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ETF-Gebühren sollen weiter sinken
Anlegerinnen und Anleger können in den kommenden Jahren mit weiter sinkenden Gebühren bei ETFs rechnen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkonzerne berichtet. Das soll insbesondere für Produkte gelten, die Indizes aus den USA nachbilden.
Zuletzt habe etwa der Vermögensverwalter State Street Global Advisors bei ETFs auf den US-Index S&P 500 die Gesamtkostenquote (TER) weiter gesenkt. Diese umfasst fast alle Kosten eines Finanzprodukts, darunter Verwaltungsgebühren und Lizenzkosten. Im europäischen Geschäft liegt die TER der S&P 500-ETFs von State Street Global Advisors seit 1. November 2023 bei nur noch 0,03 Prozent, zuvor waren es 0,09 Prozent. Der Konzern erhofft sich davon weiteres Wachstum. Den S&P 500 und andere Indizes der S&P-Familie gibt es auch in nachhaltigen Varianten.
Kosten seit 1994 halbiert
State Street ist nicht der einzige Anbieter, der seine Gebühren senkt. Laut dem US-Analysehaus Morningstar haben sich die Kosten für ETFs seit 1994 im Schnitt auf heute rund 0,12 Prozent halbiert. Eine Statistik nur für nachhaltige Angebote nennt Morningstar nicht.
Drastische Gebührensenkungen können sich vor allem die großen Anbieter leisten. „Wir haben an unserer Kostenstruktur gearbeitet. Aber es stimmt, letztlich können nur die großen Anbieter solche Gebührensenkungen anbieten, man braucht Milliarden an verwaltetem Vermögen“, so Markus Weis, ETF-Experte bei State Street in Deutschland, gegenüber dem "Handelsblatt".
Eine Studie des New Yorker Finanzkonzerns Citigroup hatte zuletzt ergeben, dass wegen der niedrigen Gebühren zwischen einem Drittel und der Hälfte der mehr als 3.300 in den USA aufgelegten ETFs Probleme hätten, ihre Betriebskosten zu decken. Dies gelte selbst für milliardenschwere Produkte. ECOreporter hatte über die Studie hier berichtet.
Das ETF-Geschäft wird nach Einschätzung von State Street-Experte Weis auch in den kommenden Jahren deutlich steigen – den schwierigen Zeiten an den Börsen zum Trotz. In Europa ist der ETF-Markt laut "Handelsblatt" auf heute zwei Billionen US-Dollar gestiegen, vor 15 Jahren waren es nur 100 Milliarden US-Dollar. Global sei die Marke von zehn Billionen Dollar erreicht. Dabei sammeln nach Einschätzung Markus Weis die günstigsten ETFs auch das meiste Geld ein.
ECOreporter rät Anlegerinnen und Anlegern, bei ETFs nicht nur auf die Kosten zu schauen. Die Gebührenunterschiede zwischen vergleichbaren Produkten sind meist gering. Deutlich wichtiger ist der Index, den ein ETF abbildet – und aus nachhaltiger Sicht die Strenge des Auswahlverfahrens.