Der GLS Bank Klimafonds investiert in viele Erneuerbare-Energie-Aktien, beispielsweise den dänischen Windradbauer Vestas. / Foto: Vestas

  Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: GLS Bank Klimafonds

Der GLS Bank Klimafonds will in klimafreundliche Anleihen und Aktien investieren. Wird der Fonds der Bochumer GLS Bank seinen hohen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht? Und wie viel nachhaltige Wirkung erzeugt er? ECOreporter hat den Klimafonds eingehend getestet.

Der GLS Bank Klimafonds, 2017 gestartet, ist ein eher defensiver Mischfonds. Er investiert zu einem Drittel in Aktien und zu zwei Dritteln in Anleihen.

Die GLS Bank verspricht, dass der Fonds nur in Unternehmen oder Staaten anlegt, die dazu beitragen, klimaschädliches CO2 einzusparen, oder auf andere Weise die Klimawende vorantreiben. Wichtig sind bei der Auswahl der Wertpapiere neben den strengen Anlagegrundsätzen der GLS Bank speziell entwickelte Klimakriterien, die die Klimastrategie und die Produktverantwortung eines Unternehmens betreffen. Sie leiten sich aus den Zielen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen ab, den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Die GLS-Fondstochter GLS Investments lässt die Klimawirkung des Fonds regelmäßig von einer Nachhaltigkeits-Ratingagentur überprüfen.

Aufwendiger Nachhaltigkeitsansatz

Ehe das Fondsmanagement eine Aktie oder Anleihe in das Portfolio aufnimmt, wird jedes Wertpapier eingehend auf seine Nachhaltigkeit abgeklopft. In eine Anleihe oder Aktie investiert der Fonds nur, wenn ein mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzter Anlageausschuss diese als besonders grün ansieht.

Der Fonds hält zahlreiche Green Bonds. Das sind Anleihen, die zur Finanzierung klimafreundlicher Projekte dienen, beispielsweise für Wind- und Solaranlagen, E-Auto-Ladestationen oder energieeffiziente Gebäude. Zudem spendet die GLS Investments einen Teil der Fondsgebühren an gemeinnützige Klimaschutzvorhaben.

ECOreporter hat den kompletten Aktien- und Anleihenbestand (rund 200 Positionen) überprüft: Zum Testzeitpunkt verstößt kein Unternehmen und kein Staat gegen die Anlagerichtlinien des Fonds.

Der GLS Bank Klimafonds erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,1. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der GLS-Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).

Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Eine Übersicht über alle ECOfondstests und weitere Informationen zu nachhaltigen Fonds hat die Redaktion hier für Sie zusammengestellt.

Einzeltest
Mischfonds

GLS Bank Klimafonds


Finanzen: Der Fonds hat in den letzten 12 Monaten (24.2.2025 – 24.2.2026) 6,8 % an Wert gewonnen. Ein ähnlich gewichteter Mix aus dem Aktienindex MSCI World und dem Anleihenindex Merrill Lynch Global kam im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 3,9 %. Auf Sicht von 3 Jahren hat der Fonds 11,8 % zugelegt (Vergleichsindex-Mix: plus 23,9 %). Auf 5 Jahre ist der Fonds 2 % im Minus. Für einen anspruchsvollen Mischfonds eher niedrige Jahresgesamtkosten von 1,17 %.

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Im Vergleich mit anderen Mischfonds geringe Wertschwankungen.

Unternehmen im Fonds: Boralex (Erneuerbare Energien), Tomra Systems (Pfandautomaten). / Fotos: UnternehmenUnternehmen im Fonds: Boralex (Erneuerbare Energien), Tomra Systems (Pfandautomaten). / Fotos: Unternehmen
Unternehmen im Fonds: Boralex (Erneuerbare Energien), Tomra Systems (Pfandautomaten). / Fotos: Unternehmen

Nachhaltigkeit: Der Fonds investiert in Anleihen und Aktien von Unternehmen und Staaten, die einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Diese müssen spezielle Klimakriterien erfüllen und zudem den strengen Anlagegrundsätzen der Bochumer GLS Bank genügen: unter anderem keine Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte, keine Atomkraft, Massentierhaltung und Waffen. Auch Geschäftsbeziehungen der Unternehmen und Staaten, in die der Fonds anlegt, untersucht die GLS-Fondstochter GLS Investments. Ein Anlageausschuss mit unabhängigen Expertinnen und Experten überprüft die Nachhaltigkeit der Unternehmen und legt fest, in welche Firmen der Fonds investieren darf. Das hauseigene Nachhaltigkeitsresearch der GLS Investments nutzt neben seinen Analysen auch Daten von Nachhaltigkeits-Ratingagenturen sowie Kontakte zu Organisationen wie Greenpeace, urgewald oder Südwind. Der Fonds hält viele Aktien von Grünstrom-Unternehmen, etwa Energiekontor, Vestas, Scatec, Boralex und 7C Solarparken. Ebenfalls im Portfolio: der Fahrradteilekonzern Shimano, der Pfandautomatenhersteller Tomra und mehrere Bahngesellschaften. Dazu zahlreiche grüne Anleihen, u.a. vom Wasserstromerzeuger Verbund, dem Windparkbauer Ørsted und dem Solarunternehmen Africa GreenTec. Zum Testzeitpunkt enthält der Fonds etwa 66 % Anleihen und 33 % Aktien. ECOreporter hat den kompletten Bestand (rund 200 Wertpapiere) geprüft und keine Verstöße gegen die Nachhaltigkeitsgrundsätze des Fonds festgestellt.

