Die Klimaziele von Paris sollen die Leitlinie für diesen ETF sein – überzeugt seine Aktien-Auswahl? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: JPMorgan ETFs (Ireland) ICAV - Global Research Enhanced Index Equity SRI Paris Aligned UCITS ETF

Der Name dieses ETFs dürfte bei vielen Anlegerinnen und Anlegern zunächst für Fragezeichen sorgen: JPMorgan Global Research Enhanced Index Equity SRI Paris Aligned ETF. „Übersetzt“ bedeutet das schlicht, dass der ETF weltweit finanziell erfolgreich anlegen möchte – und zwar nachhaltig und unter Beachtung der Klimaziele von Paris. Die finanzielle Entwicklung lässt sich noch nicht belastend beurteilen, im ECOreporter-Test erfahren Sie jedoch, wie es um die Nachhaltigkeit des ETFs bestellt ist.

Anbieter des ETFs ist JP Morgan Asset Management, die Vermögensverwalter-Tochter von JP Morgan Chase. Das ist die größte Bank der USA und laut internationaler Finanzmarktaufsicht FSB die systemrelevanteste Bank der Welt. Der 2024 erschienenen Studie „Banking on Climate Chaos“ zufolge ist JP Morgan Chase auch die globale Nummer eins bei der Finanzierung fossiler Brennstoffe und hat allein zwischen 2016 und 2022 mehr als 400 Milliarden Dollar in Kohle, Öl und Gas gesteckt. Die Bank selbst erklärt, sie wolle bis 2030 eine Billion Dollar in den Kampf gegen den Klimawandel investieren.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im August 2023. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er von ECOreporter keine Finanznote. Seit seiner Auflegung ist der Kurs um 35,1 Prozent gestiegen.

Trotz seiner aktiven Anlagestrategie ist der ETF mit Jahresgebühren von 0,25 Prozent ETF-typisch günstig. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Wie auch die anderen von ECOreporter getesteten ETFs des Anbieters JP Morgan wählt dieser ETF Unternehmen aktiv aus, anstatt einen fertigen Index nachzubilden. Er investiert weltweit in 372 große und mittelgroße Unternehmen und richtet sich nach eigener Aussage dabei an den Zielen des Pariser Klimaabkommens aus.

Obwohl er keinen Index nachbaut, ist der weltweite Aktienindex MSCI World wichtig für den ETF. Das Portfolio des ETFs wird aus Unternehmen zusammengesetzt, die in dem weltweiten Index mit seinen mehr als 1.400 Positionen enthalten sind. Zudem dient der MSCI World als Orientierung für die Nachhaltigkeitskriterien.

So muss die sogenannte Treibhausgasintensität aller Unternehmen im Portfolio des ETFs mindestens um die Hälfte niedriger als die des MSCI World sein. Treibhausgasintensität meint nach Definition von JP Morgan die Menge an ausgestoßenem CO2 je US-Dollar Unternehmenswert. Die Treibhausgasintensität des ETF-Portfolios muss zudem jedes Jahr um mindestens 7 Prozent sinken. Gleichzeitig gelten Ausschlusskriterien.

Nach Aussage von JP Morgan tätigt der ETF ausschließlich nachhaltige Investitionen mit einem Umweltziel. Gleichzeitig erklärt der Anbieter, dass die Investitionen explizit nicht mit den Umweltzielen der EU-Taxonomie übereinstimmen.

Ausschlusskriterien

Vollständig tabu sind für den ETF Investitionen in Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (beispielsweise Landminen und Streumunition) und Nuklearwaffen, außerdem Hersteller von zivilen Schusswaffen und Tabakprodukten. Ebenso ausgeschlossen sind Unternehmen, die fossile Brennstoffreserven zur Energieerzeugung halten, Kraftwerkskohle abbauen oder unkonventionelles Öl und Gas (z. B. Ölsande, Schiefergas) fördern. Außerdem gibt es keine Toleranz für Firmen, die Menschenrechte grob verletzen oder die Umwelt schwer schädigen (UN Global Compact).

Zudem dürfen Umsätze mit der Stromerzeugung aus Kernkraft und Kohle maximal 5 Prozent am Gesamtumsatz eines Unternehmens ausmachen. Ebenfalls eine Umsatztoleranz von 5 Prozent gibt es etwa bei konventionellen Waffen, Glücksspiel oder gentechnisch veränderten Organismen. Bei der konventionellen Öl- und Gas-Förderung liegt die Umsatzschwelle bei großzügigeren 10 Prozent. Eine vollständige Übersicht der Ausschlusskriterien erhalten Sie im Premium-Bereich.

So nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Der ETF investiert in den kanadischen Energiekonzern Brookfield Renewable. Dieser betreibt Wasser-, Wind-, Solar- und Pumpspeicherkraftwerke, hält aber auch die Mehrheit an dem Atomkraftwerksbetreiber Westinghouse. Bei den Umsätzen aus Kernkraft und der installierten Leistung bleibt er aber unter den vom ETF vorgegebenen Grenzen.

