Intel sucht nach einem neuen Konzernlenker. / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien

Intel: Konzernchef Pat Gelsinger geht überraschend

Der US-Chiphersteller Intel steckt in der Krise. Nun tritt Unternehmenschef Pat Gelsinger überraschend zurück. Die Milliardeninvestments des Managers stehen in der Kritik.

Gelsinger habe das Unternehmen bereits zum 1. Dezember verlassen und sei damit aus dem Vorstand ausgeschieden, teilte Intel mit. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll eine Doppelspitze aus dem bisherigen Finanzvorstand David Zinsner und Produktchefin Michelle Johnston Holthaus die Geschäfte bei Intel führen.

Milliardeninvestments und rote Zahlen

Gelsinger war 2021 eigentlich als Sanierer zu Intel gekommen. Der Konzern hat durch strategische Fehler technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie insbesondere den taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC verloren. So spielt Intel etwa beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) praktisch keine Rolle. Gleichzeitig schwächelt der Absatz klassischer Prozessoren. Der Konzern schreibt rote Zahlen.

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Um Werke zu modernisieren und neue Fabriken zu bauen, legte Gelsinger ein milliardenschweres Investitionsprogramm auf. Vor allem wollte der Manager eine Fertigung für externe Kunden, ein sogenanntes Foundry-Segment aufbauen.

Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Gleichzeitig muss das Unternehmen sparen und streicht tausende Stellen.

Die teuren Foundry-Pläne von Intel standen in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Gelsinger hat für diesen Geschäftsbereich ab 2027 "bedeutende Umsätze" versprochen. Bislang macht die Sparte aber nur Verluste. Die ersten Fabrikprojekte wurden bereits wieder gestoppt: Die Pläne für eine Chipfabrik in Magdeburg wurden ebenso auf Eis gelegt wie ein weiteres Milliardenprojekt in Israel.

Unklare Aussichten

"Wir haben zwar erhebliche Fortschritte bei der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit in der Fertigung und beim Aufbau der Kapazitäten für eine Foundry von Weltrang gemacht, aber wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt", erklärte Intel in dem Statement zu Gelsingers Abschied. Man sei nun entschlossen, das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. Es gehe jetzt in erster Linie darum, die klassischen Produkte zu stärken.

Die Intel-Aktie schloss im gestrigen Tradegate-Handel 0,5 Prozent im Plus, aktuell notiert sie unverändert zum Vortag bei 22,80 Euro (Stand: 3.12.2024, 9:35 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie rund 10 Prozent im Plus. Längerfristig betrachtet hat sie stetig an Wert verloren: Im Jahresvergleich büßte sie 41,7 Prozent ein, auf fünf Jahre gesehen ist der Kurs um rund 56 Prozent gesunken. Zwar genießt der Konzern starke politische Rückendeckung und erhält hohe Subventionen. Aktuell rät die Redaktion defensiven Anlegerinnen und Anlegern wegen der großen Unsicherheiten aber vom Kauf der Intel-Aktie ab. Vorerst ist auch unklar, welche Änderungen Gelsingers Abschied für die Intel-Strategie bedeuten wird.

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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