Das Wasserstoffkernnetz in Deutschland soll eine Länge von rund 9.000 Kilometern erreichen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Erstes Teilstück von Wasserstoff-Kernnetz in Betrieb genommen

Der Gasnetzbetreiber Nowega aus Münster hat in Niedersachsen das erste Segment des deutschen Wasserstoffnetzes in Betrieb genommen. Dieses soll im Jahresverlauf weiter ausgebaut werden und einen Großelektrolyseur mit dem Chemiepark Marl verbinden.

Aktuell wird eine 55 Kilometer lange Pipeline zwischen den Städten Lingen und Bad Bentheim mit Wasserstoff befüllt, wie Nowega mitteilte. In Lingen baut der Essener Stromkonzern RWE aktuell einen Großelektrolyseur zur Produktion von Grünem Wasserstoff.

Nutzung von bestehendem Erdgasnetz

Die RWE-Anlage soll im Laufe des Jahres den Betrieb aufnehmen. Aktuell wird der Wasserstoff, der in die Pipeline gepumpt wird, noch extra angeliefert. Mit ihm wird die Leitung auf den Betriebsdruck gebracht, der notwendig ist, um die Pipeline für den Wasserstofftransport nutzen zu können. Die Pipeline besteht zu 95 Prozent aus bereits vorhandenen Erdgasleitungen und wurde für den Transport von Wasserstoff umgerüstet.

In der zweiten Jahreshälfte soll die Wasserstoffleitung weiter in Richtung Süden ausgebaut werden, teilweise haben die Arbeiten dafür schon begonnen. Noch 2025 soll die Anbindung an den Chemiepark Marl und den Wasserstoffspeicher Epe, der ebenfalls von RWE betrieben wird, erreicht werden. Damit wäre auch die Weiterleitung an industrielle Abnehmer und Importleitungen aus den Niederlanden möglich.

Der Bau des Wasserstoff-Kernnetzes startete im Oktober 2024. Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) schätzen die Baukosten auf 19 Milliarden Euro. Das Kernnetz soll alle 16 Bundesländer und die wichtigsten Industrieregionen verbinden, außerdem sind 13 Knotenpunkte an den Grenzen für den Import geplant. Nach Fertigstellung 2032 soll das Netz rund 9.000 Kilometer umfassen und eine Einspeisekapazität von 101 Gigawatt haben.

Das Kernnetz soll der Industrie helfen, klimaneutral zu werden. Beispielsweise ist vorgesehen, dass die Stahlproduktion künftig nicht mehr von fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdgas abhängig ist. Die Leitungen sollen Abnahmezentren in den Industrieregionen, künftige Speicher, Einspeisepunkte an der Küste und mit Wasserstoff betriebene Kraftwerke miteinander verbinden.

Für einen Überblick zu Wasserstoff-Investments lesen Sie das ECOreporter-Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die spannendsten Wasserstoff-Aktien.

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