Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Intel baut Werk in China aus – mehr Prozessor-Chips
Der US-Chiphersteller Intel will 300 Millionen Dollar in den Ausbau eines Werks in der chinesischen Provinz Sichuan investieren. Wie der Konzern mitteilte, soll die Erweiterung der Fertigung von Serverprozessoren dienen, insbesondere nach der Vorgabe von Kunden. Damit stemmt sich Intel gegen den Verlust weiterer Marktanteile in China.
Das Werk zählt aktuell bereits zu Intels drei größten Fabriken für die Endfertigung und Tests von Prozessoren und Chipsätzen. Die Hälfte von Intels Notebook-Prozessoren wird dort montiert und getestet.
China ist Intels wichtigster Markt
Der Ausbau soll nun die Fertigungskapazitäten des Werks erweitern. Intel will an dem Standort Prozessoren für Server herstellen, die individuell nach Kundenwünschen zusammengesetzt sind. Der Konzern möchte damit schneller auf die Bedürfnisse chinesischer Abnehmer reagieren können, wie Intels China-Chef Wang Rui erklärte.
Im Premium-Berich finden Sie eine aktuelle Einschätzung der Intel-Aktie. Lesen Sie auch den ECOreporter-KI-Überblick In Künstliche Intelligenz investieren: die nachhaltigsten KI-Aktien und das umfangreiche Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren – wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Intel dürfte nach Einschätzung von Beobachtern den Fokus damit stärker auf sogenannte Chiplets legen, kleinste Chip-Untereinheiten, die zu einem Prozessor kombiniert werden. Hersteller hoffen, mit Chiplets die Halbleiterproduktion flexibler und auch effizienter machen zu können. Während bei einem System mit einem einzelnen Prozessor-Chip bei einem Defekt der ganze Halbleiter unbrauchbar wird, muss in einem Chiplet-System nur ein einzelner defekter "Mini-Chip" ausgetauscht werden, der wesentlich günstiger in der Herstellung ist. Zudem lassen sich Systeme leichter individuell zusammenstellen.
China ist der wichtigste Markt für Intel, 2023 machte der Konzern in der Volksrepublik 27 Prozent seines Umsatzes. Die Tendenz ist aber rückläufig: Zwei Jahre zuvor waren es noch 29 Prozent. Die Konkurrenz gerade durch chinesische Prozessorhersteller wächst stark – auch aus politischen Gründen.
Die chinesische Regierung strebt einen Umstieg auf heimische Prozessoren an. Verwaltungen, staatseigene Betriebe sowie Organe der kommunistischen Partei müssen seit Ende 2023 als "sicher und zuverlässig" zertifizierte Prozessoren beschaffen. Auf der 2024 im Mai und im September erweiterten Liste finden sich ausschließlich Prozessoren chinesischer Hersteller. Auch Unternehmen der Telekommunikationsbranche sollen bis 2027 auf chinesische Hardware umsteigen.
Konzern in den roten Zahlen
Die Intel-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 0,4 Prozent im Plus zum Vortag bei 21,24 Euro (Stand: 29.10.2024, 10:50 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 36,9 Prozent an Wert eingebüßt.
Bei Intel laufen die Geschäfte schlecht, der Konzern schreibt aktuell rote Zahlen. Während Chipentwickler wie Nvidia und AMD von der wachsenden Nachfrage nach KI-Chips profitieren, spielt Intel in diesem Geschäft bislang praktisch keine Rolle, und auch die Nachfrage nach Prozessoren für PCs und Notebooks schwächelt. Hier ist Intel durch strategische Fehler technologisch ins Hintertreffen geraten.
Intel muss sparen und will etwa 15.000 Stellen abbauen. Laut Berichten werden weitere Schritte bis hin zu einer möglichen Abspaltung der Chip-Produktion geprüft. ECOreporter berichtete hier. Es gibt sogar Gerüchte, dass der US-Chipentwickler Qualcomm eine Übernahme von Intel plant. Im September legte Intel seine Pläne für eine High-Tech-Fabrik in Magdeburg auf Eis.
ECOreporter sieht erst ab frühestens 2027 wieder Chancen auf solide Gewinne bei Intel. Allerdings steht mehr denn je infrage, inwieweit die ursprünglich engagierten Investitionspläne Wirkung zeigen, wenn der Konzern zusehends Projekte pausiert oder absagt.
Die Redaktion hat Intel im August aus seiner Liste der ECOreporter-Favoriten-Aktien in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige entfernt und durch die US-Baumarktkette The Home Depot ersetzt. Aktuell rät ECOreporter vom Kauf der Intel-Aktie ab.
Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681