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Chipkonzern TSMC: 100 Milliarden Dollar für US-Fertigung
Der taiwanesische Chipfertiger TSMC will seine US-Produktion offenbar deutlich ausbauen. Zuletzt hatte die US-Regierung die Chipbranche in Taiwan insgesamt unter Druck gesetzt.
TSMC plane, in den kommenden Jahren 100 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten zu investieren, verkündete US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Konzernverantwortlichen. Trump hatte zuletzt verlauten lassen, Taiwan habe den USA "das Chipgeschäft weggenommen", und drohte mit Zöllen, sollten Hersteller nicht verstärkt in den USA produzieren.
Zollverschonung für Investitionen
TSMC ist der größte Chiphersteller der Welt. Allerdings gibt es seit Jahren die Sorge, die westliche Welt könnte von der Versorgung mit modernen Chips abgeschnitten werden, falls China Taiwan abriegeln oder dort einmarschieren sollte. Peking betrachtet die de facto unabhängige Insel als abtrünnige Provinz.
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Aktuell baut TSMC mehrere Chipwerke im US-Bundesstaat Arizona. Die Zahl der geplanten Fabriken wurde mittlerweile von drei auf sechs erweitert, die geplanten Investitionen stiegen von 12 auf 65 Milliarden Dollar. Die Regierung von Trumps Vorgänger Joe Biden hatte TSMC Subventionen von mehr als 6 Milliarden Dollar für den Ausbau der US-Fertigung zugesprochen.
Weitere Subventionen in den Vereinigten Staaten soll es offenbar nicht geben. US-Handelsminister Howard Lutnick betonte stattdessen, dass TSMC dank Trumps Zolldrohung ohne Zusage weiterer Fördermittel zur Investition von 100 Milliarden Dollar bereit gewesen sei. TSMC soll im Gegenzug von Zöllen ausgenommen werden.
Welche Halbleiter genau TSMC mit den nun angekündigten US-Investitionen produzieren will, blieb zunächst unklar. In der zweiten Fabrik in Arizona, die 2028 in Betrieb gehen soll, plant der Konzern, moderne Halbleiter mit Strukturbreiten von zwei Nanometern zu produzieren. Je geringer die Strukturbreite, desto leistungsfähiger und energieeffizienter sind Mikrochips. TSMC baut seine Fertigung auch in der Heimat Taiwan und in weiteren Ländern international aus, in Dresden entsteht eine Europa-Fabrik.
KI und China bergen Risiken
Die TSMC-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 168,00 Euro (Stand: 4.3.2025, 10:25 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 15,5 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 31,7 Prozent an Wert gewonnen. In den letzten fünf Jahren stieg der Börsenkurs im Zuge des KI-Booms um 236 Prozent.
Dass TSMC von US-Zöllen verschont bleiben dürfte, sind gute Nachrichten für den Konzern. Allerdings sind die politischen Risiken vor allem mit Blick auf China weiterhin hoch – bis es eine nennenswerte Fertigung außerhalb Taiwans gibt, werden Jahre vergehen, und Taiwan wird auch weiterhin der wichtigste Produktionsstandort bleiben. Hinzu kommt, dass der Konzern vor allem vom mittlerweile überhitzten und auch nervösen KI-Sektor profitiert.
So überbewertet wie etwa das Papier des wichtigsten Kunden Nvidia ist die TSMC-Aktie trotz der enormen Kursgewinne in den letzten Jahren zwar nicht. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 liegt bei moderaten 19. Bei einem Nachlassen des KI-Hypes oder einer chinesischen Handelsblockade könnte es aber zu empfindlichen Rücksetzern kommen. Die erwartete Dividendenrendite ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800
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