Geberit erwartet auch 2025 in wichtigen Märkten einen Rückgang bei Neubauten. / Foto: Geberit

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Geberit hält Umsatz stabil – Geschäft bleibt 2025 unter Druck

Der Schweizer Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2024 seinen Umsatz konstant gehalten und den Absatz steigern können. Auch 2025 bleiben die Herausforderungen für den ECOreporter-Aktien-Favoriten aufgrund des schwächelnden Bausektors aber hoch.

Nach vorläufigen Zahlen erzielte Geberit 2024 einen Umsatz von 3,09 Milliarden Schweizer Franken (3,3 Milliarden Euro), damit blieben die Einnahmen gegenüber 3,08 Milliarden Franken im Vorjahr stabil. Auch 2023 hatte das Unternehmen bereits unter der rückläufigen Bautätigkeit in Europa gelitten.

Niedrigere Marge erwartet

Belastet wurde der Umsatz 2024 durch ungünstige Währungseffekte. In Lokalwährungen verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent. Dieses Wachstum war laut Geberit vollständig durch höhere Absatzzahlen getrieben. Man habe trotz "der sehr herausfordernden Rahmenbedingungen für die Sanitärindustrie" Marktanteile ausbauen können.

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Im vierten Quartal 2024 ging der Umsatz gegenüber "einer starken Vorjahresperiode" um 1,3 Prozent auf 685 Millionen Franken (729 Millionen Euro) zurück. Währungsbereinigt wurde ein kleines Plus von 0,7 Prozent erzielt.

Gewinnzahlen teilte Geberit noch keine mit. Allerdings erwartet das Unternehmen, dass die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) "leicht unter Vorjahr" liegen wird. Während sich niedrigere Materialkosten und der höhere Absatz positiv auswirkten, belasteten "die hohe Lohninflation in vielen Ländern und verschiedene Projekte zur Stärkung der Marktposition".

Geberit gab außerdem bekannt, dass 2026 das Keramikwerk im nordrhein-westfälischen Wesel geschlossen wird. Laut Unternehmen ist die Infrastruktur veraltet und das Wachstumspotenzial gering. Von der Entscheidung betroffen seien rund 300 Mitarbeitende. Die Schließung verursacht laut Mitteilung Kosten von 40 Millionen Euro. Die jährlichen Einsparungen schätzt Geberit auf 10 Millionen Euro.

Auch im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2025 wird sich der für Geberit relevante Neubaumarkt in wichtigen Märkten wie Deutschland, den nordischen Ländern und Österreich nach Einschätzung des Konzerns weiterhin rückläufig entwickeln. Nach den starken Rückgängen der Bautätigkeit seit Mitte 2022 dürfte sich die Nachfrage im Verlauf von 2025 allerdings insgesamt stabilisieren, so die Schweizer. Für den Renovationsmarkt, der rund 60 Prozent des Geschäfts von Geberit ausmacht, wird hingegen eine stabile bis leicht positive Entwicklung erwartet.

Die Geberit-Aktie ist als Schweizer Wertpapier in EU-Ländern nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier. Auf die Aktie gibt es aber einen sogenannten American Depositary Receipt (ADR), einen Hinterlegungsschein, der wie eine Aktie an der Börse handelbar und auch in Europa zugänglich ist – in Deutschland etwa an den Börsen Berlin, Frankfurt und Stuttgart.

Unsicherer Ausblick

Im Fall von Geberit entspricht dieser ADR einem Zehntel der regulären Namensaktie. ADRs sind dividendenberechtigt, dementsprechend besteht mit dem Geberit 1/10-ADR ein Anspruch auf ein Zehntel der regulären Dividende. Die Dividendenrendite und das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis entsprechen den Werten der Aktie.

Im Handel an der Börse Frankfurt ist der ADR aktuell 1,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 53,00 Euro (Stand: 16.1.2025, 9:05 Uhr). Auf Monatssicht ist der ADR 9,6 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat er 7,1 Prozent eingebüßt.

ECOreporter schätzt die Geberit-Aktie unverändert als Investment mit erhöhten Risiken ein. Wann sich die Lage im Bausektor verbessert, ist aktuell kaum zu prognostizieren, mittelfristig bleibt die Perspektive für Geberit daher unsicher.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von ADR und Aktie ist mit 27 für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 hoch. Zwar sind Schweizer Aktien traditionell oft etwas höher bewertet, bei Geberit muss man die Bewertung aber auch im Kontext der Rücksetzer sehen – in den letzten drei Jahren ging es für den Börsenkurs bereits 20 Prozent abwärts. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten die weitere Geschäftsentwicklung abwarten. Die erwartete Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2024 liegt bei ordentlichen 2,4 Prozent.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Mittelklasse-Aktien: Bei diesen ECOreporter-Favoriten können Sie jetzt noch einsteigen.

Geberit AG Namensaktie (Unsponsored) ADR 1/10: ISIN US36840V1098 / WKN A2PM5R

Geberit AG Namensaktie ISIN CH0030170408 / WKN A0MQWG

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