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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten
Energiekontor kürzt nach "Übergangsjahr" Dividende, weitere Verzögerungen bei Projekten
Das Bremer Erneuerbare-Energien-Unternehmen Energiekontor hat 2024 wie erwartet deutlich weniger Umsatz und Gewinn erzielt, die zuletzt wieder leicht angehobene Prognose aber erfüllt. Der Konzern rechnet jedoch weiterhin mit Projektverzögerungen. Die ECOreporter-Favoriten-Aktie rutscht deutlich ins Minus.
In einem "anspruchsvollen Marktumfeld" erzielte Energiekontor im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 126,5 Millionen Euro, 48 Prozent weniger als 2023. Die Gesamtleistung, also der Umsatz plus erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen, sank von 275 auf rund 196 Millionen Euro.
Verzögerungen insbesondere in Großbritannien
Insbesondere Verzögerungen bei Projektverkäufen in Deutschland und Großbritannien setzten Energiekontor im vergangenen Jahr zu. Der Vorsteuergewinn (EBT) gab von rund 96 Millionen Euro auf 36,2 Millionen Euro nach. Die EBT-Marge lag bei 28,6 Prozent, nach 39,5 Prozent im Vorjahr.
Das EBT erfüllte damit die Mitte März 2025 wieder etwas angehobene Ergebnisprognose, die ein Vorsteuerergebnis in einer Bandbreite von etwa 34 bis 37 Millionen Euro vorsah. Die Anhebung erfolgte "auf Basis positiver Sondereffekte, die nach dem Berichtsstichtag (31. Dezember) eintraten". Dabei ging es laut Unternehmen vor allem um die Kompensation von Ertragsausfällen in verschiedenen Windparks.
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Der Nettogewinn brach im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 22,6 Millionen Euro ein. Das lag auch an einer rund dreimal so hohen Steuerquote, wie das Unternehmen erklärte. 2023 hatte Energiekontor von günstigen Steuerbedingungen für im Ausland verkaufte Projekte profitiert.
Seine Projektpipeline konnte Energiekontor bis Ende letzten Jahres von 10,7 Gigawatt (GW) auf rund 11,2 GW (ohne US-Projektrechte) ausbauen. Mehr als 2,7 GW der Pipeline befanden sich demnach "bereits in einer der fortgeschrittenen Entwicklungsphasen der Projektentwicklung und bilden so die Basis für das kurz- und mittelfristige Wachstum".
Das Geschäftsjahr 2024 sei "wegen einiger außergewöhnlicher Projekterfolge im Geschäftsjahr 2023 und verschiedener Projektverzögerungen als Übergangsjahr einzuordnen", wie Energiekontor erklärte. Gleiches werde allerdings teilweise auch noch für 2025 gelten.
Hintergrund seien unverändert lange Projektrealisierungen aufgrund "der eingeschränkten Marktverfügbarkeiten von Anlagen und Großkomponenten". Zudem käme es in Großbritannien zu erneuten Verschiebungen bei Netzanschlussterminen und Ausschreibungsrunden. Energiekontor hofft, dass eine Netzanschlussreform in diesem Jahr zu Beschleunigungen bei den aktuell 17 genehmigten Projekten in Großbritannien führen kann.
2025 hofft das Unternehmen beim Gewinn auf Nachholeffekte, etwa durch den im Dezember 2024 verschobenen Verkauf eines größeren schottischen Windkraftprojekts. Die Inbetriebnahme der meisten aktuell im Bau befindlichen und für dieses Jahr geplanten Wind- und Solarparkprojekte in Deutschland werde aber planmäßig erst 2026 und teils auch erst 2027 erfolgen. Einnahmen aus diesen Verkaufsprojekten würden sich deshalb auch erst 2026 und 2027 realisieren lassen.
Energiekontor erwartet aber "trotz der weiterhin bestehenden Herausforderungen", sein Ergebnis 2025 deutlich zu verbessern. Vor dem Hintergrund der geplanten Verkäufe und Erweiterungen des eigenen Anlagenbestands rechnet das Unternehmen mit einem EBT in einer Bandbreite von 70 bis 90 Millionen Euro. Bis 2028 will Energiekontor unverändert ein EBT von 120 Millionen Euro erreichen.
Aktie zuletzt deutlich im Plus
Energiekontor möchte auch für 2024 eine Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll allerdings deutlich von 1,20 Euro auf 0,50 Euro je Aktie gekürzt werden. Beim aktuellen Börsenkurs läge die Dividendenrendite damit bei 0,9 Prozent.
Die Energiekontor-Aktie notiert im Xetra-Handel aktuell 6,1 Prozent im Minus zum Vortag bei 55,10 Euro (Stand: 28.3.2025, 9:33 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 25,2 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 14 Prozent verloren.
Dass Energiekontor schwache Zahlen vorlegen würde, war bereits bekannt. Am Finanzmarkt kommt aber offenbar insbesondere der verhaltene Ausblick nicht gut an. Wahrscheinlich kommt es nun zu Gewinnmitnahmen: Der Aktienkurs war in den letzten Wochen stark gestiegen, er profitierte von der angehobenen Prognose und der Aussicht auf milliardenschwere Klimaschutz-Investitionen in Deutschland.
ECOreporter sieht weiterhin positive Perspektiven für Energiekontor. Die Projektpipeline des Unternehmens ist gut gefüllt, und Energiekontor baut zudem seinen Bestand an eigenen Grünstromanlagen beständig aus. Das sorgt für verlässliche Umsätze aus dem Stromverkauf.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie liegt für 2025 bei moderaten 13. Anlegerinnen und Anleger sollten zwar einen langen Atem mitbringen und zwischenzeitliche Kursrücksetzer aushalten können. Grundsätzlich ist ein Einstieg nach Einschätzung der Redaktion aber nach wie vor möglich,
Energiekontor ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Porträt des Unternehmens finden Sie hier.
Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350
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