Mit den Anleihen der Deutsche Bildung Studienfonds II GmbH & Co. KG wurden Studienkredite finanziert. / Foto: Pixabay

  Anleihen / AIF

Deutsche Bildung Studienfonds II: Rückzahlung der Anleihen nicht sicher

Die Deutsche Bildung Studienfonds II GmbH & Co. KG sieht Probleme bei der Rück- und Zinszahlung von zwei Anleihen. Derzeit prüft das Unternehmen aus Frankfurt am Main verschiedene Refinanzierungsmöglichkeiten. Die Anleihenkurse brechen ein.

Am 29. Juni 2026 wird die Studienfonds-Anleihe 2016/2026 (ISIN: DE000A2AAVM5) zur Rückzahlung fällig. Es geht dabei um 10 Millionen Euro plus Zinsen. Mit der Anleihe wurden Studienkredite finanziert, die von den Geförderten nach Abschluss ihres Studiums einkommensabhängig zurückgezahlt werden.

In den letzten Monaten hat die Deutsche Bildung Studienfonds II GmbH & Co. KG eigenen Angaben zufolge „unerwartet relevante Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Rückzahlungen der Geförderten festgestellt“. Grund dafür sei ein „Modellierungsfehler in den zugrunde gelegten Annahmen und der Berechnungsmechanik hinsichtlich der Dauer der einkommensabhängigen Zahlungen“. Dies sei erst jetzt sichtbar geworden. Man habe den Fehler zwar unverzüglich behoben, die erwarteten Gesamtrückzahlungen reduzierten sich aber von rund 122 Millionen Euro auf rund 110 Millionen Euro.

Werden jetzt Laufzeiten verlängert und Zinsen gesenkt?

Vor dem Hintergrund sei derzeit nicht sichergestellt, dass die Refinanzierung von Tilgung und Verzinsung der in den Jahren 2026 und 2027 fälligen Anleihen realisiert werden könne (2027 wird mit der Anleihe 2017/2027, ISIN: DE000A2E4PH3, noch eine weitere Studienfonds-Anleihe fällig). Der langfristig voraussichtlich ungedeckte Betrag von circa 9,5 Millionen Euro „dürfte unter den aktuellen Kapitalmarktbedingungen auch nur schwierig durch neue Investoren oder Banken refinanzierbar sein“.

Die Deutsche Bildung Studienfonds II GmbH & Co. KG prüft derzeit eigenen Angaben zufolge „verschiedene Restrukturierungs- und Refinanzierungsoptionen mit neuen Investoren, Banken, weiteren Stakeholdern sowie Gläubigern der Anleihen“. In Betracht käme insbesondere eine Restrukturierung beider Anleihen durch eine Verlängerung der Laufzeiten sowie Senkung der Verzinsung, gegebenenfalls verbunden mit einer möglichen erfolgsabhängigen endfälligen Zinszahlung. Mit einer Gläubigerabstimmung ohne Versammlung könnten die Anleihebedingungen entsprechend angepasst werden. Umsetzung und Erfolg dieser Maßnahmen seien allerdings zum jetzigen Zeitpunkt offen.

Die Anleihe 2016/2026 notiert im gettex-Handel derzeit nur noch bei 35,00 Prozent ihres Nennwertes (3.11.2025, 8:52 Uhr). Die Anleihe 2017/2027 steht bei 42,00 Prozent (3.11.2025, 8:55 Uhr). Beide Anleihen haben seit Freitag stark an Kurswert verloren.

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