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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Clearvise treibt Neuausrichtung voran, nimmt Windpark in Betrieb
Das Frankfurter Erneuerbare-Energie-Unternehmen Clearvise hat den Bau eines deutschen Windparks abgeschlossen. Das Management sieht darin vor allem einen Erfolg auf dem Weg zum geplanten Konzernumbau.
Wie Clearvise mitteilte, wurde im Windpark Weilrod 2 im Hochtaunus in dieser Woche die letzte der drei Windenergieanlagen in Betrieb genommen. Bei dem Windpark mit einer Gesamtkapazität von 18,6 Megawatt (MW) geht es damit planmäßig voran.
Volle Ausrichtung auf die Stromproduktion
Clearvise stärkt mit Fertigstellung des Projekts nach eigener Aussage "die strategische Neuausrichtung als Yieldco". Yieldcos sind vor allem aus dem angelsächsischen Raum bekannte Unternehmen, die sich allein auf die Stromproduktion oder den Besitz von Anlagen konzentrieren und einen großen Teil ihrer Gewinne an die Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten. Mitte August hatte Clearvise mitgeteilt, das Unternehmen entsprechend umbauen zu wollen.
Mehr dazu lesen Sie im ECOreporter-Dossier Grüner Strom und hohe Dividenden: Welche Yieldco-Aktien eine gute Idee sind.
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Gemäß den Plänen würde das Geschäft mit dem Betrieb der bestehenden Projekte im Besitz von Clearvise bleiben. Diese sollen Einnahmen generieren, die die Zahlung hoher Dividenden ermöglichen.
Geschäftsbereiche wie wohl insbesondere die Projektentwicklung will Clearvise hingegen an das bayerische Grünstromunternehmen Tion Renewables abgeben. Tion ist größter Einzelaktionär von Clearvise, die Unternehmen verbindet eine bewegte Vergangenheit. Mehr dazu lesen Sie hier.
"Mit der Inbetriebnahme der Windenergieanlagen ist die Stromproduktion in unserer Beteiligung Windpark Weilrod 2 angelaufen. Dies unterstreicht, wie die Umsetzung unserer vertraglich bereits erworbenen Projektpipeline die strategische Neuausrichtung der Clearvise als reine Yieldco stärkt", erklärte Clearvise-Chefin Petra Leue-Bahns. "Mit der vollständigen Inbetriebnahme des Windparks Weilrod 2 umfasst das operative Bestandsportfolio unserer Yieldco Wind- und Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 371 Megawatt."
Die gesicherte Stromabnahme über einen Einspeisetarif nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einer Laufzeit von 20 Jahren sorgt laut Unternehmen für eine hohe Prognosesicherheit der erwarteten Erträge bei Weilrod 2. Außerdem betreibt das Unternehmen am selben Standort bereits seit zehn Jahren den Windpark Weilrod 1.
Umbaupläne schaffen erhebliche Unsicherheiten
Obwohl Clearvise fest mit der Neuausrichtung als Yieldco zu rechnen scheint, ist der Umbau noch nicht gesichert. Aktuell laufen laut Unternehmen mit Tion "Gespräche zu einem möglichen Outsourcing von Geschäftsbereichen und Mitarbeitenden". Es seien Vertragsentwürfe zwischen beiden Gesellschaften ausgetauscht worden, die sich aktuell in der Prüfung befänden. In der kommenden Woche will Clearvise deshalb Gespräche mit Mitarbeitenden führen.
Die Clearvise-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 1,66 Euro (Stand: 29.8.2025, 9:24 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 11,4 Prozent im Plus, auf Jahressicht büßte sie 10,3 Prozent an Wert ein.
Clearvise wird für das Geschäftsjahr 2024 erstmals eine Dividende ausschütten, diese soll 0,06 Euro je Aktie betragen. Beim aktuellen Kurs ergibt das eine gute Dividendenrendite von 3,6 Prozent.
In den letzten Jahren ist es dem Unternehmen gelungen, sein Anlagenportfolio auszubauen und in neue Märkte zu expandieren. Der mögliche Geschäftsumbau schafft aber erhebliche Unsicherheiten. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern, die weitere Entwicklung abzuwarten.
Clearvise AG:
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