Enertrag ist an einem großen nachhaltigen Kraftstoffprojekt beteiligt. / Foto: Enertrag

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Enertrag: Förderbescheid über 350 Millionen Euro für Öko-Flugkraftstoffe

In Brandenburg wollen die Unternehmen Enertrag und Zaffra gemeinsam Deutschlands größte Produktionsanlage für nachhaltige Flugkraftstoffe im industriellen Maßstab errichten. Der Bund und das Land Brandenburg fördern das Vorhaben mit insgesamt 350 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben diese Woche in Schwedt den Fördermittelbescheid für das Projekt offiziell übergeben. Das Vorhaben firmiert künftig unter dem Namen “Brandenburg eSAF” (bisher Concrete Chemicals). eSAF ist die Abkürzung für Electric Sustainable Aviation Fuels.

Russland hat Öllieferung kürzlich eingestellt – Alternativen gefragt

Das Projekt soll auf dem Gelände der PCK-Raffinerie in Schwedt errichtet werden. Die Raffinerie, die große Teile des Nordostens Deutschlands – darunter auch Berlin – mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt, steht aktuell vor großen Herausforderungen. Seit Mai 2026 leitet Russland kein kasachisches Rohöl mehr über die Druschba-Pipeline zur Raffinerie. Daher besteht das Risiko, dass sich die Produktionsauslastung und die Wirtschaftlichkeit des Raffinerie-Standortes deutlich verringern.

Bundeswirtschaftsministerin Reiche erklärte bei der Übergabe des Fördermittelbescheides am 11. Mai : „Es kommt jetzt darauf an, die Energieversorgung in der PCK und der Region dauerhaft zu stabilisieren, Wachstumspotenziale gezielt zu stärken und neue Investitionen anzustoßen. Das von uns geförderte Projekt Brandenburg eSAF ist dafür ein zentraler Baustein: Es verbindet industrielle Stärke mit Innovation, erschließt neue Wertschöpfungsketten und eröffnet langfristige Perspektiven für Beschäftigung, Wohlstand und Versorgungssicherheit.“

Produktionsstart für 2030 anvisiert

Zaffra, ein Joint Venture von Topsoe und Sasol, bringt laut Pressemeldung bei dem Projekt seine G2L-eFuels-Plattform ein, die Sasols Fischer-Tropsch-Synthese mit Topsoes ereact-Technologie kombiniere. Enertrag steuere seine Expertise bei erneuerbaren Energien für die Wasserstoffelektrolyse bei. Das benötigte CO₂ soll Leipa liefern, ein Papierhersteller mit Sitz in Schwedt. Im April 2026 haben die Projektpartner die Griesemann Gruppe mit den Ingenieursstudien für den Anlagenbau beauftragt. Die Investitionsentscheidung werde bis Ende 2027 angestrebt, der Produktionsstart für 2030 anvisiert.

Dr. Gunar Hering, CEO von Enertrag, sagt: „Brandenburg eSAF verbindet, was zusammengehört: erneuerbare Energie aus der Region, industrielle Tradition in Schwedt und den klaren politischen Willen von Bund und Land. So entsteht ein Kraftstoff, der die Luftfahrt klimaneutral macht und Arbeitsplätze in der Uckermark sichert."

Jan Toschka, CEO von Zaffra, erklärte am 11. Mai: „Mit der heutigen Übergabe des Förderbescheids setzt Deutschland ein klares Signal: Nachhaltige Flugkraftstoffe in industriellem Maßstab haben einen festen Zeitplan und einen konkreten Standort. Zaffra bringt die Technologie, Enertrag die erneuerbare Energie, Schwedt die Infrastruktur. Gemeinsam schaffen wir hier eine Blaupause für die europäische eSAF-Industrie."

Brandenburg eSAF soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Die eSAF- Flugkraftstoffe verursachen laut Pressemeldung im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen über 90 Prozent weniger CO2-Emissionen. Das geplante Gesamtinvestitionsvolumen betrage mehr als 500 Millionen Euro, davon fördert der Bund 245 Millionen Euro und das Land Brandenburg 104 Millionen Euro. 

Mehrere Enertrag-Anleihen an der Börse

Die Enertrag SE hat mehrere Anleihen auf den Markt gebracht. Zuletzt konnte sie Anfang 2026 innerhalb von rund zwei Monaten die Anleihen Enertrag FestZins 2035 (ISIN: DE000A460NZ6) und Enertrag FestZins 2035 (ISIN: DE000A460P36) vollständig platzieren. Seit Ende März 2026 sind die Anleihen in den Freiverkehr an der Börse Düsseldorf einbezogen und notieren bei 98,5 Prozent bzw. 96,5 Prozent ihres Nennwertes (Stand: 13.5.2026, 11:57 Uhr). Bislang wurde erst ein Volumen von zusammen 10.000 Euro nominal gehandelt, sodass die Aussagekraft der Kurse begrenzt ist.

2024 hat Enertrag die beiden an der Düsseldorfer Börse notierten Anleihen Enertrag Zins 2030 (ISIN: DE000A351546) und Enertrag Zins 2033 (ISIN: DE000A351553) platziert. Die Anleihen haben jeweils einen variablen Zinssatz. Sie notieren derzeit bei 93,0 Prozent (Enertrag Zins 2030) beziehungsweise 95,0 Prozent (Enertrag Zins 2033) ihres Nennwertes (Stand: 13.5.2026, 11:58 Uhr).

An der Börse Düsseldorf werden noch zwei weitere Enertrag-Anleihen gehandelt. Ihre Kurse stehen aktuell bei 100,0 Prozent (ISIN: DE000A2GSMR2) und 97,0 Prozent (DE000A2GSMS0). Die Handelsvolumina der Anleihen sind gering, sodass auch hier die Aussagekraft der Kurse begrenzt ist. Die bei 97 Prozent notierende Anleihe hat mit Fälligkeit 2037 noch eine lange Restlaufzeit, während die andere Anleihe bereits 2027 zur Rückzahlung ansteht.

Analyse von ECOreporter und Ausschreibungserfolg

Am 10. April meldete die Enertrag SE, dass sie für ihr Geschäftsjahr 2025/2026 (1.4.-31.3.) einen Jahresüberschuss von rund 34 Millionen Euro erwartet.  Das ist mehr als im Vorjahr (25 Millionen Euro), aber weniger als im Vorjahres-Lagebericht für 2025/2026 prognostiziert wurde. Ausführliche Informationen zum Unternehmen erhalten Sie hier im ECOanlagecheck.

Diese Woche hat Enertrag einen Zuschlag bei der jüngsten deutschen Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen erhalten. Details dazu sowie zu einigen weiteren bei der Ausschreibung erfolgreichen Unternehmen, dem Umfang ihrer Projekte und wo es Investitionsmöglichkeiten für Anlegerinnen und Anleger gibt, lesen Sie hier.

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