Wird TSMC seine Marktstellung in der Chip-Auftragsfertigung weiter ausbauen? / Foto: TSMC

  Nachhaltige Aktien

Hilft TSMC Donald Trump, Intel zu retten?

Schon seit Monaten kursieren Gerüchte über eine Zerschlagung des einst wertvollsten Chipkonzerns Intel. Mittlerweile soll sich sogar US-Präsident Donald Trump eingeschaltet haben, um das angeschlagene Unternehmen wieder flott zu bekommen.

Manager des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers TSMC sollen bei den US-Konzernen Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom wegen einer möglichen gemeinsamen Übernahme von Intel-Sparten vorgefühlt haben. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Demnach überlegt TSMC, zusammen mit Partnern die Auftragsfertigung von Intel zu kaufen und sie in den eigenen Konzernverbund zu integrieren.

TSMC dürfte dem Bericht zufolge aber nur maximal 50 Prozent der Anteile an einem neuen Gemeinschaftsunternehmen besitzen. Denn Donald Trump soll den taiwanesischen Chip-Riesen zwar gebeten haben, Intel unter die Arme zu greifen, möchte aber offenbar nicht, dass ein ausländischer Investor eine Mehrheitsbeteiligung eingeht.

Alle genannten Unternehmen und auch die US-Regierung wollten sich laut „Handelsblatt“ nicht zu dem Thema äußern oder waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Im Februar hatte bereits das „Wall Street Journal“ über ein angebliches Interesse von TSMC und Broadcom an einer Übernahme von Intel-Sparten berichtet (ECOreporter berichtete hier).

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Die Intel-Aktie gewann gestern nach Bekanntwerden der neuen Übernahmegerüchte 5 Prozent an Wert, am frühen Nachmittag kostete sie im Tradegate-Handel 19,04 Euro (Stand 12.3.2025, 14:36 Uhr). In den letzten Jahren ist der Börsenkurs stark gesunken. Auf zwölf Monate gesehen hat er 56 Prozent eingebüßt, auf fünf Jahre gesehen ist er 60 Prozent im Minus.

Intel schreibt rote Zahlen

Intel hat durch strategische Fehler technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie TSMC verloren. Beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel daher bislang praktisch keine Rolle, gleichzeitig schwächelt das Kerngeschäft mit Prozessoren für PCs und Laptops. Das Geschäftsjahr 2024 hat der Konzern tief in den roten Zahlen abgeschlossen, auch der weitere Ausblick sorgte für Enttäuschung am Finanzmarkt. ECOreporter berichtete hier.

Intel muss wegen der Probleme sparen und streicht tausende Stellen. Mittlerweile sind auch mehrere große Fabrikneubauten auf Eis gelegt. Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern zwar bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Ob das gelingt, ist aber unklar.

ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Intel-Aktie ab. Zu groß sind die Unsicherheiten über die Zukunft des Konzerns.

Welche Aussichten hat die TSMC-Aktie?

TSMC ist der wichtigste Chiphersteller der Welt und steht wirtschaftlich sehr gut da. Allerdings gibt es seit Jahren die Sorge, die westliche Welt könnte von der Versorgung mit hochmodernen Chips abgeschnitten werden, falls China Taiwan abriegeln oder dort einmarschieren sollte. Peking betrachtet die de facto unabhängige Insel als abtrünnige Provinz.

Um seine Produktion internationaler aufzustellen, plant TSMC zahlreiche neue Fabriken, unter anderem in Dresden. In den USA will der Konzern 100 Milliarden Dollar in neue Fertigungsstätten investieren, auch um Strafzölle zu vermeiden.

Die TSMC-Aktie notierte gestern im Tradegate-Handel 3,5 Prozent im Plus zum Vortag und notierte bei 162,00 Euro (Stand: 12.3.2025, 14:51 Uhr). Die Aktie hat sich langfristig gut entwickelt: Im Jahresvergleich ist sie 23 Prozent im Plus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 238 Prozent an Wert gewonnen. Zuletzt befand sie sich in einer Korrekturphase, in den letzten vier Wochen verlor sie 22 Prozent.

ECOreporter schätzt die politischen Risiken für TSMC vor allem mit Blick auf China weiterhin als hoch ein – bis es eine nennenswerte Fertigung außerhalb Taiwans gibt, werden Jahre vergehen, und Taiwan wird auch dann weiterhin der wichtigste Produktionsstandort bleiben. Hinzu kommt, dass der Konzern seit Jahren vor allem vom mittlerweile überhitzten und auch nervösen KI-Sektor profitiert.

Teuer ist die TSMC-Aktie derzeit nicht, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 liegt bei moderaten 17. Bei einem Nachlassen des KI-Hypes oder einer chinesischen Handelsblockade könnte es aber zu weiteren empfindlichen Rücksetzern kommen. Die Aktie bleibt eine Investmentidee für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR:  ISIN US8740391003 / WKN 909800

Intel Corp.:  ISIN US4581401001 / WKN 855681

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