Die Erlebnis Akademie betreibt in Europa und Nordamerika Baumwipfelpfade. / Foto: Erlebnis Akademie

  Nachhaltige Aktien

Erlebnis Akademie bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die Erlebnis Akademie AG hat in diesem Jahr mehr Umsatz mit ihren Baumwipfelpfaden erzielt. Das Unternehmen aus Bad Kötzting im Bayerischen Wald hatte aber mit höheren Zuwächsen gerechnet. Bei der Aktie ist weiterhin kein Aufwärtstrend erkennbar.

In den ersten drei Quartalen setzte die Erlebnis Akademie 19,5 Millionen Euro um. Im Vorjahreszeitraum waren es 18 Millionen Euro. Das Wachstum ist vor allem auf die beiden neu eröffneten Baumwipfelpfade in Kanada und Irland zurückzuführen.

Die Corona-Delle wirkt noch nach

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb mit 1,2 Millionen Euro in etwa konstant zum Vorjahr, der Jahresüberschuss ging wegen höherer Steuern und Zinsaufwendungen von 465.000 Euro auf 188.000 Euro zurück.

„Trotz des Umsatzwachstums hat sich 2023 noch nicht auf dem erwarteten Niveau entwickelt. Der Tourismus in den Regionen unserer Standorte wie auch unsere eigenen Besucherzahlen liegen insgesamt noch unter dem Vor-Pandemie-Niveau“, erläutert Christoph Blaß, Finanzchef der Erlebnis Akademie.

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Gründe dafür seien Wetterextreme mit teils langanhaltender Hitze und im Juli und August mit extrem viel Niederschlag. „Unser Baumwipfelpfad in Kanada hat seine Potenziale ebenfalls noch nicht voll ausschöpfen können“, sagt Bernd Bayerköhler, CEO der Erlebnis Akademie. „Grund waren dort vermutlich Ausgehwarnungen aufgrund des über unserem Standort hängenden Smogs, der im Sommer in rund 400 Kilometer entfernten Regionen durch viele Waldbrände verursacht worden war. Hier hat sich die Situation inzwischen vollständig beruhigt.“

2024 erwartet das Unternehmen insgesamt eine „wesentlich höhere Auslastung“ seiner Baumwipfelpfade. Ab nächstem Jahr sollen möglicherweise auch neue Standorte erschlossen werden.

Solide Eigenkapitalquote

Finanziell steht die Erlebnis Akademie weiterhin passabel da. Die Bankverbindlichkeiten sanken in den ersten drei Quartalen von 33,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 30 Millionen Euro. Die langfristigen Vermögenswerte summierten sich Ende September auf 52 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 41,1 auf 42,9 Prozent.

Das Management rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatz zwischen 23,9 und 24,3 Millionen Euro. Das EBIT soll zwischen null und 0,3 Millionen Euro liegen. Heißt: Vermutlich wird das Unternehmen in diesem Jahr einen Nettoverlust verbuchen.

70 Prozent Kursverlust in fünf Jahren

Die Aktie der Erlebnis Akademie hat sich in den letzten Jahren schlecht entwickelt. Aktuell kostet sie an der Frankfurter Börse 5,90 Euro und bewegt sich damit in der Nähe ihres Allzeittiefs von 5,85 Euro (Stand 24.11.2023, 8:00 Uhr). Im Jahresvergleich ist der Kurs um 45 Prozent eingebrochen, auf fünf Jahre gesehen hat er 70 Prozent verloren.

Die Erlebnis Akademie hat nach Einschätzung von ECOreporter ein grundsätzlich zukunftsträchtiges, nachhaltiges Geschäftsmodell. Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 0,6 niedrig bewertet. Allerdings sind die Margen des Unternehmens derzeit sehr schwach. Wer hier einsteigt, sollte eine gewisse Risikofreude und einen langen Investitionshorizont mitbringen.

Ein ausführliches ECOreporter-Unternehmensporträt der Erlebnis Akademie können Sie hier lesen.

Erlebnis Akademie AG: ISIN DE0001644565 / WKN 164456

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