Weitere schon auf den ersten Blick kritische Positionen hält der ETF nicht. Er investiert allerdings sehr konventionell, im Portfolio finden sich beispielsweise Finanzkonzerne wie Goldman Sachs aus den USA oder Softbank aus Japan, die auch in fossile Energie und Waffen investieren. Außerdem sind die Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean und Walt Disney im Portfolio vertreten. Zu den zehn größten Positionen des ETFs gehört der Elektrofahrzeughersteller Tesla. Dessen Konzernchef Elon Musk betreibt eine offen demokratiefeindliche Agenda und unterstützt neben US-Präsident Donald Trump auch europäische Rechtsradikale.

Im Aktienpaket des ETFs finden sich aber auch viele Unternehmen mit guter Nachhaltigkeitsbilanz, darunter etwa der dänische Windanlagenbauer Vestas, der irische Baustoffhersteller Kingspan, der schwedische Hygienekonzern Essity oder der Walldorfer Softwareriese SAP.

Mit mehr als 70 Prozent stammt die überwiegende Mehrheit der Aktien aus den USA, bei den Branchen dominiert mit fast 30 Prozent der Technologiesektor. Dahinter kommen Banken, Finanzdienstleister und Versicherer mit etwa 20 Prozent Anteil am Portfolio. Zu den zehn größten Einzelpositionen gehören neben Tesla etwa Nvidia, Apple, Visa und der Pharmakonzern Eli Lilly.

Transparenz

JP Morgan Asset Management veröffentlicht das vollständige Portfolio des ETFs auf seiner Website. Das Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien stellt der Anbieter online ausführlich dar – ungewöhnlich ist, dass alle Informationen zu Ausschlusskriterien und Methodik für die Zusammenstellung des ETFs sogar auf Deutsch und nicht nur auf Englisch angeboten werden.

Nachhaltige Wirkung

JP Morgan Asset Management stimmt selbst auf Hauptversammlungen ab, lässt sich aber auch durch professionelle Stimmrechtsvertreter vertreten. In seinem jährlichen "Stewardship Report" informiert der ETF-Anbieter sehr allgemein über die Abstimmungen, etwa wie oft und zu welchen Nachhaltigkeitsthemen in einer Region wie abgestimmt wurde. Das hilft Anlegerinnen und Anlegern kaum, das Engagement seriös einzuschätzen. JP Morgan führt nach eigenen Angaben auch Dialoge mit Unternehmen, veröffentlicht dazu aber keine Informationen.

Stärken

  • Günstige Gebühren
  • Ordentliche Ausschlusskriterien
  • Sehr transparente Webseite

Schwächen

  • Investment in Atomkraft
  • Sehr konventionelle Aktienauswahl für einen Klima-ETF

Fazit

Ein ETF, der insbesondere beim Ausschluss fossiler Energie erfreulich konsequent und dennoch mit mehr als 300 Aktien breit aufgestellt ist. Für Anlegerinnen und Anleger, die einen hellgrünen ETF mit Anforderungen an die Klimabilanz suchen, kann dieser ETF eine Option sein.

ECOreporter-Noten:

Finanzen: --
Nachhaltigkeit: 3,0

Details zum Benotungssystem von ECOreporter lesen Sie hier.

Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle:

  • Geächtete Waffen
  • Atomwaffen
  • Tabakherstellung
  • Hersteller ziviler Schusswaffen
  • Fossile Brennstoffreserven – Energieerzeugung
  • Unkonventionelles Öl und Gas (z. B. Ölsande, Schiefergas)
  • Abbau von Kraftwerkskohle
  • Verstöße gegen den UN Global Compact

Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle:

  • Herstellung konventioneller Waffen (5%)
  • Vertrieb Tabakprodukte (5%)
  • Glücksspiel (5%)
  • Glücksspielbezogene Geschäftstätigkeiten (10%)
  • Herstellung Alkohol (5%)
  • Vertrieb Alkohol (15%)
  • Geschäfte mit Öl und Gas (10%)
  • Pornografie (5%)
  • Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) (5%)
  • Stromerzeugung aus Kernkraft (5%)
  • Kernkraftbezogene Tätigkeiten (15%)
  • Stromerzeugung aus Kraftwerkskohle (5%)

Weitere Ausschlusskriterien:

  • Installierte Kernkraftkapazitäten (5%)

Daten und Fakten

Stichtag des Tests: 17.2.2025

Name des ETFs: JPMorgan ETFs (Ireland) ICAV - Global Research Enhanced Index Equity SRI Paris Aligned UCITS ETF

ISIN IE000BXC49I6 / WKN A3D5KQ

Nachgebildeter Index: keiner

Start des ETFs: 9.8.2023

Jährliche Gebühren: 0,25 %

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: thesaurierend

Fondsvolumen: 422,6 Millionen US-Dollar (2/2025)

Internet: www.jpmorgan.com

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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