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Intel verschiebt 28-Milliarden-Bau in Ohio
Der US-Chipkonzern Intel legt ein weiteres Großprojekt auf Eis. Übernahmegerüchte haben den Börsenkurs des angeschlagenen Unternehmens zwischenzeitlich stark steigen lassen.
Intel teilte Ende letzter Woche mit, der 28 Milliarden Dollar teure Bau einer neuen Halbleiterfabrik im US-Bundesstaat Ohio werde sich bis mindestens 2030 verzögern. Eigentlich hätte das Werk in diesem Jahr in Betrieb gehen sollen. Intel geht aber offenbar davon aus, die Fabrik wegen einer schwachen Marktnachfrage vorerst nicht auslasten zu können. Im letzten Jahr hatte der Konzern bereits seine geplante Fertigungsstätte in Magdeburg auf Eis gelegt (ECOreporter berichtete unter anderem hier).
Unterdessen spekulieren Branchenbeobachter weiter über eine Zerschlagung von Intel. Die Chipkonzerne Broadcom aus den USA und TSMC aus Taiwan sollen Interesse an einer Übernahme verschiedener Intel-Sparten haben (mehr dazu lesen Sie hier).
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Die Übernahmegerüchte haben Intels Börsenkurs im Februar zwischenzeitlich um mehr als 40 Prozent steigen lassen. In den letzten zwei Wochen verlor die Aktie allerdings bereits wieder an Wert, derzeit bewegt sie sich auf dem Niveau von vor drei Monaten. Langfristig hat sich der Kurs schlecht entwickelt, auf drei Jahre gesehen ist er um 46 Prozent gefallen. Aktuell kostet die Aktie im Tradegate-Handel 22,87 Euro (Stand 3.3.2025, 9:51 Uhr).
Intel muss gleichzeitig sparen und in neue Chip-Technologien investieren
Intel hat durch strategische Fehler technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie TSMC verloren. Beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel daher bislang praktisch keine Rolle, gleichzeitig schwächelt das Kerngeschäft mit Prozessoren für PCs und Laptops. Das Geschäftsjahr 2024 hat der Konzern tief in den roten Zahlen abgeschlossen, auch der weitere Ausblick sorgte für Enttäuschung am Finanzmarkt. ECOreporter berichtete hier.
Intel muss wegen der Probleme sparen und streicht tausende Stellen. Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern zwar bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Ob das gelingt, ist aber unklar.
Wie wahrscheinlich eine Zerschlagung von Intel wirklich ist, lässt sich aktuell schwer einschätzen. Entsprechende Pläne der Konkurrenz sind offenbar noch in einem frühen Stadium, hinzu kommt der mögliche Widerstand durch die US-Regierung. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es Gerüchte gegeben, der US-Konzern Qualcomm prüfe eine mögliche Übernahme von Intel – davon hat Qualcomm aber offenbar wieder Abstand genommen.
ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Intel-Aktie ab. Zu groß sind die Unsicherheiten über die Zukunft des Konzerns.
Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681
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