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Intel-Chefs schließen Abspaltung von Chip-Fertigung nicht mehr aus
Die Interims-Führung des US-Chipherstellers Intel hat auf einer Investorenkonferenz eine Abspaltung der Halbleiter-Fertigung nicht ausgeschlossen. Ex-Chef Pat Gelsinger hatte noch den Aufbau einer Auftragsfertigung forciert. Wie es unter den aktuellen Co-Chefs Michelle Johnston Holthaus und David Zinsner weitergeht, ist aber unklar.
Intel nimmt in der Chipbranche eine Sonderstellung ein. Während Entwickler wie Nvidia und AMD ihre Halbleiter-Herstellung an Auftragsfertiger wie TSMC aus Taiwan ausgegliedert haben, produziert Intel seine Chips noch immer selbst.
Pläne als Auftragsfertiger
Pat Gelsinger hatte als Intel-Chef eine Abspaltung der Fertigung ausgeschlossen. Stattdessen forcierte der Manager den zusätzlichen Aufbau einer eigenen Auftragsfertigung (Foundry) als wichtiges neues Geschäftsfeld. Die Sparte tut sich aber schwer, der Konzern schreibt hier Milliardenverluste. Gelsinger hatte für den Bereich ab 2027 "bedeutende Umsätze" versprochen.
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Nach dem überraschenden Rücktritt Gelsingers, der erzwungen worden sein dürfte, haben Holthaus und Zinsner die Leitung des Konzerns vorläufig übernommen. Bei einer Konferenz für Investmentbanker erklärte Holthaus bezüglich der Chipfertigungs- und -designsparten, sie glaube nicht, "dass es sinnvoll ist, dass sie komplett getrennt werden und es keine Verbindung gibt". Aber "jemand wird darüber entscheiden".
Zinsner beschrieb, wie die finanziellen und operativen Vorgänge bei der Fertigung bereits getrennt würden. Die Frage nach einer kompletten Trennung stelle sich jedoch "an einem anderen Tag". Früher hatte Intel mit dem Verkauf von Prozessoren die Fertigung querfinanziert. Im Zuge der Strategieänderung soll die Chip-Fertigung durch das Auftragsgeschäft eigenständig profitabel werden.
Die Intel-Aktie legte als Reaktion auf die Aussagen des aktuellen Managements am Donnerstag 3,3 Prozent zu, aktuell notiert sie im Tradegate-Handel unverändert zum Vortag bei 19,85 Euro (Stand: 13.12.2024, 9:46 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 15,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 51,6 Prozent an Wert eingebüßt.
Intel hat durch strategische Fehler insbesondere bei der Wahl seiner Fertigungsmethoden technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie TSMC verloren. Beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel daher bislang praktisch keine Rolle. Im dritten Quartal 2024 meldete Intel mit 16,6 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Unternehmensgeschichte – hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen und Kosten für Umstrukturierungen.
Viele Unsicherheiten beim Ausblick
Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Gleichzeitig muss das Unternehmen sparen und streicht tausende Stellen. Die ersten milliardenschweren Fabrikbauten wurden schon unter Gelsinger wieder gestoppt: Die Pläne für eine Chipfabrik in Magdeburg liegen ebenso auf Eis wie ein weiteres Milliardenprojekt in Israel.
Über eine Abspaltung der Chip-Fertigung wurde bereits in der Vergangenheit immer wieder spekuliert. Die Aussagen der beiden aktuellen Chefs sind nur wenig konkret, ein neuer CEO als Dauerlösung wird zudem noch gesucht. Ob ohne diesen grundlegende Entscheidungen wie eine Abspaltung der Fertigung getroffen werden, ist fraglich. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern weiter von einem Einstieg in die Intel-Aktie ab.
Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681
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