Transparenz: Die GLS Investments veröffentlicht einmal im Quartal die vollständige aktuelle Wertpapierliste. Ein jährlich erscheinender Wirkbericht erläutert den Nachhaltigkeitsansatz des Fonds und stellt dar, wie die GLS Investments mit ihren Investitionen sozial-ökologische Wirkung erzielt. Alle Unternehmen im Portfolio sind mit Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit in einer digitalen Weltkarte aufgeführt. Die GLS Investments informiert ausführlich über Auswahlverfahren, Nachhaltigkeitsresearch und Gremien des Fonds.

Nachhaltige Wirkung: Der Fonds nimmt seine Stimmrechte auf Hauptversammlungen wahr. Zudem wirkt die GLS Investments auf Unternehmen ein, wenn sich deren Nachhaltigkeit verschlechtert. Wird eine Aktie oder Anleihe aus Nachhaltigkeitsgründen verkauft, informiert die GLS Investments darüber im Wirkbericht. Ein Teil der Anlegergelder fließt durch Erstzeichnung von Anleihen und Aktien direkt in Unternehmen mit klimafreundlichen Vorhaben.

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Erdöl (Förderung)
  • Erdöl (Transport/Vertrieb/Verarbeitung)
  • Erdgas (Förderung/Transport)
  • Kohle (Förderung)
  • Atomkraft (Erzeugung Atomstrom)
  • Waffen (konventionelle; Herstellung/Vertrieb)
  • Waffen (geächtete; Herstellung/Vertrieb)
  • Gentechnik in der Landwirtschaft (grüne Gentechnik)
  • Pestizide (Herstellung)
  • Massentierhaltung
  • Tabak (Produktion)
  • Tierversuche (nicht gesetzlich vorgeschriebene)
  • Zwangsarbeit
  • Menschenrechts­verletzungen
  • Korruption
  • Kinderarbeit
Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle
  • Erdgas (Stromerzeugung): 5,0%
  • Kohle (Stromerzeugung): 5,0%
  • Rüstungsgüter (Herstellung/Vertrieb): 5,0%
  • Alkohol (Herstellung): 5,0%
  • Pornografie (Herstellung): 5,0%
  • Glücksspiel (Anbieter): 5,0%

Gesamtnote:

2,1
1
2
3
4
5
6

Fazit: Sehr ambitionierter Fonds mit vielen tiefgrünen Anleihen und Aktien.

Nachhaltigkeitsnote:

1,1
1
2
3
4
5
6
Aktien-Auswahlprinzip:
1,0

Nachhaltigkeits-Management:
0,7

Transparenz:
1,3

Nachhaltige Wirkung:
1,3

Finanznote:

3,0
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
3,5

Sicherheit/Risiko:
1,7

Kosten:
2,0

Wertentwicklung: Wertentwicklung: Performance in Relation zu Vergleichsindizes und Festgeldanlagen (Faktor 5 in Finanznote). Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.

Stärken
  • Strenges Auswahlverfahren
  • Vorbildliches Nachhaltigkeits-Management
  • Sehr hohe Transparenz
  • Förderung von Klimaschutzprojekten
Stärken
Schwächen
  • Wertentwicklung 5 Jahre
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 7, besser 10 Jahre.

Fondsname:
GLS Bank Klimafonds

Start:
2017

Fondsinitiatorin:
GLS Investments

ISIN:
DE000A2DTNA1


Volumen 24. Februar 2026:
337 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
1,17%
  • Erdöl (Energieerzeugung): 5,0%
  • Energieerzeugung aus Biomasse (ausgenommen Abfallstoffe): 5,0%
  • Tabakwaren (Vertrieb): 5,0%
Weitere Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Bau von Atomkraftwerken
  • Bergbau
  • Konfliktmineralien
  • Kontroverse Chemikalien (u.a. DDT, Phthalate, Chlorchemie)
  • Kontroverses Umweltverhalten

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