Meyer Burger hat den Angestellten seines Werks in Freiberg gekündigt. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Meyer Burger besiegelt endgültiges Aus in Freiberg

Der Schweizer Solarzellen- und Solarmodule-Hersteller Meyer Burger hat das endgültige Aus für seinen Standort im sächsischen Freiberg besiegelt. Die rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten am Dienstag ihre Kündigung erhalten, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Mehr als 400 der Angestellten verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Den übrigen wurden Verträge in anderen Gesellschaften des Unternehmens angeboten.

Keine Förderung durch die Politik

Zuvor hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) dem sogenannten Resilenzbonus eine Absage erteilt. Dieser hätte eine Förderung für Solarmodule aus deutscher oder europäischer Herstellung bedeutet. Meyer Burger hatte die Zukunft des Standorts in Freiberg von dieser Unterstützung abhängig gemacht.

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Die Subventionen für die heimische Solarindustrie waren in der Ampel-Regierung lange diskutiert worden, Lindner hatte sein Nein am Wochenende aber bekräftigt. Eine solche Förderung hätte „weder für die Resilienz des Standortes Deutschland, also unsere wirtschaftliche Sicherheit, noch für das Gelingen der Energiewende eine Auswirkung. Es ist einfach nur zum Vorteil von einzelnen Interessenten“, so der Finanzminister.

Man habe noch gehofft, dass in Berlin die Einsicht reife, dass die Unterstützung nötig sei, sagte die Meyer Burger-Sprecherin. Als Reaktion auf die Absage seien nun die Kündigungen ausgesprochen worden. Die Produktion in dem Werk stand bereits seit Mitte März still.

Meyer Burger hatte im vergangenen Jahr einen deutlichen Verlust verbucht und macht dafür unfaire Marktbedingungen durch die billige Konkurrenz aus China verantwortlich. Das Unternehmen will seine Module künftig in den USA produzieren. ECOreporter hatte wiederholt berichtet, zuletzt hier.

Kapitalerhöhung und hohe Unsicherheiten

Die Meyer Burger-Aktie schloss am Handelsplatz Lang & Schwarz am Dienstag 0,3 Prozent im Minus zum Vortag bei einem Preis von 0,04 Euro (Stand: 26.3.2024, 21:19 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 53,5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 82,5 Prozent an Wert eingebüßt.

Ob die Entscheidung, sich auf die USA zu konzentrieren, Meyer Burger neuen wirtschaftlichen Erfolg beschert, ist unsicher – auch in den Vereinigten Staaten hat das Unternehmen Absatzprobleme. Zudem braucht Meyer Burger für die Finanzierung seiner US-Werke frisches Geld. Zuletzt hatte das Unternehmen grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 200 Millionen Schweizer Franken erhalten.

ECOreporter sieht die Meyer Burger-Aktie weiter als hochriskantes Investment und rät von einem Neueinstieg ab. Als Schweizer Wertpapier ist die Aktie in Deutschland zudem nur eingeschränkt handelbar (mehr dazu erfahren Sie hier).

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Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX

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