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Im Test: GLS Bank Rentenfonds
Der GLS Bank Rentenfonds will in risikoarme Anleihen von Unternehmen und Staaten anlegen, die die strengen Nachhaltigkeitsvorgaben der Bochumer GLS Bank erfüllen. Gelingt dies? ECOreporter hat den Fonds unter die Lupe genommen.

Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten als PDF.
Rentenfonds heißen so, weil sie Anleihen enthalten, die regelmäßig Zinsen (Renten) zahlen. Bei Anleihen großer Unternehmen und wirtschaftlich stabiler Staaten sind die Ausfallrisiken gering, daher eignen sich solche Papiere als Sicherheitsbaustein im Depot und als sinnvolles Gegengewicht zu Aktien, die für gewöhnlich deutlich stärker im Kurs schwanken. Dafür bringen Aktien langfristig gesehen höhere Renditen.
Der GLS Bank Rentenfonds ist der erste reine Anleihefonds der GLS Bank, es gibt ihn seit November 2023. Die Auswahlkriterien sind genauso streng wie bei den übrigen GLS-Fonds, ausgeschlossen werden neben fossilen Energien, Rüstung und Menschenrechtsverletzungen beispielsweise auch Landwirtschaft auf gerodeten Flächen und der Bau von Staudämmen (eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie unten im Premium-Bereich).
Der Schwerpunkt liegt auf Europa
Zudem müssen die investierten Unternehmen und Staaten nachhaltige Wirkung erzeugen. Die GLS-Fondstochter GLS Investments bevorzugt bei der Auswahl Green Bonds, also Anleihen, deren Geld für konkrete nachhaltige Projekte verwendet wird.
Zum Testzeitpunkt sind 36 Prozent der Papiere im Fonds Staatsanleihen. 25 Prozent sind Pfandbriefe, also besicherte Anleihen von Pfand- und Hypothekenbanken. Fast alle Anleihen kommen aus Europa. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Papiere liegt bei etwas über viereinhalb Jahren, der durchschnittliche Zinssatz bei 2,64 Prozent (warum Zins und Rendite bei Anleihen nicht das Gleiche sind, erklärt ECOreporter hier).

Wo der Fonds investieren darf, entscheidet der unabhängige achtköpfige Anlageausschuss, dem unter anderem Expertinnen und Experten vom Südwind-Institut, dem BUND und dem Bioökonomierat der Bundesregierung angehören. ECOreporter hat alle 79 Anleihen im Bestand geprüft: Nach Einschätzung der Redaktion verstößt keine gegen die Anlagekriterien.
Der GLS Bank Rentenfonds erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,6. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der GLS-Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).
Den vollständigen Fondstest finden Sie unten als gestaltetes PDF.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.
Das schließt der Fonds aus:
Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
- Atomenergie/Uranabbau
- Kohleförderung/Kohleverarbeitung
- Erdölförderung/Erdölverarbeitung
- Erdgasförderung
- Waffen
- Schlüsselkomponenten für Rüstungsgüter
- Bergbau
- Konfliktmineralien
- Kahlschlag in Primärwäldern
- Landwirtschaft auf gerodeten Flächen
- Bau und Betrieb von Staudämmen
- Biozide & Pestizide
- Chemisch-synthetischer Dünger
- Gentechnik in der Landwirtschaft
- Kontroverse Chemikalien (u.a. DDT, Phthalate, Chlorchemie)
- Massentierhaltung
- Pelze
- Tabakwaren
- Menschenrechtsverletzungen
- Arbeitsrechtsverletzungen
- Kontroverses Umweltverhalten
- Kontroverse Wirtschaftspraktiken (u.a. Bilanzfälschung, Korruption)
Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle
- Energieerzeugung aus Kohle (5 %, wenn Ausstieg bis 2025)
- Energieerzeugung aus Erdöl (5 %)
- Erdölhandel (5 %)
- Energieerzeugung aus Erdgas (5 %)
- Betrieb von Öl- und Gaspipelines (5 %)
- Energieerzeugung aus Biomasse (ausgenommen Abfallstoffe) (5 %)
- Sonstige Rüstungsgüter (5 %)
- Spirituosen (5 %)
- Glücksspiel (5 %)
- Tierversuche für nicht-medizinische Produkte (5 %)
Ausschlusskriterien für Staaten
- Vollzug der Todesstrafe und Folter
- „Unfrei“ nach Freedom House-Richtwerten
- Nichtunterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags und der Genfer Kriegsrechtskonvention
- Nichtunterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und der Konvention zur biologischen Vielfalt
- Ausbau der Atomenergie
- Hohes Maß an Korruption
Geringe Umsätze (unter 5 Prozent) sind in einigen kontroversen Geschäftsfeldern in Einzelfällen bei Transformationsunternehmen erlaubt. Das sind Firmen aus umstrittenen Branchen, die sich deutlich nachhaltiger ausrichten, beispielsweise indem sie ihre Kohlekraftwerke zu Biomassekraftwerken umrüsten. Der Anlagebeirat des Fonds muss solchen Investments zustimmen.
Stand 6/2024
