Clearvise hat im ersten Quartal unter einem Mangel an Wind gelitten, seinen Anlagenbestand aber ausgebaut. / Symbolbild: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Clearvise schreibt rote Zahlen – Windflaute belastet

Das Frankfurter Erneuerbare-Energie-Unternehmen Clearvise hat im ersten Quartal 2025 unter schwierigen Witterungsverhältnissen. Die Stromproduktion und der Umsatz sanken, das Unternehmen schrieb rote Zahlen.

Der Umsatz ging in den ersten drei Monaten um rund 10 Prozent auf 9,2 Millionen Euro zurück. Das Quartal war "durch herausfordernde Windverhältnisse geprägt", wie Clearvise-Finanzchef Manuel Sieth erklärte. Die Stromproduktion sank daher im Jahresvergleich um 9 Prozent auf rund 105 Gigawattstunden (GWh).

Ausbau des Anlagenbestands

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Quartal bei 5,6 Millionen Euro und damit rund 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 289.000 Euro. Im Vorjahr hatte im gleichen Zeitraum noch ein Gewinn von 1,9 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Lesen Sie für einen Überblick zu Investments in Erneuerbare-Energie-Unternehmen auch unsere Dossiers zu Windaktien und zu Solaraktien. Eine aktuelle ECOreporter-Einschätzung der Clearvise-Aktie finden Sie im folgenden Premium-Bereich.

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Sein Anlagenportfolio baute das Unternehmen durch den Netzanschluss eines Solarprojekts in Frankreich und eine sogenannte clearPartners-Kooperation in Italien weiter aus. Bei dem Partnerprogramm kooperiert Clearvise für Projekte mit Entwicklungspartnern vor Ort. Clearvise selbst sprach für das erste Quartal von einer "stabilen operativen Entwicklung".

Mit einer Eigenkapitalquote von rund 41 Prozent zum 31. März 2025 sei man "solide finanziert und gut aufgestellt, um sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterhin stabil zu entwickeln". Als Faustregel gilt, dass eine gute Eigenkapitalquote bei 20 Prozent beginnt.

Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Clearvise. "Unter Berücksichtigung der in Betrieb befindlichen sowie der im Bau befindlichen Projekte" rechnet der Vorstand mit einer Jahresstromproduktion zwischen 529 und 557 GWh. Der Umsatz wird in einer Spanne von 43,3 bis 45,5 Millionen Euro erwartet. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 27,1 und 29,2 Millionen Euro liegen.

Aktienkurs langfristig im Minus

Die Clearvise-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 1,70 Euro (Stand: 22.5.2025, 11:41 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 1,7 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 16,3 Prozent an Wert eingebüßt.

Clearvise ist ein eher kleines Unternehmen, das mit deutlich größeren Anbietern um attraktive Anlagenstandorte im Wettbewerb steht. Bislang kann Clearvise den Anlagenbestand ausbauen und versucht, seine Einnahmen mit langfristigen Stromabnahmeverträgen abzusichern.

Für die weitere Entwicklung des Unternehmens und der Aktie wird es wichtig sein, dass Clearvise solide Gewinne erzielen kann. In den letzten fünf Jahren lief die Aktie nicht gut, sie schwankte stark und hat in dem Zeitraum 16 Prozent an Wert verloren.

Für 2025 rechnen Analysten mit einem Nettogewinn, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie liegt aber bei hohen 43. ECOreporter schätzt die Clearvise-Aktie weiter nur als Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger ein.

Clearvise AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA

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