E.M.E. Development bietet nachhaltige Energiekonzepte für Unternehmen an. Frisches Geld soll über eine Anleihe eingesammelt werden. / Symbolfoto: Pixabay

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Im Check: Anleihe von E.M.E. Development mit 8,5 % Zins plus Bonuszins

Die E.M.E. Development GmbH entwickelt Energiekonzepte für energieintensive mittelständische Betriebe. Um den Geschäftsausbau zu finanzieren, bietet das Unternehmen die „E.M.E. KMU-Energie Anleihe 1“ an. Deren Zinssatz beträgt 8,5 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund fünf Jahren. Zudem ist ein umsatzabhängiger Bonuszins möglich. Wie hoch ist das Risiko?

Emittentin der Anleihe ist die E.M.E. Development GmbH aus Rottach-Egern am Südufer des Tegernsees in Bayern. Die Geschäftstätigkeit der Emittentin besteht laut Basisinformationsblatt (BIB, Erstellungsdatum: 29. Februar 2024) in der Allokation, Planung, Umsetzung und Betriebsführung von Energie-Effizienzprojekten. Hierzu gehören nach Angaben von E.M.E. Development mittelständische Unternehmen, Industrie, Wohnliegenschaften, Photovoltaik- und Wasserstoff-Projekte und weitere mit der Erzeugung, dem Transport und dem Verbrauch zusammenhängende Energieprojekte.

Bonuszins von bis zu 6 Prozent pro Jahr

Die Laufzeit der Anleihe beginnt laut BIB am 26. Februar 2024 und endet am 31. Mai 2029. Der Zinssatz beträgt 8,5 Prozent pro Jahr. Zudem werden die Anlegerinnen und Anleger laut BIB mit einem Umsatzbonus am Jahresumsatz der Emittentin der Geschäftsjahre 2024 bis 2028 beteiligt, wobei die Beteiligung im ersten Jahr zeitanteilig gekürzt erfolgt. Der jährliche Bonuszins beträgt laut BIB 0,1 Prozent des Zeichnungsbetrages je 100.000 Euro Jahresnettoumsatz. Der Bonuszins wird fällig für jedes Wirtschaftsjahr, in dem der Nettoumsatz 2,5 Millionen Euro übersteigt, und wird auf Basis des übersteigenden Betrags berechnet. Die Höhe des Bonuszinses ist laut BIB gedeckelt und beträgt maximal 6 Prozent pro Jahr, bezogen auf das gezeichnete Kapital.

Das Emissionsvolumen der Anleihe „E.M.E. KMU-Energie Anleihe 1“ (ISIN: DE000A351272) beträgt bis zu 999.000 Euro. KMU steht für kleine und mittlere Unternehmen. Bei der angebotenen Anleihe handelt es sich um nachrangige Teil-Inhaberschuldverschreibungen mit einem qualifizierten Rangrücktritt. Als Mindestzeichnungssumme wird auf der Internetseite der E.M.E. Group (Abruf: 7. März 2024) 1.000 Euro genannt, laut BIB beträgt die Mindestzeichnungssumme aber 25.000 Euro.

Laut Pressemitteilung vom 28. Februar 2024 („Wachstumsimpuls: E.M.E. Development GmbH platziert erstmalige Unternehmensanleihe“) handelt es sich bei dem Anleiheangebot um die erste KMU-Energie-Anleihe der Emittentin. Allerdings hatte das Unternehmen früher als Privatplatzierung eine andere Anleihe unter einer anderen Bezeichnung (Development Bond) angeboten.

Zudem hatte E.M.E. Development zwei Crowdinvestings angeboten, in die nach Angaben der Plattform Rockets Investment zusammen rund 900 Investorinnen und Investoren insgesamt rund 1 Million Euro investiert haben.

ECOreporter hatte sich das zweite Crowdinvesting in einem Crowd-Test im August 2023 näher angesehen.

Danach wurde ein wichtiges Dokument der Emittentin veröffentlicht, das für die Bewertung von erheblicher Bedeutung ist, auch für das aktuelle Anleiheangebot.

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E.M.E. Development GmbH ist bilanziell überschuldet

Im September 2023 wurde der Jahresabschluss der Emittentin zu ihrem Geschäftsjahr 2022 im Unternehmensregister veröffentlicht. Laut Gewinn- und Verlustrechnung hat das Unternehmen für 2022 einen Jahresfehlbetrag von rund 350.000 Euro verzeichnet. Für 2021 belief sich der Jahresfehlbetrag sogar auf rund 910.000 Euro. Der Verlust verringerte sich im Jahresvergleich hauptsächlich aufgrund der Umsatzerlöse, die sich von rund 280.000 Euro (2021) auf rund 1,03 Millionen Euro (2022) erhöhten.

Aufgrund der angefallenen Verluste erhöhte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag zum 31. Dezember 2022 auf rund 1,9 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von rund 2,72 Millionen Euro. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag ist auch deswegen so hoch, weil die Gesellschafter laut der Bilanz für 2022 als Eigenkapital nur das Stammkapital von 25.000 Euro in die Emittentin eingebracht haben. Zudem hat das Unternehmen laut Jahresabschluss-Anhang zum 31. Dezember 2022 Forderungen gegenüber Gesellschaftern von rund 51.000 Euro.

Die Emittentin ist aufgrund des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags buchmäßig überschuldet (bilanzielle Überschuldung). Zur Vermeidung einer Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne sind laut Jahresabschluss-Anhang folgende Verbindlichkeiten mit einer qualifizierten Nachrangabrede abgeschlossen worden: E.M.E. Development Bond in Höhe von 1,5 Millionen Euro sowie die Zinsverbindlichkeiten von 44.691,78 Euro, Nachrangdarlehen GreenRocket Crowdfunding in Höhe von 434.400 Euro sowie die Zinsverbindlichkeiten von 17.089,37 Euro.

Auch Tochtergesellschaften verzeichnen Jahresfehlbeträge

Das Anlagevermögen der E.M.E. Development GmbH beträgt laut Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 nur rund 73.000 Euro. Darunter sind Beteiligungen (Finanzanlagen) von rund 51.000 Euro. Laut Jahresabschluss-Anhang hält die Emittentin jeweils 100 Prozent der Anteile an drei anderen E.M.E.-Gesellschaften, die den Anhang-Angaben zufolge alle jeweils einen Jahresfehlbetrag (zusammen rund 1,2 Millionen Euro) und ein negatives Eigenkapital (zusammen rund 1,9 Millionen Euro) aufweisen.

Nach Einschätzung von ECOreporter bestehen für Anlegerinnen und Anleger der Emittentin weiterhin erhebliche Risiken, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.

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