Clearvise (früher ABO Invest) betreibt Wind- und Solarparks in mehreren europäischen Ländern. / Foto: Clearvise

  Nachhaltige Aktien

Clearvise erhält Zuschlag für großen Solarpark in Frankreich

Der Frankfurter Ökostromerzeuger Clearvise hat sich einen Auktionszuschlag für das Solarprojekt La Chatre in der westfranzösischen Region Nouvelle-Aquitaine gesichert. Damit sind alle Voraussetzungen für den endgültigen Kauf des Parks erfüllt.

La Chatre hat eine geplante Stromerzeugungskapazität von 71,5 Megawatt (MW). Für 30 MW davon liegt jetzt eine staatliche Stromabnahmegarantie für 78 Euro je Megawattstunde mit einer Laufzeit von 20 Jahren vor. Clearvise wird daher wie vorgesehen 70 Prozent an dem Projekt erwerben, das von zwei lokalen Entwicklern initiiert wurde.

In Betrieb gehen soll der Solarpark wegen Netzausbauarbeiten erst Anfang 2029, für den Stromverkauf ist ein Mix aus staatlichen Einspeisetarifen und privatwirtschaftlichen Stromabnahmeverträgen (PPAs) vorgesehen. Mit dem Kauf erweitert Clearvise seinen Anlagenbestand auf mehr als 470 MW.

„Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Meilenstein“, sagt Clearvise-Chefin Petra Leue-Bahns. „Die französischen Einspeisetarife werden durch die teilweise Inflationierung und vorteilhafte Regelung zu Stunden negativer Strompreise langfristig zur Risikominimierung im Gesamtportfolio von Clearvise beitragen.“

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Die Clearvise-Aktie hat seit August 2022 stetig an Wert verloren. Im Jahresvergleich notiert sie 22 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 10 Prozent eingebüßt. Aktuell notiert der Kurs im Tradegate-Handel bei 1,625 Euro (20.1.2025, 8:10 Uhr). Es ist der tiefste Stand seit Sommer 2019.

Steigt der Gewinn in den nächsten Jahren?

Clearvise leidet wie viele Grünstromunternehmen unter gesunkenen Stromverkaufspreisen, gestiegenen Kosten und zunehmendem Wettbewerbsdruck. In den ersten drei Quartalen 2024 sank der Umsatz um fast 19 Prozent auf 27,5 Millionen Euro, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 18,5 Millionen Euro 21,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das noch nicht abgerechnete Gesamtjahr 2024 geht Clearvise von einem Umsatz zwischen 35,5 und 37,0 Millionen Euro sowie einem bereinigten EBITDA von 21,8 bis 23,1 Millionen Euro aus.

ECOreporter schätzt Marktposition und Wachstumschancen von Clearvise als solide ein. Wie erfolgreich das Unternehmen in den nächsten Jahren sein wird, hängt unter anderem von der Entwicklung der Strompreise, aber auch von der politischen Unterstützung für saubere Energien ab. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen Analysten mit einem Nettoverlust, 2025 erwarten sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von sehr hohen 81. Für 2026 liegt das erwartete KGV bei deutlich moderateren 23. Allerdings gibt es für Investoren zusätzliche Risiken wegen immer wieder aufkommender Übernahmegerüchte: Die schwedische Investmentgesellschaft EQT, größter Anteilseigner von Clearvise, wird schon länger als möglicher Käufer gehandelt.

Nach Einschätzung von ECOreporter bleibt die Clearvise-Aktie weiterhin ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. Diesen bieten sich derzeit wegen des historisch niedrigen Aktienkurses Einstiegsgelegenheiten.

Clearvise AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA

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