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First Solar senkt trotz höherer Gewinne Prognose
Der US-Solarmodulhersteller First Solar hat im dritten Quartal 2024 mehr Gewinn erzielt. Aufgrund einer schwächeren Nachfrage sank allerdings der Umsatz. Auch für das Gesamtjahr korrigiert der Konzern seine Prognose nach unten. Die Aktie gibt nach.
Zwischen Juli und September erzielte First Solar einen Nettogewinn von 313 Millionen US-Dollar, ein Plus von rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen begründet den Anstieg in erster Linie mit höheren Preisen. Weil die Zölle auf in die USA importierte Solarmodule anstiegen, kann First Solar mit seiner Produktion in den Vereinigten Staaten die vor allem chinesische Konkurrenz auch bei eigenen Preiserhöhungen noch unterbieten.
Weniger Modulverkäufe – Umsatz sinkt
Der Umsatz von 900 Millionen Dollar im dritten Quartal bedeutete allerdings einen Rückgang um 100 Millionen Dollar gegenüber dem zweiten Quartal. First Solar führt den Rückgang vor allem auf den niedrigeren Absatz von Solarmodulen zurück. Hinzu kamen Rückstellungen für Produktgarantien – diese wurden laut Unternehmen teilweise durch Entschädigungszahlungen im Zuge von Kündigungen durch Kunden in den USA und Indien ausgeglichen.
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Der Umsatzrückgang zeigt ein Dilemma von First Solar. Obwohl die Geschäfte besser laufen als bei anderen Unternehmen der Solarbranche, etwa den Wechselrichterherstellern SolarEdge und Enphase Energy, sieht auch First Solar Probleme bei der Nachfrage. So verzeichnete der Konzern einen deutlichen Rückgang der Installationen durch Privathaushalte im Laufe des Jahres. Hinzu kommen Probleme bei Großprojekten, wie verlängerte Anschlusszeiten an das Stromnetz und ein Mangel an Fachkräften. Kunden sagen deshalb Projekte ab oder verschieben sie.
First Solar hat in den letzten zwei Jahren stark vom Inflation Reduction Act (IRA) der Biden-Regierung profitiert. Das 2022 erlassene Gesetz beinhaltet Steuergutschriften und andere Initiativen für saubere Energie. First Solar investiert deshalb Milliarden in den Ausbau seiner US-Produktion, bis 2026 will das Unternehmen seine Herstellungskapazität in den Vereinigten Staaten auf 14 Gigawatt verdoppeln.
Aufgrund der schwächeren Verkäufe senkte First Solar nun seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2024 auf eine Spanne zwischen 4,1 und 4,25 Milliarden Dollar. Bislang hatte der Konzern mit Umsätzen von 4,4 bis 4,6 Milliarden Dollar gerechnet. Das operative Ergebnis erwartet First Solar jetzt in einer Spanne von 1,48 bis 1,54 Milliarden Dollar. Auch das liegt unter der ursprünglichen Prognose von 1,5 bis 1,6 Milliarden Dollar.
Aktie langfristig fast 300 Prozent im Plus
Die First Solar-Aktie ist nach Veröffentlichung der neuen Prognose im Tradegate-Handel aktuell 5,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 168,50 Euro (Stand: 30.10.2024, 10:48 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 21,7 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 31,7 Prozent im Plus.
Nach hohen Kursgewinnen insbesondere seit Mitte 2022 befindet sich die First Solar-Aktie seit Mai dieses Jahres in einer Korrekturphase. Langfristig betrachtet steht sie weiter hervorragend da, in den letzten fünf Jahren gewann sie 280 Prozent an Wert.
ECOreporter hat mehrfach vor möglichen Rücksetzern gewarnt und auch darauf hingewiesen, dass der US-Wahlkampf den Kurs stark beeinflusst. Ob es zu deutlichen Streichungen der Förderung Erneuerbarer Energien kommt, falls Donald Trump wieder US-Präsident wird, ist zwar umstritten. Allein Spekulationen über unfreundlichere Bedingungen für Erneuerbare Energien könnten die Börsenkurse von Unternehmen wie First Solar aber bereits empfindlich beeinflussen.
Trotz der insgesamt starken Kurszuwächse seit 2022 ist die First Solar-Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 für 2024 moderat bewertet. Die deutliche Gewinnsteigerung konnte mit der rasanten Entwicklung an der Börse Schritt halten. Ein Einstieg kommt nach Ansicht der Redaktion aber nur für mutige Anlegerinnen und Anleger infrage.
First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM