Der Polestar 4 hat sich bislang schlechter verkauft als erhofft. / Foto: Polestar

  Nachhaltige Aktien

Elektroauto-Aktie Polestar büßt 13 % ein

Polestar gehört zu den wenigen jungen E-Autobauern mit einem starken Finanzierungspartner im Rücken. An der Börse läuft es dennoch weiterhin nicht gut für die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns. Und mittlerweile wird auch Geld zum Problem.

Die Polestar-Aktie hat seit Höchstständen von mehr als 12 Euro nach dem Börsenstart 2022 stetig an Wert verloren. Ihren bisherigen Tiefpunkt erreichte sie im August 2024 bei 0,58 Euro. Seitdem ging es wieder ein wenig aufwärts, allerdings unter großen Schwankungen. Gestern verlor das Papier 13 Prozent an Wert, aktuell kostet es im Tradegate-Handel 1,085 Euro (Stand 17.1.2025, 9:15 Uhr).

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Auslöser für die gestrigen Verluste war eine deutliche Prognosesenkung. Polestar-Chef Michael Lohscheller rechnet mittlerweile für das noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2024 mit einem Umsatzrückgang zwischen 10 und 20 Prozent und einer negativen Bruttomarge. Bislang war der Konzern davon ausgegangen, den Umsatz stabil halten und eine positive Bruttomarge erzielen zu können.

Grund für die gesenkten Erwartungen sind teure Rabattaktionen und die dennoch schwachen Verkaufszahlen der aktuellen Polestar-Modelle 3 und 4. Der Konzern verkaufte 2024 insgesamt knapp 45.000 Fahrzeuge, 15 Prozent weniger als 2023.

Polestar braucht hohe Kredite

In den ersten drei Quartalen 2024 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 862 Millionen US-Dollar, im Vorjahreszeitraum lag das Minus bei 516 Millionen Dollar. Die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2024 will Polestar im April veröffentlichen.

Die Polestar-Mutter Geely, einer der größten Autokonzerne Chinas, hat angekündigt, die Firma weiterhin finanziell zu unterstützen, Polestar muss aber immer höhere Bankkredite aufnehmen, um weitermachen zu können. Das Unternehmen sitzt bereits auf einem Schuldenberg von 4,6 Milliarden Dollar, der vorerst weiter wachsen dürfte. Um Geld zu sparen, hat Polestar im letzten Jahr ein Viertel seiner Stellen gestrichen.

Für 2025 hofft Konzernchef Lohscheller erstmals auf einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Zudem sollen die Verkäufe bis 2027 um 30 bis 35 Prozent zulegen. Im vierten Quartal 2024 ist der Auftragseingang um 37 Prozent zum Vorjahr gestiegen.

Sportwagen Polestar 5 steht in den Startlöchern

In der zweiten Jahreshälfte 2025 soll der Sportwagen Polestar 5 auf den Markt kommen. Beim Polestar 6, einem Cabrio-Modell, kommt es hingegen zu Verzögerungen in der Produktion.

Seine bisherigen mittelfristigen Ziele dürfte das Unternehmen deutlich verfehlen. Lohschellers Vorgänger Thomas Ingenlath hatte für 2025 mehr als 150.000 verkaufte E-Autos und erstmals einen positiven Cashflow in Aussicht gestellt. Lohscheller rechnet frühestens 2027 mit einem positiven Cashflow.

ECOreporter rät derzeit bei Polestar wie bei allen reinen Elektroautobauern nicht zum Kauf der Aktien. Die Unternehmen haben entweder große finanzielle Probleme, dürften künftig unter Strafzöllen vor allem in den USA leiden oder sind wie Tesla überbewertet und aus nachhaltiger Sicht diskussionswürdig.

Polestar Automotive Holding Plc. ADR:

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