im Jahresvergleich notiert der Kurs 22 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat er fast 170 Prozent zugelegt.
ECOreporter sieht bei Aixtron weiterhin Potenzial. Der Konzern hat eine gute Marktstellung, erzielt auch in schwierigen Phasen solide Ergebnisse und ist mit einer Eigenkapitalquote von 76 Prozent robust finanziert.
Unwägbarkeiten in China
Ein mögliches Investitionsrisiko: Der Konzern verdiente zuletzt ungefähr ein Drittel seines Geldes in China. Sollte die deutsche Regierung dem Unternehmen den Export seiner High-Tech-Produkte nach China untersagen, um die europäische Halbleiterindustrie zu stärken, könnte die Aktie spürbar an Wert verlieren. In den letzten Jahren war es bei Aixtron mehrfach zu Lieferverzögerungen gekommen, weil Ausfuhrlizenzen für den chinesischen Markt nicht rechtzeitig vorlagen.
Vor diesem Hintergrund ist die Aktie derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 von 16 vertretbar, aber nicht niedrig bewertet. Ein Investment-Thema für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die zwischenzeitliche Wertverluste aussitzen können.
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Aixtron SE: ISIN DE000A0WMPJ6 / WKN A0WMPJ
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09.03.26
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