SMA Solar hat Probleme, weil viele Kunden auf hohen Wechselrichter-Vorräten sitzen und zudem die Perspektiven im wichtigen US-Markt unklar sind. / Foto: SMA Solar

  Nachhaltige Aktien

Darum verliert die SMA Solar-Aktie 15 %

Der Solar-Wechselrichterhersteller SMA Solar aus dem hessischen Niestetal hat gestern deutlich an Börsenwert eingebüßt. Auch in den Tagen zuvor ging es teilweise bereits spürbar abwärts.

Auslöser des jüngsten Kursrutsches ist eine Herabstufung der Aktie durch das US-Investmenthaus Jefferies. Die Analysten empfehlen das Papier nicht mehr zum Kauf, weil sie die Auftragsentwicklung des Unternehmens als derzeit schlecht abschätzbar einstufen. Insbesondere bei Großprojekten in den USA gebe es wegen Präsident Donald Trump große Unsicherheiten.

SMA Solar hatte Anfang März einen hohen Jahresverlust für 2024 gemeldet. Das Unternehmen leidet wie auch andere Wechselrichterhersteller unter rückläufigen Absatzzahlen, Kostensteigerungen sowie Wertminderungen auf Vorräte. Zudem musste SMA Solar im letzten Jahr Rückstellungen im Zusammenhang mit seinem laufenden Restrukturierungsprogramm bilden. Nach aktuellem Stand will der Konzern etwa 1.100 seiner rund 4.000 Arbeitsplätze abbauen, zwei Drittel davon in Deutschland.

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Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen war der Börsenkurs von SMA Solar in der ersten Märzhälfte stark gestiegen – Marktbeobachter hoffen darauf, dass das Unternehmen von den geplanten milliardenschweren Investitionen der neuen deutschen Bundesregierung in Infrastrukturprojekte wie beispielsweise große Solarparks profitieren wird. Die Kursgewinne der ersten Monatshälfte hat die Aktie mittlerweile aber wieder vollständig abgegeben, vermutlich auch weil Investoren Buchgewinne realisiert haben oder einen Einbruch des wichtigen US-Solarmarkts befürchten. Auf Wochensicht ist der Kurs um 27 Prozent abgesackt.

Auch langfristig hat sich die Aktie schlecht entwickelt. Im Jahresvergleich notiert sie 72 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 42 Prozent eingebüßt. Heute ist das Papier mit einem Wertverlust von 1,9 Prozent und einem Preis von 15,04 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 1.4.2025, 9:06 Uhr).

Hoffnungsträger Batteriespeicher

Im Zuge des Konzernumbaus will SMA Solar sein Geschäft teils neu strukturieren. Das Unternehmen plant, die aktuell noch getrennten und schwach laufenden Wechselrichter-Sparten für Privat- und Firmenkunden zu einer Division zusammenzulegen. Als zweite Säule soll das Geschäft mit großen Batteriespeichern als eigenständiges Segment bestehen bleiben – hier hatten die Einnahmen im letzten Jahr zugelegt.

SMA Solar hat schon länger Probleme, die Ergebnisse schwankten in den vergangenen Jahren immer wieder. 2025 sollen sich Umsatz und Rentabilität verbessern. Ob die Restrukturierung die erhofften Erfolge bringen kann, bleibt allerdings vorerst abzuwarten. Die Aktie eignet sich nach Einschätzung der Redaktion aktuell nur für sehr risikofreudige Anlegerinnen und Anleger mit viel Geduld – auch weil Shortseller weiterhin auf sinkende Kurse wetten und die Aktie damit zusätzlich unter Druck setzen.

Lesen Sie auch den zweiteiligen ECOreporter-Überblick zu Solaraktien.

SMA Solar Technology AG:  ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J

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