Enapter stellt Elektrolyseure für die Wasserstoffproduktion her - bislang noch ein Minusgeschäft. / Foto: Enapter

  Nachhaltige Aktien

Finanzspritze aus Hongkong: Enapter erhält 10 Millionen Euro

Das Berliner Wasserstoffunternehmen Enapter hat von seinem Mehrheitsaktionär ein Darlehen in Höhe von 10 Millionen Euro erhalten. Unternehmensangaben zufolge ist damit die Finanzierung der Enapter-Gruppe bis August 2024 gesichert.

Das Geld kommt vom Finanzinvestor Blugreen Company Ltd. aus Hongkong, der mehr als 65 Prozent der Enapter-Aktien hält. Das Darlehen hat eine Laufzeit von zwölf Monaten und kann vorzeitig zurückgezahlt werden.

Zudem ist der Gründer und bisherige Co-CEO der Enapter AG, Sebastian-Justus Schmidt, zum 31. Dezember 2023 „aus privaten Gründen“ aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Abschied hatte sich schon länger angedeutet, weshalb der Aufsichtsrat bereits zum 1. Juni letzten Jahres mit Jürgen Lackmann einen zweiten CEO installiert hatte. Lackmann wird Enapter nun alleine leiten. Schmidt soll dem Unternehmen als Berater und Großaktionär erhalten bleiben.

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Die Enapter-Aktie hat seit Ende 2020 stetig an Wert verloren, auf drei Jahre gesehen liegt sie 66 Prozent im Minus. Zuletzt deutete sich eine leichte Aufwärtsbewegung an, auf Wochensicht ist der Kurs um 10 Prozent gestiegen. Aktuell kostet die Aktie im Xetra-Handel 9,08 Euro (4.1.2024, 9:10 Uhr).

Enapter stellt Elektrolyseure her, mit denen grüner Wasserstoff produziert werden kann. Die Fertigung findet aktuell noch stückweise in Italien statt. Eine echte Massenproduktion will das Unternehmen mit dem sogenannten Enapter Campus aufbauen, einem mehr als 80.000 Quadratmeter großen Forschungs- und Entwicklungsstandort im nordrhein-westfälischen Saerbeck nahe Münster.

Wie geht es weiter mit dem Enapter Campus?

Zuletzt ist es still geworden um das Campus-Projekt. Im Mai 2023 hatte Enapter seinen ersten Elektrolyseur im Megawatt-Bereich vorgestellt, dieser soll ab 2024 in Vorserie und "mittelfristig in Serie" auf dem Campus gefertigt werden. Ursprünglich war der Beginn der Produktion in Saerbeck für Ende 2022 angekündigt worden. Die Fertigung sollte dann "schrittweise automatisiert und in die Massenproduktion überführt werden" mit dem Ziel, 10.000 Elektrolyseure im Monat zu fertigen.

Einen aktualisierten Stand oder Zeitplan meldete das Unternehmen in den letzten Monaten nicht mehr – allerdings wurden auch keine Probleme kommuniziert. Im August 2023 hatte der Konzern Stellenanzeigen etwa für Ingenieure und die Buchhaltung für den Standort Saerbeck veröffentlicht, aktuell wird laut Enapter-Website weiterhin eine Vertriebsleitung für den Campus gesucht.

Die Enapter-Aktie ist wie viele Wertpapiere aus dem Wasserstoff-Sektor ein spekulatives Investment. Aber auch Anlegerinnen und Anleger, die eine Wette auf Enapter eingehen möchten und bereit sind, einen möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals in Kauf zu nehmen, sollten Neuigkeiten zum Campus und den Plänen zur Serienfertigung abwarten.

Lesen Sie für mehr Informationen zu Wasserstoff-Investments das ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Enapter AG: ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0

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