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Enertrag erzielt Gewinn von 57 Millionen Euro – wie ist der Ausblick?
Das Energieunternehmen Enertrag aus dem brandenburgischen Schenkenberg hat im Geschäftsjahr 2022/23 (April bis März) bei einem Umsatz von rund 209 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von rund 57 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit hat das Unternehmen fast wieder den Gewinn des Vorjahres von rund 64 Millionen Euro erreicht.
Für das laufenden Geschäftsjahr geht die europäische Aktiengesellschaft (SE) mit Hauptsitz in Brandenburg von deutlichen Ergebnisveränderungen aus. Wie schätzt der Vorstand die Perspektiven ein? Wo stehen die börsennotierten Anleihen des Unternehmens?
Weniger Windkraftleistung in Betrieb genommen
Die Enertrag SE hat sich mit ihren Beteiligungsunternehmen laut ihrem Lagebericht zu einem internationalen Energieerzeuger entwickelt, der durch selbst entwickelte Projekte seinen Bestand an Energieanlagen kontinuierlich ausbaut und darüber hinaus Dienstleistungen wie Betriebsführung, Instandhaltung und Ausrüstung von Windenergieanlagen an Land anbietet.
Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens konzentriert sich nach eigenen Angaben auf Windenergie an Land in Deutschland, Frankreich, Polen und Südafrika. Enertrag hat aber inzwischen auch seine Solar-, Wasserstoff- und Speicheraktivitäten stark ausgeweitet.
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Zudem baut das Unternehmen laut Angaben im Enertrag-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/23 Entwicklungsaktivitäten in weiteren Märkten auf vier Kontinenten auf. Zu diesen gehören demnach Spanien, Namibia, Ghana, Uruguay und Vietnam.
Das Geschäftsjahr 22/23 verlief nach Einschätzung von Enertrag im langfristigen Mittel betrachtet gut – allerdings unterdurchschnittlich bei der in Betrieb genommenen Leistung. So konnten nur 55 Megawatt (MW) als Leistung in Betrieb genommen werden, nach 281 MW im vorherigen Geschäftsjahr.
Die 55 MW aus dem Geschäftsjahr 22/23 verteilen sich laut Lagebericht auf Deutschland (7 MW, Vorjahr: 52 MW) und Frankreich (48 MW, Vorjahr: 44 MW). Im Vorjahr dominierten polnische Projekte mit zusammen 186 MW die Gesamtleistung.
Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 22/23 auf rund 209 Millionen Euro (Vorjahr: rund 251 Millionen Euro). Davon resultierten im Geschäftsjahr 22/23 rund 172 Millionen Euro aus der Umsetzung von Projekten. Die Eigenkapitalquote der Enertrag SE lag laut Lagebericht Ende März 2023 bei 68 Prozent (Vorjahr: 57 Prozent).
Zahl der Projekte deutlich gestiegen
Enertrag hat gemäß den Angaben im Lagebericht zum Geschäftsjahresende ein Entwicklungs-Portfolio von 14,9 Gigawatt (GW) in Planung und Entwicklung, davon etwa 4,7 GW in Deutschland, 1,5 GW in Frankreich, 8,5 GW in Südafrika und 180 MW in Polen. Seit Geschäftsjahresbeginn stieg damit das Volumen der Entwicklungspipeline netto um etwa 4,3 GW. Im Laufe des Geschäftsjahres 22/23 wurden nach Angaben von Enertrag Projekte mit insgesamt 2,15 GW genehmigt, davon 24 MW in Deutschland, 131 MW in Frankreich und 2,0 GW in Südafrika.
Ende März 2023 zählte das Unternehmen 528 Beschäftigte gegenüber 445 zum Vorjahresstichtag. Der Anstieg geht nach Angaben des Unternehmens zu mehr als 80 Prozent auf den Aufbau der Projektentwicklung zurück.
Deutlicher Gewinn- und Umsatzrückgang im aktuellen Geschäftsjahr erwartet
Im aktuellen Lagebericht vom Juni 2023 prognostiziert der Enertrag-Vorstand für das Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von rund 104 Millionen Euro, wovon 76 Millionen Euro auf die Realisierung von Projekten mit insgesamt 83 MW Leistung zurückgehen sollen. Der Jahresüberschuss wird sich gemäß der Prognose massiv verringern.
In Summe wird mit dem Bericht zufolge mit „einem leicht positiven Ergebnis“ von 1,6 Millionen Euro gerechnet. Insgesamt ergebe sich „aufgrund einer geringeren Realisierungsquote, eines starken Mitarbeiteraufbaus mit signifikant gestiegenen Personalkosten sowie steigender Entwicklungsaufwendungen ein im Vergleich zum Vorjahr stark reduziertes Ergebnis.“
Weiter erklärt der Vorstand: „Trotz dieses Ergebnisses, das weit unter den Vorjahren liegt, ist der Vorstand nach wie vor der Einschätzung, dass das positive Geschäftsumfeld in Deutschland als auch im Ausland eine gute Geschäftsgrundlage für das weitere Wachstum von Enertrag darstellt. Das Ergebnis zeugt von der hohen Bereitschaft, heute in Mitarbeiter und Projekte zu investieren, deren Erfolge sich erst in den kommenden Jahren einstellen werden. Enertrag unterstreicht damit den Willen in der Wind- und Solarenergieerzeugung als auch der Sektorenkoppelung voranzuschreiten.“
Anleihen notieren an der Börse um die 100 Prozent
Drei Anleihen der Enertrag SE sind im Freiverkehr an der Börse Düsseldorf notiert. Die Kurse der Anleihen stehen derzeit bei 99,0 Prozent (ISIN DE000A2GSMR2), 100,0 Prozent (DE000A2GSMS0) und 99,0 Prozent (DE000A1611C6; Stand jeweils: 11.10.2023, 9:31 Uhr).
Die Handelsvolumina der Anleihen sind gering, sodass die Aussagekraft der Kurse begrenzt ist. Die bei 100,0 Prozent notierende Anleihe hat mit Fälligkeit 2037 die längste Restlaufzeit, während die anderen beiden Anleihen bereits 2026 beziehungsweise 2027 fällig sind.