Produktion bei Infineon. Das Unternehmen nutzt an allen Standorten nur noch Strom aus regenerativen Quellen. / Foto: Infineon

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Infineon nutzt weltweit nur noch grünen Strom

Der Chiphersteller Infineon aus Neubiberg bei München nutzt weltweit nun an allen Standorten zu 100 Prozent grünen Strom. Auch die CO₂-Emissionen sinken deutlich. Bis 2030 will das Unternehmen vollständig klimaneutral werden.

Wie Infineon erklärte, sind im laufenden Jahr die letzten Fertigungsstandorte in China, Indonesien und Singapur sowie die Forschungs-, Entwicklungs- und Vertriebsstandorte weltweit vollständig auf einen Betrieb mit erneuerbarer Energie umgestellt worden. Die europäischen Standorte laufen bereits seit 2021 nur noch mit grünem Strom, die Standorte in Nordamerika seit 2022.

Indirekte Emissionen am schwersten zu reduzieren

Seinen CO₂-Ausstoß hat Infineon gegenüber dem Basisjahr 2019 mittlerweile um 80 Prozent reduziert – damit wurde das Zwischenziel einer Reduktion um 70 Prozent bis 2025 übererfüllt. Im selben Zeitraum konnte der Konzern seinen Umsatz gleichzeitig rund verdoppeln. Den Zugang zur Energie sichert sich Infineon durch langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) und die Installation eigener Anlagen.

Allerdings bezieht sich die Reduktion nur auf Emissionen der Kategorien Scope 1 und 2, also den CO₂-Ausstoß, der etwa in der eigenen Produktion oder durch eingekauften Strom entsteht. Deutlich schwerwiegender und auch schwieriger zu senken ist der CO₂-Ausstoß der Kategorie Scope 3 – das sind die Emissionen, die etwa in der Lieferkette oder bei der Anwendung von Produkten entstehen.

Wie Infineon angibt, entfallen zwei Drittel der Emissionen des Unternehmens auf diese Kategorie. Wichtigste Maßnahme bei der Senkung soll eine stärkere Kontrolle der Lieferkette sein. Aktuell hat laut Konzern etwa die Hälfte der Infineon-Lieferanten Klimaziele, die wissenschaftlich unabhängig durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) überprüft wurden. Bis 2029 soll dieser Wert auf über 70 Prozent steigen.

Insgesamt will Infineon bis 2030 Klimaneutralität erreicht haben. Noch verbleibende Emissionen sollen dann vollständig kompensiert werden. Die SBTi hat diese Ziele als wissenschaftlich haltbar bestätigt. Infineon liegt damit auf Kurs für einen Geschäftsbetrieb, der mit dem Ziel einer Erderwärmung um maximal 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit vereinbar ist.

Die Infineon-Aktie notiert im Vergleich zum Freitag im Xetra-Handel aktuell 0,5 Prozent im Minus und kostet 36,12 Euro (Stand: 15.12.2025, 9:28 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 4,2 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich legte der Kurs 9,7 Prozent zu.

Wie andere Chip-Konzerne abseits des KI-Booms auch leidet Infineon aktuell unter einer verhaltenen Nachfrage aus dem Automobilsektor und der Industrie. Die Lage bessert sich allerdings, wenn auch langsamer als erhofft. Mehr zu den Zahlen des Konzerns und eine aktuelle Einschätzung der Infineon-Aktie Mehr zu den Zahlen des Konzerns und eine aktuelle Einschätzung der Infineon-Aktie lesen Sie hier.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier zu nachhaltigen Chip-Aktien.

Infineon Technologies AG:  ISIN DE0006231004 / WKN 623100

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