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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Europäische Solarbranche warnt vor Insolvenzen
Solarmodule werden immer günstiger. Für Hausbesitzer ist das positiv, für die europäische Solarindustrie nicht. Der Branchenverband SolarPower Europe hat sich jetzt mit einem Hilferuf an die Europäische Union gewandt.
Laut einem Schreiben von SolarPower Europe an die EU sind die Preise für Solarmodule in diesem Jahr um über 25 Prozent auf teilweise unter 0,15 Euro je Watt gesunken. Der von chinesischen Anbietern angetriebene Preiskrieg mache es für europäische Hersteller „extrem schwierig“, ihre Produkte zu verkaufen, und berge akute Pleiterisiken, auch weil Firmen ihre hohen Lagerbestände abwerten müssten. Mit dem norwegischen Ingot-Hersteller Norwegian Crystals habe am 21. August bereits ein europäisches Solarunternehmen Insolvenz anmelden müssen.
Dumping-Preise aus China
SolarPower Europe sieht zudem das EU-Ziel, in Europa eine Solarproduktionskapazität von 30 Gigawatt aufzubauen, durch den Preiskrieg stark gefährdet. Der Verband fordert die EU auf, umgehend die hohen Lagerbestände europäischer Solarfirmen aufzukaufen, günstige Finanzierungsmöglichkeiten bereitzustellen, den Solarausbau weiter voranzutreiben und in Solarausschreibungen einheimische Hersteller zu bevorzugen. Zudem sollten keine Solarkomponenten mehr importiert werden dürfen, die in China mutmaßlich von Zwangsarbeitern hergestellt wurden.
Marktbeobachtern zufolge liegen die Verkaufspreise für chinesische Solarprodukte derzeit um bis zu 50 Prozent unter den Herstellungskosten. Die EU sprach letzte Woche diesbezüglich von „wettbewerbswidrigen Praktiken“.
"Chinesische Unternehmen bieten europäischen Kunden Zwei-Jahres-Verträge mit Preisen sogar unter 15 Cent pro Watt. Diese Angebote sind aber an eine Abnahmegarantie für zwei Megawatt pro Jahr gebunden", heißt es in einem Schreiber europäischer Hersteller an die EU. Die Lager der Kunden seien mit geschätzt 40 Gigawatt chinesischer Module mehr als gefüllt. In den Lagern der europäischen Produzenten liegen nach deren Angaben aktuell Solarmodule mit mehr als 500 Megawatt Leistungsvermögen, 30 Prozent mehr als sonst.
Laut einer Befragung des europäischen Branchenverbands ESMC sind in diesem Jahr in Europa bislang nur Solarprodukte mit einem Leistungsvermögen von 1 Gigawatt (GW) hergestellt worden. 2022 waren es noch 9 GW. Nach Angaben des ESMC stehen derzeit viele europäische Solarfabriken still. Unternehmen wie Meyer Burger haben bereits angekündigt, wegen der schlechten Rahmenbedingungen in Europa künftig verstärkt in den USA produzieren zu wollen (ECOreporter berichtete hier).
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